Vortragsveranstaltung 

Für ein menschenwürdiges Sterben plädiert

Kirchenpräsident Schad ging in seinem Vortrag auch auf die von Schülern gezeichneten Bilder ein. Foto: lk

Geben Impulse zur Veranstaltungsreihe an der Friedenskirche: Schülerinnen des Max-Planck-Gymnasiums Ludwigshafen. Foto: lk

Ludwigshafen (lk). Der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad hat sich im Rahmen der Vortragsreihe „Utopien als Chance, Zukunft zu gestalten“ am Donnerstag in der Ludwigshafener Friedenskirche für ein menschenwürdiges Sterben und gegen aktive Sterbehilfe ausgesprochen. Diese Erkenntnis folge aus dem christlichen Glauben und der Hoffnung auf ein ewiges Leben.

Der Tatsache, dass wir sterben müssen, könnten die Menschen nur wahrhaftig begegnen, wenn ihnen die innere Überlegenheit über den Tod geschenkt sei, betonte der Kirchenpräsident. „Diese befreiende Perspektive können wir aber nicht aus uns selbst hervorbringen, sie muss einem zugesagt werden“, so Schad. In sechs biblischen Bildern näherte sich der Kirchenpräsident in seinem Vortrag der Hoffnung auf ein ewiges Leben. Er machte seinen Zuhörern Mut, „angesichts der Endlichkeit des Lebens jeden Tag bewusst als Geschenk wahrzunehmen und die Zeit mit den Menschen, die einen begleiten, als etwas Kostbares zu erleben“.

Aus der Hoffnung, auch im Tod in Gottes Hand geborgen zu sein, sähen Christen ihre Aufgabe darin, der Einsamkeit der Sterbenden entgegenzuwirken und eine Kultur des Beistands und der Solidarität mit ihnen zu entwickeln: „Konkrete Hilfe im Sterben ist der angemessene Weg, nicht die Hilfe zum Sterben.“ Deshalb, so der Kirchenpräsident, stehe die evangelische Kirche der organisierten aktiven Sterbehilfe kritisch gegenüber. Denn so werde der individual-ethische Einzelfall zum Normalfall erklärt. Demgegenüber bräuchten „schwerkranke, sterbende Menschen das Vertrauen und die Zuversicht, dass sie bis zum Ende begleitet, betreut und versorgt werden“, so der Kirchenpräsident. Das Sterben zuzulassen, sei freilich etwas anderes, als das Sterben selbst zu beenden.

Noch bis zum 11. November lädt der Förderverein Friedenskirche unter dem Titel „Utopien als Chance, Zukunft zu gestalten“ zu Vorträgen, Gottesdiensten und einem Kinoabend in die Ludwigshafener Friedenskirche ein. Im Dialog mit dem Erbe der jüdisch-christlichen Tradition sollen Perspektiven gegen Resignation und Rückzugsdenken aufgezeigt werden, erklären die Veranstalter.