Arbeitsstelle für Konfirmandenarbeit
Institut für kirchliche Fortbildung
Luitpoldstraße 8
76829 Landau in der Pfalz
Tel.: 0 63 41 / 55 68 05-70
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Ansprechpartner:
Andreas Große
E-mail: andreas.grosse@institut-kirchliche-fortbildung.de
Anette Heinemeyer
E-Mail: annette.heinemeyer@institut-kirchliche-fortbildung.de

Thema

Konfirmation

Das Wort „Konfirmation“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet eigentlich, dass ein Bund in Kraft gesetzt wird. In der Bibel setzt Gott mit dem Wort „confirmo“ einen Bund mit den Menschen in Kraft. Zu diesem Bund gehört die bedingungslose Liebe Gottes, den Menschen in Verbindung mit ihrer Taufe zugesprochen wird. Menschen, die sich auf diesen Bund mit Gott berufen, haben laut Bibel ein Herz, das „confirmatus“, also „konfirmiert“ ist – was Luther mit „getrost“ übersetzt.

Als biblische Begründung eines „Konfirmanden-Unterrichts“ wird gerne Jesus Christus zitiert, der den Seinen kurz vor seiner Rückkehr in den Himmel aufträgt: „Machet zu Jüngern alle Völker und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.“ Allerdings ist der Übersetzungsversuch von Martin Luther mehr als unglücklich, da er den Eindruck erweckt, Jesus Christus habe seinen Jüngern einen Katalog an Befehlen hinterlassen. Das hat er nicht; stattdessen hat er ihnen erneut ans Herz gelegt, was Gott ihnen bereits versprochen hat und sie damit an den Bund mit Gott erinnert. Darum trägt er den Jüngern auf, sich an seine Worte zu halten, also sich auf das Versprechen Gottes zu verlassen. Es bedeutet: Haltet fest an dem, was Gott euch versprochen hat. Jesus fordert keinen Gehorsam, der Befehle befolgt, sondern macht Mut, Gott zu vertrauen.

Noch besser versteht man diesen Auftrag von Jesus Christus, wenn man das Wort, das im griechischen Originaltext steht, ganz wörtlich nimmt: „en-tello“ heißt „etwas in jemanden hineinlegen, das in ihm wirkt“. Die Biologie und die Philosophie haben daraus den Begriff „Entelechie“ abgeleitet, welcher die Kraft beschreibt, die zur Verwirklichung eines Ziels führt oder sogar zur Vollkommenheit verhilft.

In diesem biblischen Sinn kann das, was die Kirchen unter „Konfirmandenarbeit“ betreiben, nur eines zum Ziel haben: Das Vertrauen in Gottes Versprechen, das er den Jugendlichen in der Taufe gegeben hat, zu stärken. Wie das gehen soll? Jesus selbst verrät es: Etwas in sie hineinlegen, das in ihnen wirkt und zur Entfaltung kommt, damit ihr Herz „confirmatus“, also „getrost“ wird.

Wir sind nicht in der Kirche. Kann unser Kind konfirmiert werden?
Ja, die Konfirmation ist möglich.

Ist der Unterricht in einem anderen Pfarrbezirk möglich?
Zunächst einmal sollten Sie davon ausgehen, dass Ihr Kind in dem vorgeschriebenen Pfarrbezirk zur Konfirmandenarbeit geht. Dies bietet sich an, weil Freundinnen und Klassenkameraden dort sind und so die Vertrautheit am größten ist. Wenn Sie aber gute Gründe dafür haben, Ihr Kind in einen anderen Pfarrbezirk oder eine andere Gemeinde zu schicken, so fragen Sie bitte den dann zuständigen Pfarrer oder die Pfarrerin!

Muss mein Kind konfirmiert werden oder reicht die Taufe?
Zur Kirchenmitgliedschaft reicht zwar die Taufe. Aber zusammen mit vielen Freunden in der Konfirmandengruppe den christlichen Glauben verstehen zu lernen, ist bereichernd und wunderschön. Wer dann das Patenamt übernehmen will, muss aber in der Regel konfirmiert sein.

Mein Kind ist nicht getauft. Kann es konfirmiert werden?
Ihr Kind kann an der Konfirmandenarbeit teilnehmen. Die Konfirmation ist die Bestätigung der Taufe. Wenn das Kind nicht getauft ist, so wird das Kind in der Regel am Ende der Konfirmandenzeit getauft; eine Bestätigung der Taufe, also die Konfirmation, ist dann nicht mehr notwendig, da das Kind ja schon selbst Ja zu der Taufe gesagt hat. In der Praxis wird das Kind dennoch oft nach der Taufe konfirmiert.

Welche Rechte erhält man durch die Konfirmation?
Mit der Konfirmation wird unter anderen das Recht zugesprochen, Pate zu werden und als Erwachsener (ab Vollendung des 18. Lebensjahres) bei kirchlichen Wahlen gewählt zu werden - wahlberechtigt sind alle getauften Kirchenmitglieder ab 14 Jahren. Wenn jemand als Erwachsener getauft wird, so kommt die Taufvorbereitung der Konfirmandenarbeit gleich.

Endet das Patenamt mit der Konfirmation?
Offiziell enden die Aufgaben der Paten mit der Konfirmation, weil der oder die Jugendliche dann religionsmündig ist. Aber es ist schön, wenn die guten Kontakte zwischen Paten und Patenkind ein Leben lang bestehen bleiben.

Konfirmation als Erwachsener
Für die Konfirmation gibt es keine Altersbegrenzung. Voraussetzung ist, dass Sie getauft sind. Zur Vorbereitung auf die Konfirmation, bei der Sie im Gottesdienst zusammen mit der versammelten Gemeinde den christlichen Glauben öffentlich bekennen, ist eine kirchliche Vorbereitung nötig. Wie diese im Einzelnen aussieht, erfragen Sie bitte bei Ihrer Pfarrerin beziehungsweise Ihrem Pfarrer.