Evangelische Kirche der Pfalz: Artikelschau https://www.evkirchepfalz.de/ de-de Evangelische Kirche der Pfalz Thu, 20 Jun 2024 09:53:35 +0200 Thu, 20 Jun 2024 09:53:35 +0200 TYPO3 EXT:news news-4092 Wed, 19 Jun 2024 10:55:25 +0200 Authentisch über den Glauben sprechen /aktuelles-und-presse/pressemeldungen/detail/authentisch-ueber-den-glauben-sprechen/ Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst befürwortet die vorsichtige Nutzung von sozialen Medien durch die evangelische Kirche. Die Kirche als "eine Kommunikationsorganisation, die zu den Menschen hingeht, muss wissen, wo sie sind", sagte Wüst bei einer Diskussion zum Thema "Emotionen in der kirchlichen Kommunikation" bei den Südwestdeutschen Medientagen in Landau. Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst befürwortet die vorsichtige Nutzung von sozialen Medien durch die evangelische Kirche. Die Kirche als „eine Kommunikationsorganisation, die zu den Menschen hingeht, muss wissen, wo sie sind“, sagte Wüst bei einer Diskussion zum Thema „Emotionen in der kirchlichen Kommunikation“ bei den Südwestdeutschen Medientagen in Landau.

Digitale Plattformen genau prüfen

Die Kirche müsse allerdings vor einer Nutzung digitale Plattformen genau prüfen: „Wir müssen es gut und verantwortlich machen“, sagte sie mit Blick auf die Plattform TikTok beispielsweise. Dessen Betreiber ist das chinesische Technologieunternehmen ByteDance, das letztlich de facto durch den chinesischen Staat kontrolliert wird.

Die Kirche sollte nicht versuchen, „permanent Gefühlsgeschichten“, zu erzählen, sondern mit den Menschen sachlich kommunizieren, sagte Wüst. „Es geht mir nicht in erster Linie darum, Schlagzeilen zu machen. Das wäre zu billig“, sagte die Kirchenpräsidentin. Wenn Christinnen und Christen aber authentisch über ihren Glauben sprächen, könnten auch Kirchendistanzierte oder Kirchenmitglieder, die auf dem Absprung sind, erreicht werden.

Soziale Medien nicht überschätzen

Mediale Kritik an Fehlern oder Missständen in der Kirche sei legitim: „Ich stehe zu jeder negativen Schlagzeile, wenn wir als Kirche Mist bauen“, sagte Wüst. Aber Kritiker sollten nicht „Haare aus der Suppe suchen“, um die Kirche vorzuführen.

Wüst mahnte auch, als Kirche die Chancen sozialer Medien nicht zu überschätzen. Kirchenvertreter „lügen sich in die Tasche“, wenn sie glaubten, ein verstärktes digitales Engagement sei „die Rettung“, sagte Wüst. Der Protestantismus spreche Emotionen auch „ganz analog“ an, sagte Wüst und nannte beispielhaft Psalmen, Lieder, Fürbitten, den Segen oder Taufen.

Menschen auf dem Absprung erreichen

Lilith Becker, Leiterin des Content-Netzwerks Yeet beim Gemeinschaftswerk für Evangelische Publizistik betonte in der Diskussion mit der Kirchenpräsidentin die Notwendigkeit von Gefühlen beim Erzählen von Geschichten. 85 Prozent der Yeet-Nutzer hätten eine kirchliche Sozialisation. Mit „Hoffnungsgeschichten, die glücklich machen“ würden Leute angesprochen, „die auf dem Absprung sind und dann sehen, dass wir doch interessant sind als Kirche“.

Bei den Südwestdeutschen Medientagen im Landauer protestantischen Bildungszentrum Butenschoen-Haus diskutierten Journalisten, Politiker, Wissenschaftler sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche und Gesellschaft zwei Tage lang darüber, ob die „Macht der Gefühle“ der Demokratie schadet oder ob sie auch eine Ressource ist. Veranstalter war die Evangelische Akademie der Pfalz mit mehreren Kooperationspartnern.

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news-4091 Fri, 14 Jun 2024 13:21:31 +0200 Kirche schärft ihr Profil /aktuelles-und-presse/pressemeldungen/detail/kirche-schaerft-ihr-profil/ Der evangelische Stadtkirchenbezirk Pforzheim stellt sich auch mit Blick auf weniger Pfarrerinnen und Pfarrer neu auf. Welche Möglichkeiten das Modell bietet, haben sich Teilnehmer einer Erkundungsfahrt der pfälzischen Landeskirche vor Ort angeschaut. Der evangelische Stadtkirchenbezirk Pforzheim stellt sich auch mit Blick auf weniger Pfarrerinnen und Pfarrer neu auf. Welche Möglichkeiten das Modell bietet, haben sich Teilnehmer einer Erkundungsfahrt der pfälzischen Landeskirche vor Ort angeschaut.

Der Rückgang an Kirchenmitgliedern und Personal ist auch in der Evangelischen Landeskirche in Baden spürbar. Im Stadtkirchenbezirk Pforzheim sind bereits vor acht Jahren die Kirchengemeinden von 16 zu 9 fusioniert. Doch das reicht immer noch nicht. Bis 2036 wird die Anzahl der Pfarrstellen in der Stadt von jetzt 17,5 Stellen auf 11,5 schrumpfen, die der Gemeindemitglieder von rund 31 000 auf dann 18 000.

Längerer Dialogprozess

Deshalb begann der Kirchenbezirk 2020, sich erneut Gedanken zu machen. In einem längeren Dialogprozess mit ökumenischen Partnern, mit 20- bis 30-Jährigen, Menschen im Sozialraum, gesellschaftlichen Akteuren und politischen Vertretern fragte der Kirchenbezirk: „Welche Kirche brauchen die Menschen in Pforzheim 2032?“ Eine zweite Frage richtete sich an haupt- und ehrenamtlich Engagierte: Wofür bin ich eigentlich einmal angetreten, und wie verstehen wir unseren Auftrag?

Parallel wurden zwei Modelle entwickelt: zum einen eine Fusion auf fünf Gemeinden, zum andern ein neues Konzept, das alle Gemeinden aufhebt und die evangelische Kirche in Pforzheim nach fünf Themenschwerpunkten organisiert. Im November 2023 votierte die Synode mit 80-prozentiger Zustimmung für das neue Konzept. Informiert darüber haben sich zuletzt 30 Teilnehmende einer Reise, die Steffen Schramm, Leiter des Instituts für kirchliche Fortbildung der pfälzischen Landeskirche, organisiert hatte.

Stadtkirchenbezirk wird eine Gemeinde

Der ganze Stadtkirchenbezirk mit seinen ländlichen Gemeinden im Umfeld wird künftig eine Gemeinde sein, die einzelnen Parochien und Presbyterien fallen weg. Stattdessen gibt es fünf Themenbereiche für unterschiedliche „Anspruchsgruppen“: Sie heißen etwa „Ins Leben wachsen“ für Kinder und Menschen, die zu ihnen gehören, „Glauben vertiefen“ oder „Leben feiern“. Kasualien und Gebäudeverwaltung werden zentral organisiert.

Aktuell werden einzelnen Bereichen Personal und Gebäude zugeteilt. Bis Herbst 2025 sollen neue Leitungs- und Verwaltungsstrukturen stehen, es beginnt die Umsetzung.

Das alles schaffe neue Bedingungen und Möglichkeiten für kirchliches Handeln, sagt Schramm. Nun seien rückläufige Mitgliederzahlen in den Gemeinden kein Anlass mehr zu immer neuen Strukturreformen.

Die Themenschwerpunkte bürdeten es auch nicht mehr einzelnen Pfarrpersonen und Presbyterien auf, zu entscheiden, was weggelassen wird. Die Neugewichtung hat Folgen. Etwa im Schwerpunkt „Ins Leben wachsen“, wo ein Kirchengebäude umgebaut wird: In der Kinderkathedrale muss nicht alles möglich sein, sie ist auf die Bedürfnisse von Kindern ausgerichtet.

Mehr Kontaktflächen

Durch die Themenschwerpunkte werde Kirche in der Öffentlichkeit ganz anders wahrgenommen. Die Kontaktflächen nach außen erhöhen sich und ermöglichen eine bessere Zusammenarbeit, zum Beispiel mit Kindertagesstätten und Schulen. „Vernetzung ist unser Lebenselixier“ und „Die Zeit der Ellbogen ist vorbei“, habe eine Mitarbeiterin im Diakoniepunkt Altstadt geäußert, der zum Themenschwerpunkt „Herausforderungen angehen“ gehören wird. Im Schwerpunkt „Glauben vertiefen“, der sich an die Kerngemeinde richte, seien zukünftig 20 Prozent der Ressourcen statt bisher 60 Prozent vorgesehen. In Workshops entsteht ein Gottesdienstkonzept für das ganze Dekanat.

Kasualien im Monatsdienst

Kasualien machen die Pfarrer selbstverständlich weiter, nun eben zentral in einem Monatsdienst. Und das wiederum sei gar keine ganz neue Idee, sagt Schramm. Schließlich ähnele es dem Amtswochenmodell, das in der Pfalz früher üblich war. Das Pforzheimer Modell in Gänze 1:1 auf die Pfalz zu übertragen, sei wiederum nicht möglich, so Schramm. „Das war ein gemeinsamer Lernprozess in Pforzheim.“ Das Modell mache aber Mut, eigene Prozesse zu wagen.

Florian Riesterer

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news-4089 Sat, 08 Jun 2024 11:30:00 +0200 Orientierung in der Transformation /aktuelles-und-presse/pressemeldungen/detail/orientierung-in-der-transformation/ In ihrer Frühjahrstagung im Martin-Butzer-Haus in Bad Dürkheim setzte sich die Landessynode hauptsächlich mit Studien, Thesen und Kriterien auseinander, die dem landeskirchlichen Priorisierungsprozess einen Rahmen geben sollen. In ihrer Frühjahrstagung im Martin-Butzer-Haus in Bad Dürkheim setzte sich die Landessynode hauptsächlich mit Studien, Thesen und Kriterien auseinander, die dem landeskirchlichen Priorisierungsprozess einen Rahmen geben sollen.

Bad Dürkheim (lk). „Mit dieser Synode haben wir nicht nur festgehalten, dass wir anders Kirche sein wollen. Wir haben als Synode gezeigt, dass wir anders Kirche sein können.“ Mit diesen Worten leitete Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst am Samstag den letzten Tag der Frühjahrstagung der Landessynode ein. An vier Tagen hatte sich das höchste Gremium der Evangelischen Kirche der Pfalz immer wieder mit aktuellen Erkenntnissen zum kirchlichen Leben auseinandergesetzt und dabei neue methodische Zugänge erprobt.

Am Mittwoch stellte der Tübinger Theologe Gerald Kretzschmar Erkenntnisse aus dem Mitgliederrat vor, der im Zuge des Prio-Prozesses im vergangenen Jahr durchgeführt worden war. Einen Tag später gab Edgar Wunder vom Sozialwissenschaftlichen Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Einblicke in die jüngste Ausgabe der Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung (KMU VI). In moderierten Arbeitsgruppen erarbeiteten die Landessynodalen aus beiden Studien 12 Thesen, die in der landeskirchlichen Transformation als Wegweiser und Leitplanken dienen sollen.

Ein wichtiger Bereich kirchlicher Arbeit rückte am Freitag in den Fokus: Das Schwerpunktthema „Jugend“ bot in Vorträgen, Ausstellungen und Workshops einen differenzierten Blick auf Kirche für und mit jungen Menschen. Zugleich wurden zehn Thesen aus dem Umfeld der Evangelischen Jugend vorgestellt, die von Jugendlichen und Landessynodalen am Ende des Tages gemeinsam gewichtet wurden und die nun gemeinsam mit den Thesen des Vortags in die Facharbeitsgruppen im Prio-Prozess einfließen sollen.

Die Thesen an sich, so die Kirchenpräsidentin in ihrem Abschlussbericht, seien weder völlig neu noch stünden sie konträr zu dem, wie Kirche sich vor Ort versteht. Doch liege die Umsetzung an vielen Stellen noch vor der Landeskirche: „In unserem Anspruch sind wir längst die Kirche, die wir sein wollen und sollen. Aber in unserer Realität und in der Wahrnehmung von Menschen sind wir es nicht. Diesen Graben gilt es zu schließen.“

Mit diesem Auftrag endete die siebte Tagung der 13. Landessynode, die von 2021 bis 2026 gewählt ist. Die Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) ist die kirchliche Volksvertretung. Die achte Tagung wird vom 21. bis 23. November 2024 in Speyer stattfinden.

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news-4088 Fri, 07 Jun 2024 17:30:00 +0200 Kinder- und Jugendarbeit als Schlüssel /aktuelles-und-presse/pressemeldungen/detail/kinder-und-jugendarbeit-als-schluessel/ Die Evangelische Jugend der Pfalz ruft während eines Schwerpunkttages auf der Frühjahrssynode der Evangelischen Kirche der Pfalz dazu auf, die Potenziale der jüngeren Generation für die Zukunft der Kirche besser zu nutzen. Die jungen Menschen legten der Synode 12 Thesen vor. Die Evangelische Jugend der Pfalz ruft während eines Schwerpunkttages auf der Frühjahrssynode der Evangelischen Kirche der Pfalz dazu auf, die Potenziale der jüngeren Generation für die Zukunft der Kirche besser zu nutzen. Die jungen Menschen legten der Synode 12 Thesen vor.

Bad Dürkheim (lk). In Bad Dürkheim in der protestantischen Jugendbildungsstätte Martin-Butzer-Haus betonten Vertreter*innen des Evangelischen Jugendverbandes und der Steuerungsgruppe „Jugendsynodaltag“ die Wichtigkeit von kirchlicher Kinder- und Jugendarbeit, „denn diese zeigen jungen Menschen einen Weg in die Kirche auf“, sagte Lisa-Sophie Hoffmann (23). Allerdings müsse das Wohl der Kinder- und Jugendlichen im Vordergrund stehen und nicht die Nachwuchsgewinnung.  Lea Grenz (23) kritisierte die „jugendunfreundlichen Strukturen“ der Kirche. Die Leitungsgremien müssten die Lebenswirklichkeiten von Jugendlichen besser in den Blick nehmen, um bessere Möglichkeiten zur Mitgestaltung zu schaffen. Der erste Schritt sei, mit Jugendlichen zu sprechen statt über sie. Die Evangelische Landesjugendvertretung und die Steuerungsgruppe „Jugendsynodaltag“ haben zwölf Thesen erarbeitet und der Synode vorgelegt, um jungen Menschen zu ermöglichen, zu einem eigenen Glauben zu finden, christliche Handlungsperspektiven für das Leben zu entwickeln und Begleitung bei der Entwicklung zu einem gelingenden Leben zu finden.

„Kinder- und Jugendarbeit ist einer der wenigen unverzweckten Orte für Kinder und Jugendliche und daher von immenser Bedeutung“, sagte Professorin Gunda Voigts von der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg. Das können auch Meret Schulz (19) und Ella Führmann (18) bestätigen, die beide in der Freizeit- und Konfirmand*innen-Arbeit aktiv sind. „Die Evangelischen Jugend ist für mich ein Ort, an dem ich erwachsen werde. Ich habe mich und meine Stärken kennengelernt, was mir in meinem Leben Sicherheit und Selbstvertrauen gibt“, erzählt Schulz. Führmann ergänzt: „Diese Wichtigkeit wurde einem während Corona besonders bewusst, als Angebote wie Freizeiten plötzlich wegfielen.“

Auch die zuständige Oberkirchenrätin Marianne Wagner sagte, kirchliche Angebote für junge Menschen dürften bei allen Einsparmaßnahmen nicht vernachlässigt werden. „Glauben weiterzugeben, einzuladen, darin sprachfähig zu werden, um als mündiger Christenmensch zu leben, geschieht nicht automatisch“, so Wagner. Kirche müsse Kindern und Jugendlichen zuhören: „Wir sprechen gerne von Kindern und Jugendlichen als der Zukunft der Kirche; aber sie sind doch auch die Gegenwart, hier und heute“, betonte Wagner. „Heranwachsende, Suchende, die so wie sie jetzt gerade sind, gesehen und ernst genommen werden wollen.“  Das Elternhaus als Instanz der religiösen Sozialisation junger Menschen falle immer mehr aus. Umso wichtiger sei es für die Kirche, den Glauben weiterzugeben. Der pfälzische Jugendverband erreicht bislang jährlich rund 28 600 Kinder und Jugendliche in vom Land Rheinland-Pfalz geförderten Maßnahmen. Hinzu kommen Krabbelgruppen, Kinder- und Jugendchöre und Kinder- und Jugendgottesdienste.

Im weiteren Verlauf des Schwerpunkttages wurden verschiedene Angebote und Initiativen aus der Jugendarbeit und für Kinder und Jugendliche vorgestellt wie die interaktive Ausstellung „Into the great wide open“, einen erlebnispädagogischen Parcous oder die Call-in-Radiosendung „Nighttalk“ bei big.FM, bei der junge Hörer*innen ihre Sorgen und Ängste im Gespräch mit Seelsorger*innen der evangelischen Kirchen im Südwesten besprechen können.

Hintergrund

Es ist die siebte Tagung der 13. Landessynode, die von 2021 bis 2026 gewählt ist. Die Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) ist die kirchliche Volksvertretung.

Damit hat sie die Kirchengewalt inne. Sie trifft wesentliche Entscheidungen in geistlichen, rechtlichen und finanziellen Belangen der Landeskirche. Die Amtszeit einer Synode beträgt sechs Jahre. Ihr gehören 57 Mitglieder an. Das Präsidium bilden Synodalpräsident Hermann Lorenz, Synodalvizepräsident Joachim Schäfer und als zweite Synodalvizepräsidentin Christine Schöps.

Die Tagung der Landessynode ist öffentlich und wird auch live übertragen: www.youtube.com/@evkirchepfalz

Weiterführende Informationen zur Jugendarbeit der Evangelischen Kirche der Pfalz: https://www.evkirchepfalz.de/lernen-und-lehren/landesjugendpfarramt/

 

 

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news-4087 Fri, 07 Jun 2024 08:00:00 +0200 Erste Hilfe für verletzte Seelen /aktuelles-und-presse/pressemeldungen/detail/erste-hilfe-fuer-verletzte-seelen/ Psychische Erkrankungen haben bei Kindern und Jugendlichen in den vergangenen Jahren zugenommen. Mit dem Kurs „Seelen stärken“ will die Evangelische Jugend der Pfalz deshalb Haupt- und Ehrenamtliche sensibilisieren. Psychische Erkrankungen haben bei Kindern und Jugendlichen in den vergangenen Jahren zugenommen. Mit dem Kurs „Seelen stärken“ will die Evangelische Jugend der Pfalz deshalb Haupt- und Ehrenamtliche sensibilisieren.

Bad Dürkheim (lk). Auf dem Schwerpunkttag Jugend der pfälzischen Landessynode stellen heute Workshops die Lebensrealität junger Menschen in den Mittelpunkt. Neben außerschulischer Jugendarbeit und sozialem Lernen auf Freizeiten geht es auch hier um die Auswirkungen gesellschaftlicher und politischer Krisen auf junge Menschen.

Michael Borger, Referent für Freizeiten und Globales Lernen im Landesjugendpfarramt der Evangelischen Kirche der Pfalz, hat schon etliche Kinder- und Jugendfreizeiten mitgestaltet. Über die Jahre hat er erlebt, dass psychische Erkrankungen ein „Riesenthema“ geworden sind.

Das deckt sich mit aktuellen Erhebungen von Krankenkassen wie dem DAK-Gesundheitsreport, die seit dem Beginn der Corona-Pandemie einen Anstieg verzeichnen beziehungsweise eine Stabilisierung auf hohem Niveau. Zuletzt vermeldete die Studie „Jugend in Deutschland 2024“, dass psychische Belastungen in den zurückliegenden drei Jahren trotz des Abflauens der Corona-Pandemie weiter angestiegen und so hoch wie nie seien. „Wir reden hier von rund 20 Prozent Kindern und Jugendlichen“, sagt Borger. Je nachdem, ob nur diagnostizierte Fälle oder Wartelisten von Therapeutinnen und Therapeuten mit einberechnet würden, fielen sie höher oder niedriger aus.

Kinder und Jugendliche stärken, damit sie psychisch widerstandsfähiger werden, resilienter, sei schon immer Bestandteil der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit gewesen, sagt Borger. Deren Pfund seien echte Begegnungen und Freundschaften, die bei Freizeiten entstehen und Halt geben können. „Es gibt so viele Krisen, alles macht Angst; wir wollen, dass Jugendliche damit besser klarkommen.“ Das heißt jedoch nicht, dass psychische Erkrankungen mit sich selbst ausgefochten werden müssen. „Wir wollen Kinder und Jugendliche nicht zu kleinen Therapeutinnen machen“, sagt Borger. An diesem Punkt setzt der neue Kurs an, der im Herbst 2023 erstmals stattgefunden hat.

Er schult Haupt- und Ehrenamtliche in Methoden der Wahrnehmung, zur Gesprächsführung, macht die Gegenüber sensibel, wenn Kinder und Jugendliche diese Probleme einbringen. „Es geht darum, Warnzeichen zu erkennen, nicht um eine Diagnose, ob das jetzt eine Depression ist oder eine Angststörung“, sagt Borger. Der Kurs will Fehler vermeiden helfen, etwa wenn Probleme vorschnell abgetan würden mit einem „Das wird schon wieder“ oder auch zu tief in den Gesprächspartner gedrungen werde. „Dann ist der Moment verstrichen.“ Auch professionelle Hilfe an die Hand zu geben, etwa die Kontaktdaten der Telefonseelsorge oder die „Nummer gegen Kummer“, gehöre dazu.

Für den Aufbau des Kurses hatte Borger sich über das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim zu Mental Health First Aid (MHFA) schlau gemacht. Diese Erste-Hilfe-Kurse für psychische Gesundheit sind auf Betriebe ausgelegt. Vor allem große Firmen motivierten Mitarbeiter, diese zu besuchen. „Letztlich geht es hier um die Produktivität eines Unternehmens“, sagt Borger nüchtern. „Jugendarbeit ist noch mal was anderes, das war mir schnell klar.“ Die Landeskirche selbst habe MHFA-Kurse nicht implementiert.

Bewusst sei jeder Kurs begrenzt auf 18 Teilnehmer. Schließlich öffneten sich die Personen, wenn das Thema Raum bekomme, berichteten von Freunden, der Familie oder eigenen Erfahrungen. Dazu können auch Suizidandrohungen gehören. Mit dem Kurs will Borger psychische Erkrankungen auch ein Stück aus der Tabu-Ecke herausholen. „Viele trauen sich nicht darüber zu sprechen“, sagt Borger, der sich selbst nach einem Suizid fragte, ob er Warnzeichen hätte erkennen können. „Das Wort Psychiatrie ist immer noch ein Stigma.“ Dabei seien viele psychische Gesundheitsprobleme heilbar.

Borger und seine Mitstreiter würden das Konzept, das beim Schwerpunkttag Jugend auf der Landessynode präsentiert wird, gern mit anderen teilen. Dafür waren sie schon in Kontakt mit der Arbeitsgemeinschaft Evangelische Jugend auf Bundesebene, dem Deutschen Bundesjugendring und dem Brüsseler Studio der Evangelischen Kirche in Deutschland. Um daraus ein bundesweites Projekt zu machen, müsste aber die Finanzierung geklärt sein. „Daran arbeiten wir.“ Ziel sei, dass diese Kurse so normal werden wie Erste-Hilfe-Kurse, sagt Borger. „Ich weiß, das ist ambitioniert, aber richtig, weil wir diese Problematik haben – und ich glaube nicht, dass es besser wird.“

Die nächsten Kurse „Seelen stärken“ finden statt am 17. und 19. Januar für Ehrenamtliche und am 20. und 21. Januar für hauptberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Martin-Butzer-Haus Bad Dürkheim. Sobald die Anmeldung freigeschaltet ist, informiert die Evangelische Jugend der Pfalz.

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news-4086 Thu, 06 Jun 2024 17:46:49 +0200 Kirchensteuereinnahmen stagnieren /aktuelles-und-presse/pressemeldungen/detail/kirchensteuereinnahmen-stagnieren/ Auf ihrer Frühjahrstagung in Bad Dürkheim hat sich die Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz heute im Priorisierungsprozess mit den Ergebnissen der sechsten Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung der EKD befasst. Außerdem verabschiedete die Synode die mittelfristige Haushaltsplanung für die Jahre 2025 bis 2030. Auf ihrer Frühjahrstagung in Bad Dürkheim hat sich die Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz heute im Priorisierungsprozess mit den Ergebnissen der sechsten Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung der EKD befasst. Außerdem verabschiedete die Synode die mittelfristige Haushaltsplanung für die Jahre 2025 bis 2030.

Bad Dürkheim (lk). Die pfälzische Landessynode hat auf ihrer Frühjahrstagung in Bad Dürkheim die mittelfristige Finanzplanung für die Jahre 2025 bis 2030 verabschiedet. Oberkirchenrätin Karin Kessel geht für die kommenden fünf Jahre von stagnierenden Kirchensteuereinnahmen für die Evangelische Kirche der Pfalz aus. Aktuellen Hochrechnungen zufolge bewegten sich diese um rund 133 Mio. Euro, teilte die Finanzdezernentin der pfälzischen Landeskirche mit.

Trotz bereits begonnener Konsolidierungsmaßnahmen, unter anderem einem Rückbau von Stellen, stiegen die Personalkosten als größter Ausgabeposten die kommenden Jahre weiter an, sagte Kessel. Dies liege vor allem an steigenden Ausgaben bei Versorgungsbeiträgen und Versorgungsbezügen. Insgesamt rechnet die Evangelische Kirche der Pfalz für das Jahr 2024 mit einem Defizit von 8,4 Mio. Euro, im Jahr 2025 mit einem Plus von 4,45 Mio. Euro.

Kirche auf der Landesgartenschau

Die Synodalen beschlossen unter anderem Finanzmittel für die Vorbereitung und Durchführung der Landesgartenschau in Neustadt 2027 (210.000 Euro), die Kirchenwahlen 2026 (450.000 Euro) sowie die Fortführung von Projekten wie das Mitgliederkommunikationsprojekt Philippus (1,4 Mio. Euro) oder das Projekt Käferkarawane zur Artenvielfalt (116.000 Euro).

Als weiterer Baustein im Reformprozess der Landeskirche (Priorisierungsprozess) berichtete Edgar Wunder vom Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD den Synodalen von den Ergebnissen der 6. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung der EKD. Die Befunde legten vier zentrale Thesen nahe, sagte Wunder.

Soziale Fragen statt religiöser Themen

Wenn die Kirche eine möglichst große Reichweite in die Gesellschaft hinein erhalten möchte, müsse sie weniger auf religiöse Themen setzen, sondern auf soziale und andere wichtige gesellschaftspolitische Fragen, erklärte Wunder. Die Nachfrage nach Religion sei dagegen vergleichsweise gering und sinke. Für möglichst große Reichweite müsse die Kirche Kooperationen mit anderen religiösen und säkularen Organisationen ausbauen. Widerstände gegen kirchliche Reformprozesse bei den Kirchenmitgliedern seien wiederum nach Auswertung der Umfrage nicht wesentlich zu erwarten. Zur Stärkung von Mitgliederbindung und Reichweite sei es nötig, die Attraktivität der Konfirmation zu erhöhen, lebensweltliche Präsenz von Ortsgemeinden auszubauen und Räume für ehrenamtliches Engagement und andere Formen der Partizipation zu eröffnen.

Hintergrund

Es ist die siebte Tagung der 13. Landessynode, die von 2021 bis 2026 gewählt ist. Die Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) ist die kirchliche Volksvertretung.

Damit hat sie die Kirchengewalt inne. Sie trifft wesentliche Entscheidungen in geistlichen, rechtlichen und finanziellen Belangen der Landeskirche. Die Amtszeit einer Synode beträgt sechs Jahre. Ihr gehören 57 Mitglieder an. Das Präsidium bilden Synodalpräsident Hermann Lorenz, Synodalvizepräsident Joachim Schäfer und als zweite Synodalvizepräsidentin Christine Schöps. 

Die Tagung der Landessynode ist öffentlich und wird auch live übertragen: www.youtube.com/@evkirchepfalz

 

 

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news-4085 Thu, 06 Jun 2024 12:06:25 +0200 Diakonie Katastrophenhilfe ruft zu Spenden für Hochwasserhilfe in Süddeutschland auf /aktuelles-und-presse/pressemeldungen/detail/diakonie-katastrophenhilfe-ruft-zu-spenden-fuer-hochwasserhilfe-in-sueddeutschland-auf/ Nach dem Dauerregen und verheerenden Überschwemmungen in zahlreichen Landkreisen von Bayern und Württemberg hat die Diakonie Katastrophenhilfe erste Hilfsmaßnahmen eingeleitet. Nach dem Dauerregen und verheerenden Überschwemmungen in zahlreichen Landkreisen von Bayern und Württemberg hat die Diakonie Katastrophenhilfe erste Hilfsmaßnahmen eingeleitet.

Berlin.  „Dutzende Orte und Landstriche sind vom Hochwasser betroffen. Das ganze Ausmaß wird erst langsam ersichtlich. In enger Abstimmung mit den diakonischen Landesverbänden bereiten wir Nothilfemaßnahmen vor. Dafür rufen wir zu Spenden auf“, sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe.

Erste Bautrockner bereitgestellt

In einem ersten Schritt stellt die Diakonie Katastrophenhilfe 100 Bautrockner zur Verfügung, damit betroffene Haushalte nach dem Rückgang des Hochwassers ihre Häuser reinigen und anschließend trocknen können. Die Geräte im Einzelwert von rund 600 Euro entziehen der Luft und dem Mauerwerk überfluteter Häuser die Feuchtigkeit und sind in Hochwassergebieten schnell im Handel vergriffen. „Die Aufräumarbeiten dauern oft Wochen und müssen früh begonnen werden, um schwerwiegende Schäden an Gebäuden durch Nässe und Schimmel zu vermeiden. Entsprechend schnell wollen wir die nötigen Mittel dort bereitstellen können, wo sie gebraucht werden“, sagt Markus Koth, Koordinator für Hochwasserhilfe der Diakonie Katastrophenhilfe.

„Verlässliche Begleitung vor Ort“

Zahlreiche Landkreise hatten in den vergangenen Tagen den Katastrophenfall ausgerufen. Dämme brachen aufgrund der Wassermassen und Bäche sowie Flüsse traten über die Ufer. „Der Verlust von Wohnraum und Eigentum bringt viele Menschen nicht nur in existenzielle Not. Sie müssen langfristig auch emotional damit umgehen. Die Ahrtal-Katastrophe 2021 hat gezeigt, wie wichtig psychosoziale Hilfe und eine verlässliche Begleitung vor Ort ist, um traumatische Erlebnisse zu verarbeiten“, sagt Markus Koth.

Zusammen mit den diakonischen Landesverbänden Bayern und Württemberg werden die Hilfsmaßnahmen der kommenden Wochen und Monate eng abgestimmt. „Die diakonischen Verbände und ihre Träger sind für eine längerfristige Unterstützung bestens geeignet. Sie waren vor der Katastrophe da, sind es heute während des Hochwassers und bleiben es auch in Zukunft“, sagt Martin Keßler. Die Verwurzelung in betroffenen Gemeinden spiele eine wichtige Rolle bei der Bewältigung der Not. „Um diese gemeinsame Hilfe für die Betroffenen des Hochwassers leisten zu können, bitten wir um Spenden“, sagt Martin Keßler.

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden:

Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin

Evangelische Bank

IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02

BIC: GENODEF1EK1

Stichwort: Hochwasser-Hilfe Deutschland

Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

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news-4084 Wed, 05 Jun 2024 17:00:00 +0200 Ganz nah am Nächsten /aktuelles-und-presse/pressemeldungen/detail/ganz-nah-am-naechsten/ Krank sein, eine Krise haben, eine Katastrophe verarbeiten müssen: Kirchliche Seelsorge ist ein Angebot für alle Menschen und in allen Lebenslagen. Die Evangelische Kirche der Pfalz will sie mit einem neuen Seelsorgekonzept besser unterstützen. Krank sein, eine Krise haben, eine Katastrophe verarbeiten müssen: Kirchliche Seelsorge ist ein Angebot für alle Menschen und in allen Lebenslagen. Die Evangelische Kirche der Pfalz will sie mit einem neuen Seelsorgekonzept besser unterstützen.

Speyer (lk). In Stadt und Land, im Krankenhaus und im Gefängnis. In Schule und Uni, im Urlaub oder daheim, im Alltag und im Notfall: Kirchliche Seelsorge ist ein Angebot für alle Menschen und in allen Lebenslagen. Die Evangelische Kirche der Pfalz will sie mit einem neuen Seelsorgekonzept besser unterstützen.

Die Landessynode hat dem vorgestellten Konzept heute zugestimmt. Es ist vorerst auf fünf bis zehn Jahre angelegt. „Erstmals wurde damit ein Gesamtkonzept vorgelegt, das den Herausforderungen der kirchlichen Seelsorge in einer immer vielfältigeren Gesellschaft Rechnung trägt“, sagt der Bildungs- und Seelsorgedezernent, Oberkirchenrat Claus Müller. Das von einer Projektgruppe erarbeitete Papier setzt Leitlinien für die Seelsorge und entwickelt Qualitätsstandards. Die Leitlinien sollen von den Verantwortlichen der einzelnen Seelsorgebereiche mit Leben gefüllt und Szenarien für eine zukunftsfähige Seelsorgepraxis entwickelt werden. Das Ziel: seelsorgliche Angebote sollen leicht auffindbar sein und für alle Menschen zugänglich - kostenlos und bedingungslos.

Zentrale Aufgabe der Kirche

Seelsorgende hören zu, entlasten und begleiten. Sie geben Halt und Antworten auf Lebensfragen. Seelsorge gehört damit zu den zentralen kirchlichen Aufgaben. „Über die Seelsorge können auch Menschen an die Kirche andocken, die bisher mit ihr keinen Kontakt gehabt oder diesen verloren haben“, verdeutlicht Müller. In einer sich kulturell, ökonomisch und gesellschaftlich radikal ändernden Welt müssten sich auch Kompetenzen und Strukturen der Seelsorge weiterentwickeln, um Menschen zu erreichen.

Haupt- und ehrenamtliche Profis

Auch die Seelsorgenden selbst nimmt das Konzept in den Blick. Vorurteilsfrei und absichtslos sollen sie sich den Menschen zuwenden. Sie sollen wertschätzend, kontextsensibel und ergebnissoffen kommunizieren und sich dabei der Grenzen ihrer Kompetenzen bewusst sein. Jede Form religiöser Übergriffigkeit ist zu vermeiden, aber den eigenen Glauben formulieren können, das gehört dazu. „Das Konzept gibt den Mitarbeitenden in der Seelsorge mehr Orientierung und Handlungssicherheit“, sagt Müller und betont: „Angesichts von Mitgliederschwund und knapper werdender Ressourcen muss die Landeskirche ihre Seelsorgearbeit umbauen. Die Rolle gut geschulter und betreuter Ehrenamtlicher wird dadurch deutlich wichtiger.“

Zahlreiche ehrenamtliche Seelsorgende sind etwa in der Krankenhaus-, Telefon- und Notfallseelsorge tätig. Sie werden dort bereits gut aus- und fortgebildet. Erstmals sollen ehrenamtliche Krankenhausseelsorger auch ökumenisch ausgebildet werden. Unabhängig von möglichen Stellenkürzungen im Zuge des Reformprozesses (Priorisierungsprozess) der Landeskirche bis 2030 gelte es, die Qualität seelsorgerlicher Angebote zu sichern.

Die Landessynode tagt noch bis zum Samstag, 8. Juni im Martin-Butzer-Tagungshaus der Evangelischen Jugend in Bad Dürkheim. Der Freitag ist dem Schwerpunkt Jugend gewidmet.

 

Hintergrund

Es ist die siebte Tagung der 13. Landessynode, die von 2021 bis 2026 gewählt ist. Die Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) ist die kirchliche Volksvertretung.

Damit hat sie die Kirchengewalt inne. Sie trifft wesentliche Entscheidungen in geistlichen, rechtlichen und finanziellen Belangen der Landeskirche. Die Amtszeit einer Synode beträgt sechs Jahre. Ihr gehören 57 Mitglieder an. Das Präsidium bilden Synodalpräsident Hermann Lorenz, Synodalvizepräsident Joachim Schäfer und als zweite Synodalvizepräsidentin Christine Schöps. 

Die Tagung der Landessynode ist öffentlich und wird auch live übertragen: www.youtube.com/@evkirchepfalz

 

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news-4083 Wed, 05 Jun 2024 14:00:00 +0200 Frieden suchen. Demokratie stärken. Sexualisierte Gewalt verhindern. /aktuelles-und-presse/pressemeldungen/detail/frieden-suchen-demokratie-staerken-sexualisierte-gewalt-verhindern/ Brisante Themen: "Unsere Kirche hat Menschen Gewalt angetan." "Der Frieden wird mit Füßen getreten." "Wir müssen aufstehen für Demokratie!." Zum Auftakt der Frühjahrstagung der Landessynode legt Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst ihren Bericht vor. Brisante Themen: "Unsere Kirche hat Menschen Gewalt angetan." "Der Frieden wird mit Füßen getreten." "Wir müssen aufstehen für Demokratie!." Zum Auftakt der Frühjahrstagung der Landessynode legt Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst ihren Bericht vor.

Bad Dürkheim (lk). In ihrem dreiteiligen Bericht lenkt die pfälzische Kirchenpräsidentin den „Blick in die Welt, die Gesellschaft, die Kirche“. Krieg und Flucht, Antisemitismus und Gefährdung der Demokratie sowie die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt seien die großen Herausforderungen unserer Zeit. Dorothee Wüst fand vor der Landessynode klare Worte. Sie plädierte leidenschaftlich dafür, nicht in Furcht zu erstarren, sondern sich einzumischen.

Im Hinblick auf Kriege in der Ukraine und in Nahost sagte Wüst: „Selbst wenn der Frieden an allen Ecken und Enden dieser Welt mit Füßen getreten wird, darf uns als Kirche nichts abbringen von der Idee eines Friedens, der wir folgen.“ Die heikle Aufgabe der Kirche gegenüber Israel und Palästina sei es, „parteilich zu sein für die, die auf beiden Seiten leiden, jedwede Initiative zu unterstützen, die Frieden im Sinn hat.“

Gesprächskultur: „Ohne Empörungstonalität!“

Angesichts von Antisemitismus und Rassismus betonte sie die Menschenwürde, die in der Bibel grundlegend sei und die das 75 Jahre alte Grundgesetz garantiere. „Gott hat alle Menschen zu seinem Ebenbild erschaffen. Ebenbilder verschiedener Klassen sind nicht zu rechtfertigen. Rasse, Kultur, Nationalität, religiöse Zugehörigkeit, geschlechtliche Orientierung unterscheiden uns in der Art, wie wir leben, aber nicht in der Würde.“

Es sei konsequent, „wenn wir uns als christliche Kirchen in großer Geschlossenheit gegen alle politischen Strömungen positionieren, die Menschen unterschiedliche Dignität geben“, sagte die Kirchenpräsidentin weiter. Zudem sei es Aufgabe der Kirche, gegen die herrschende „Empörungstonalität“ die demokratische Gesprächskultur zu fördern. Die Evangelische Kirche der Pfalz stehe gemeinsam mit dem Bistum Speyer mit der Kampagne „Aufstehen für!“ öffentlich sichtbar für die Demokratie ein.

Sexualisierte Gewalt: „Es gibt noch viel zu tun.“

Das Thema sexualisierte Gewalt ist für Dorothee Wüst unbedingt und unablässig in „jedem Arbeitsfeld der Kirche“ eine Aufgabe; kein Raum sei „safe space“. Die Kirchenpräsidentin mahnte: „In unserer Kirche ist Unrecht geschehen, wurde Menschen Gewalt angetan. In unserer Kirche wurde Menschen kein Gehör geschenkt und die Glaubwürdigkeit abgesprochen.“ Die im Januar veröffentlichte ForuM-Studie habe gezeigt, dass „der Umgang der Institution mit betroffenen Personen genauso bedrückend wie die Taten selbst“ seien.

Wüst verwies auf das Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt auf Ebene der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Diakonie Deutschland. Die pfälzische Kirchenpräsidentin ist Sprecherin der Kirchen in diesem Forum. Daneben werde die unabhängige Regionale Aufarbeitungskommission (URAK) im Frühjahr 2025 ihre Arbeit aufnehmen. Die URAK wurde gemeinsam von der pfälzischen und badischen Landeskirche sowie den Diakonischen Werken gegründet.

Ein erster Schritt für die regionale Aufarbeitung sei ein weiteres „Forum für Betroffene“, das sich am 16. Juni in Mannheim zum zweiten Mal treffen und Anfang 2025 die Arbeit aufnehmen wird. Die Kommission wird besetzt mit Betroffenen, mit Mitgliedern aus Kirche und Diakonie sowie Fachleuten mit juristischer oder therapeutischer Expertise, die von den Landesregierungen benannt werden. 

Die Kirchenpräsidentin berichtete über die weiteren Maßnahmen der Landeskirche: Bereits 2019 wurde die Unabhängige Anerkennungskommission gegründet, bei der sich bisher zehn Personen gemeldet haben. Neun Fälle wurden bereits bewilligt, einer ist in Bearbeitung. Anerkennungsleistungen wurden zwischen 5.000 und 25.000 Euro gezahlt, bisher in einer Gesamthöhe von 97.000.

Seit 2020 bis heute sind 34 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ausgebildet worden. Sie entwickeln gemeinsam mit Einrichtungen und Gemeinden Schutzkonzepte. „Zwischenzeitlich hat die Kirchenregierung eine weitere Stelle genehmigt, die es uns ermöglicht, nach den Kindertagesstätten nun forciert auch die Kirchengemeinden in den Blick zu nehmen“, sagte Wüst. Bisher wurden Personen in 92 Kitas geschult, 15 weitere befinden sich im Prozess.

Drei Kirchengemeinden arbeiten bislang an einem Schutzkonzept, weitere haben Interesse angemeldet. „Hier ist definitiv noch sehr viel zu tun“, appellierte Wüst, das Problem müsse mit Kirchenbasis und Kirchleitung gemeinsam gelöst werden, „ohne den schwarzen Peter den anderen zuzuschieben“.

Ausblick: „Wir sind Kirche, wenn wir Kirche für andere sind.“

„Fürchtet euch nicht“. Mit dem Mutmachwort des Mose an das Volk Israel in Ägypten richtete Kirchenpräsidentin Wüst den Blick in die Zukunft. Es brauche in den anstehenden Transformationen mutige Entscheidungen, um die Weichen stellen: für künftige Generationen, für eine zukünftige Kirche. „Die Tauffeste des letzten Sommers mit ihrer großartigen Resonanz waren ein gutes Beispiel dafür, dass wir Kirche sind, wenn wir es für andere sind“, so die Kirchenpräsidentin. Das Philippus-Projekt, das Kirchenmitglieder auf dem Lebensweg begleitet, etwa mit einem Gruß zum Geburtstag, zur Trauung oder bei der Geburt eines Kindes, habe seit letztem Jahr in den Projektgemeinden „gut Fahrt aufgenommen“. Seit Frühjahr sei zudem das Segensbüro blessed an den Start gegangen, etwa mit Pop-Up-Trauungen auf dem diesjährigen Bad Dürkheimer Wurstmarkt. Hier sei ebenfalls die Resonanz sehr gut, es zeige sich, „dass es auch anders geht.“ Die Kirche müsse ihre Komfortzonen verlassen und sich nicht nur mit sich selbst beschäftigen.

Am Nachmittag steht ein neues Seelsorgekonzept zur Abstimmung auf der Tagesordnung.

 

Hintergrund

Es ist die siebte Tagung der 13. Landessynode, die von 2021 bis 2026 gewählt ist. Die Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) ist die kirchliche Volksvertretung.

Damit hat sie die Kirchengewalt inne. Sie trifft wesentliche Entscheidungen in geistlichen, rechtlichen und finanziellen Belangen der Landeskirche. Die Amtszeit einer Synode beträgt sechs Jahre. Ihr gehören 57 Mitglieder an. Das Präsidium bilden Synodalpräsident Hermann Lorenz, Synodalvizepräsident Joachim Schäfer und als zweite Synodalvizepräsidentin Christine Schöps. 

Die Tagung der Landessynode ist öffentlich und wird auch live übertragen: www.youtube.com/@evkirchepfalz

 

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news-4082 Wed, 05 Jun 2024 10:05:27 +0200 Zuhause auf Zeit /aktuelles-und-presse/pressemeldungen/detail/zuhause-auf-zeit/ Die Evangelische Kirche der Pfalz will Menschen in schwierigen Lebenslagen mit einem neuen Seelsorgekonzept besser unterstützen. Ein entsprechendes Konzept berät die Landessynode auf ihrer Frühjahrstagung in Bad Dürkheim. Die Evangelische Kirche der Pfalz will Menschen in schwierigen Lebenslagen mit einem neuen Seelsorgekonzept besser unterstützen. Ein entsprechendes Konzept berät die Landessynode auf ihrer Frühjahrstagung in Bad Dürkheim.

Mit dem von einer Projektgruppe erarbeiteten Papier wolle die Landeskirche Leitlinien für die Seelsorge setzen und unabhängig von möglichen Stellenkürzungen im Zuge des Reformprozesses der Landeskirche Qualitätsstandards entwickeln, sagte der Bildungs- und Seelsorgedezernent, Oberkirchenrat Claus Müller. Über die Seelsorge könnten auch Menschen an die Kirche „andocken“, die bisher mit ihr keinen Kontakt gehabt oder diesen eingestellt hätten, sagte Müller.

8 WG-Zimmer für Studierende

Ein Beispiel ist die Evangelische Studierendengemeinde (ESG) Landau als eine von neun ESG auf dem Gebiet der pfälzischen Landeskirche. Anja Lebkücher, fast 10 Jahre lang Pfarrerin der ESG Landau, erlebt das in den Seelsorgegesprächen, die sie spontan oder nach Anmeldung in ihrem Büro in der ESG-Gemeinde führt, wo acht Studierende jeweils auf Zeit wohnen. Gespräche führt sie aber auch am Rande der zahlreichen ESG-Veranstaltungen -von Wanderungen über Plätzchenbacken, Trommelbau, Handlettering oder Gottesdienste mit anschließendem Abendessen.

Die Themen seien vielfältig, sagt Lebkücher. Sie reichten von Prüfungsangst, Konflikten in der Herkunftsfamilie, Zweifeln am begonnenen Studium über Einsamkeit, eine psychische Erkrankung, dem Gefühl der Überforderung, den psychischen Umgang mit körperlichem Leiden bis hin zu Suizidgedanken oder nicht erfüllten Lebensträumen.

Seelsorge wirkt Einsamkeit entgegen

Überhaupt sei Seelsorge im weiteren Sinn – „was der Seele gut tut“, sagt Lebkücher. Die ESG-Veranstaltungen seien Möglichkeiten, andere Studierende zu treffen, Freundschaften zu schließen oder den Abend nicht allein verbringen zu müssen. „So wirken wir Einsamkeit entgegen, und meine Hoffnung und Erfahrung ist auch, dass bei diesen Begegnungen in der ESG ein guter Geist spürbar ist, etwas vom Geist Gottes“, sagt Lebkücher.

Studierende gestalten Programm mit

Das Semesterprogramm gestalten jeweils drei bis vier Studierende zusammen mit der ESG-Pfarrerin. „Oft müssen wir eine Warteliste führen, weil wir gar nicht genug Plätze für alle Interessierten haben.“ Gut angenommen werden etwa die Führung durch das unterirdische Landau, aber auch die ökumenischen Taizégottesdienste einmal pro Semester mit der Katholischen Hochschulgemeinde. Ein Schnupperabend zur Gebärdensprache mit der Gehörlosenseelsorgerin der pfälzischen Landeskirche, Josephine Lew, musste sogar wiederholt werden wegen des großen Andrangs und in einen Hörsaal der Universität verlegt werden. Und nicht zuletzt werden zusammen mit den anderen ESG in der Nähe in Ludwigshafen, Speyer und Germersheim Aktivitäten gestemmt.

Saxofon und Cajon statt Orgelmusik

„Als ESG-Pfarrerinnen und -Pfarrer erreichen wir eine Zielgruppe, die der Kirche sonst verloren zu gehen droht“, sagt Lebkücher, nämlich „junge Erwachsene zu dem Zeitpunkt, wo sie die Schule, ihr Elternhaus und ihren Heimatort verlassen.“ Dass bei diesem Übergang der Bezug zu Glaube und Kirche nicht verlorengehe, sondern sich weiterentwickeln könne, sei der Kern ihrer Arbeit, betont die 49-Jährige.

Bewusst finden die von jeweils rund zehn Studierenden mitgestalteten Gottesdienste an einem Abend unter der Woche statt, um diese Zielgruppe zu erreichen. Doch nicht nur das. „Wir singen nur neuere Lieder, die von Studierenden auf Klavier, Saxofon oder Cajon begleitet werden“, sagt Lebkücher. „Nie auf der Orgel.“

Hilfe für angehende Lehrerinnen und Lehrer

Eine Besonderheit des Seelsorgeauftrags von Studierendenpfarrerinnen und -pfarrern sei, dass nach etwa jeweils sieben Jahren alle Studierenden, die in Kontakt mit der ESG stünden, „ausgetauscht“ seien, bemerkt Lebkücher. „Weil sie ihr Studium beendet oder die Unistadt verlassen haben.“ Zwar habe dieser Wechsel auch positive Seiten: „Das haben wir schon immer so gemacht“, sei nie zu hören. Auf der anderen Seite sei kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit mit Blick auf die Erstsemester nötig. „Wer anfängt zu studieren, kennt dieses kirchliche Angebot ja erst mal gar nicht.“

In Landau kommt auf die ESG-Pfarrerin noch eine weitere Aufgabe zu, weil dort Theologie für das Lehramt an Förderschulen, Grundschulen, Realschulen und Gymnasien studiert werden kann. Lebkücher hilft den zukünftigen Religionslehrerinnen und -lehrer mit speziellen Angeboten, bietet etwa Kurse zu Biblischen Erzählfiguren an. „Durch ihr Theologiestudium setzen sich diese jungen Menschen bewusst mit dem eigenen Glauben auseinander“, sagt Lebkücher. Und das hat mitunter Folgen: „Immer mal wieder treten bei mir in der ESG Studierende in die Kirche ein oder lassen sich von mir taufen, weil sie evangelische Religionslehrerinnen und -lehrer werden wollen.“

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news-4081 Tue, 04 Jun 2024 10:27:12 +0200 Orientierung zur Europawahl /aktuelles-und-presse/pressemeldungen/detail/orientierung-zur-europawahl/ Die unparteiische Wahlentscheidungshilfe der Diakonie Deutschland „Sozial-O-Mat“ gibt Einblick, für welche Sozialpolitik die Parteien stehen, die am 9. Juni 2024 in Deutschland zur Europawahl antreten. Die unparteiische Wahlentscheidungshilfe der Diakonie Deutschland „Sozial-O-Mat“ gibt Einblick, für welche Sozialpolitik die Parteien stehen, die am 9. Juni 2024 in Deutschland zur Europawahl antreten.

Für welche Sozialpolitik der EU stehen die Parteien, die am 9. Juni 2024 in Deutschland zur Europawahl antreten? Der Sozial-O-Mat der Diakonie Deutschland liefert die Antwort. Die bereits aus vielen Bundestags- und Landtagswahlen bekannte unparteiische Wahlentscheidungshilfe der Diakonie Deutschland hilft Wählerinnen und Wählern bei der Orientierung – und soll zur Stimmabgabe motivieren.

„Gerade in einem von Populisten und Extremisten aufgeheizten politischen Klima ist es wichtig, die eigene Wahlentscheidung gründlich zu treffen“, sagt Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch: „Europa ist zu wichtig für Denkzettel-Entscheidungen mit fatalen Folgen.“

Eigene Antworten mit Parteien abgleichen

Die Diakonie hat alle 34 politischen Parteien und Vereinigungen, die sich am 9. Juni zur Wahl stellen, eingeladen, ihre Antworten auf die 20 Thesen zum Sozial-O-Mat beizusteuern. Beteiligt haben sich 29 Parteien aus dem gesamten politischen Spektrum. Wie beim großen Bruder Wahl-O-Mat können die Wählerinnen und Wähler ihre eigenen Antworten mit denen der Parteien abgleichen. Außerdem haben sie die Möglichkeit, die Antworten der Diakonie einzusehen und sich anhand lebensnaher Beispiele über die Folgen ihrer Entscheidung zu informieren. „Der Sozial-O-Mat macht die sozialpolitischen Positionen der Parteien leichter auffindbar, vergleichbar und diskutierbar. Damit leistet er einen Beitrag zu einer engagierten, aber sachlichen demokratischen Debatte“, so Schuch.

Erhebliche Differenzen in der Sozialpolitik

Als überparteiliches Angebot zeigt der Sozial-O-Mat auf, dass es zwischen den Parteien teils erhebliche Differenzen in der Sozialpolitik gibt. „Es gibt eine wirkliche Wahl zwischen den Positionen“, sagt Schuch: „Der Sozial-O-Mat möchte helfen, diese Unterschiede zu erkennen und die Wahl-Möglichkeit zu nutzen.“

Die Positionen der Parteien zu den Thesen des Sozial-O-Mat stammen von diesen selbst und wurden von der Diakonie nicht bearbeitet. Personalisierte Daten werden nicht gesammelt. Auch werden die Antworten der Nutzerinnen und Nutzer weder gespeichert noch veröffentlicht. Die persönliche Schnittmenge in der Auswertung ergibt sich allein aus dem Abgleich der individuellen Antworten mit den Antworten der Parteien.

Maria Loheide, Sozialvorständin der Diakonie Deutschland: „Wir hoffen, dass der Sozial-O-Mat viele Diskussionen zur Sozial- und Europapolitik anstößt – in Schulen, Büros, Werkhallen, in der Nachbarschaft, Kirchengemeinde oder auf dem Spielplatz. Der Sozial-O-Mat zeigt: Die Europapolitik hat in vielen Bereichen einen spürbaren Einfluss auf unser tägliches Leben.“

Der Sozial-O-Mat ist unter www.sozial-o-mat.de aufrufbar.

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news-4080 Mon, 03 Jun 2024 10:10:34 +0200 "Neue Wege gehen" /aktuelles-und-presse/pressemeldungen/detail/neue-wege-gehen/ Das neue Segensbüro "Blessed" möchte Menschen auf vielfältige Weise durch Rituale und Segen während ihrer bedeutsamen Meilensteine des Lebens begleiten. Diemut Meyer übernimmt die Leitung. Das neue Segensbüro „Blessed“ möchte Menschen auf vielfältige Weise durch Rituale und Segen während ihrer bedeutsamen Meilensteine des Lebens begleiten. Diemut Meyer übernimmt die Leitung.

Speyer (lk). Seit April leitet Diemut Meyer das neugeschaffene Segensbüro „Blessed Pfalz“. Die 60-Jährige möchte „neue Wege gehen“. Einer dieser neuen Wege findet sich auf dem Wurstmarkt in Bad Dürkheim. Am Samstag, den 14. September, von 11 bis 22 Uhr können sich Paare an verschiedenen Stationen – in der Michaeliskapelle, auf dem Riesenrad, im Weindorf oder an Schubkarchständen - segnen lassen. Paare, die schon standesamtlich verheiratet sind und bei denen mindestens ein Partner Mitglied der evangelischen Kirche ist, können sich gültig kirchlich trauen lassen. „Wir haben schon einige Anmeldungen“, erzählt Meyer. „Etwa ein Paar, das sich auf dem Wurstmarkt kennengelernt hat.“ Sogar über die Grenzen der Pfalz hinaus wird das Angebot wahrgenommen: „Ein Paar nutzt seinen Urlaub, um sein Eheversprechen auf dem Wurstmarkt zu erneuern.“ Für den gelungen Ablauf werden auch Ehrenamtliche im Einsatz sein: „Wer schon Erfahrung im Event-Bereich hat, kann sich gern bei uns melden und sich unserem Team anschließen.

„Experten seit 2000 Jahren“

Meyer möchte mit dem Segensbüro auch Menschen erreichen, denen die Institution Kirche fremder wird. „Dafür müssen wir raus in die Fläche“, ist sie überzeugt. In enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden möchte sie den seelsorgerischen Auftrag der Kirche wahrnehmen. Das Segensbüro bietet nicht nur Trauungen an, sondern kann auch für Taufen, Beerdigungen oder anderen wichtigen Meilensteine des Lebens – etwa Schwangerschaften oder Schulwechsel – kontaktiert werden. „Zu taufen, zu trauen und zu beerdigen – das ist unser Kerngeschäft. Dafür sind wir seit 2000 Jahren die Spezialisten.“ Meyer führt aus: „Gesegnet werden, das bedeutet für mich gekräftigt und gestärkt hinaus ins Leben zu gehen und zu wissen, man muss nicht alles allein tragen.“

Mehr Informationen gibt es unter http://www.blessed-pfalz.de.

Die Möglichkeit, sich einen Zeit-Slot für eine Trauung auf dem Wurstmarkt zu sicher, gibt es unter  https://pfalz.krz.tools/grouphomepage/o1zyYkoBys2My9Z39ee5Eb0m7lnXfPJR.

Zur Person

Nach fast zehnjähriger Tätigkeit wechselt Pastorin Diemut Meyer von der Kulturkirche St. Stephani in Bremen nach Speyer in das neue Segensbüro der Evangelischen Kirche der Pfalz. Die 60-Jährige, die in Bochum geboren wurde, war nach ihrem Theologiestudium in Deutschland und den Niederlanden in verschiedenen Gemeinden der evangelischen Kirchen von Berlin-Brandenburg und Westfalen tätig. Danach arbeitete sie als Pfarrerin für Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising des Kirchenkreises Düsseldorf. Sie ist ausgebildete Kirchenmusikerin.

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news-4078 Wed, 29 May 2024 12:11:07 +0200 Familiengottesdienst auf dem Spielplatz /aktuelles-und-presse/pressemeldungen/detail/familiengottesdienst-auf-dem-spielplatz/ Pfarrer Stefan Mendling hat ein Feuerwehrfahrzeug zu einem "Kirche-mit-Kindern-Mobil" umgebaut. Damit gestaltet er in den kommenden Monaten zahlreiche Kinder- und Familiengottesdienste. Pfarrer Stefan Mendling hat ein Feuerwehrfahrzeug zu einem "Kirche-mit-Kindern-Mobil" umgebaut. Damit gestaltet er in den kommenden Monaten zahlreiche Kinder- und Familiengottesdienste.

Speyer (lk). Ein Hingucker, der für strahlende Kinderaugen sorgt: Mit seinem umgebauten Feuerwehrfahrzeug ist Pfarrer Stefan Mendling unterwegs und zeigt: Kirche mit Kindern – so geht’s. Doch das Feuerwehrauto, dessen Sirene und Blaulicht bedient werden darf, ist nicht der einzige Höhepunkt. Das Fahrzeug ist bestückt mit ausgesuchten Materialien für Kinder- und Familiengottesdienste, darunter ein Erzählzelt, Godly Play Material, Tische, Bänke, sowie Draußen- und Drinnen-Spiele. Wer dies selbst erleben möchte, hat in den kommenden Monaten reichlich Gelegenheit - etwa beim Spielplatzgottesdienst in Albersweiler am 7. Juni, beim Gemeindefest in Barbelroth am 18. August oder am 26. Oktober beim Halloween-Reformations-Gottesdienst in Dörrmoschel.

Termin-Übersicht:

  • 7.6., 16 Uhr in Albersweiler (Spielplatzgottesdienst, An der Löhr)
  • 8.6., 11 bis 16 Uhr beim Kindertag Landau an der Stiftskirche (kein Gottesdienst, sondern Stationen)
  • 9.6., ab 11 Uhr in Bad Dürkheim am Wasserspielplatz an der Saline (Kirche Kunterbunt)
  • 23.6., ab 12.30 Uhr beim kleinen Kirchentag Otterbach
  • 29.6., 15 Uhr in Ludwigswinkel, St. Ludwig, Mitmachgottesdienst
  • 30.6., in Geiselberg beim Gemeindefest
  • 7.7., ab 10 Uhr beim Tauftag bzw. Tauffest in Dudenhofen vor der evangelischen Kirche
  • 18.8., ab 12.30 Uhr beim Gemeindefest in Barbelroth
  • 20.8., auf dem Spielplatz Kaiserslautern-Betzenberg
  • 7.9., ab 17 Uhr in Impflingen zum Familiengottesdienst auf der Kerwe
  • 14.9., 10 bis 16 Uhr in Kerzenheim beim Kindergottesdiensttag
  • 20.9., 16 Uhr Albersweiler (Spielplatzgottesdienst, An der Löhr)
  • 28.9., 10.30 bis 12.30 in Haßloch, KunterBunteKinderKirche im Diakonissenhaus, Langgasse 109
  • 26.10. in Dörrmoschel: Halloween-Reformations-Gottesdienst

 

 

 

 

 

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news-4077 Thu, 23 May 2024 11:00:00 +0200 Kirchen und Diakonie laden Betroffene von sexualisierter Gewalt zum Austausch ein /aktuelles-und-presse/pressemeldungen/detail/kirchen-und-diakonie-laden-betroffene-von-sexualisierter-gewalt-zum-austausch-ein/ Die Evangelischen Landeskirchen und die Diakonischen Werke in Baden und der Pfalz laden Betroffene herzlich für Sonntag, 16. Juni, zum Forum für Betroffene sexualisierter Gewalt 2024 nach Mannheim ein. Die Evangelischen Landeskirchen und die Diakonischen Werke in Baden und der Pfalz laden Betroffene herzlich für Sonntag, 16. Juni, zum Forum für Betroffene sexualisierter Gewalt 2024 nach Mannheim ein.

Nach dem ersten Forum im vergangenen Jahr wollen die Verantwortlichen aus Kirche und Diakonie den Austausch mit Betroffenen fortsetzen und ihnen über Prävention, Intervention und Aufarbeitung berichten. Zudem möchten Landeskirchen und Diakonien den Betroffenen die gemeinsame Unabhängige Regionale Aufarbeitungskommission (URAK) vorstellen, die für Baden und die Pfalz gegründet wird. Es besteht darüber hinaus die Möglichkeit, sich in einem geschützten Raum mit anderen Betroffenen zu vernetzen. Bei Bedarf erhalten Teilnehmende vor Ort die Möglichkeit, Supervision in Anspruch zu nehmen.

Betroffene, die am 16. Juni am Forum für Betroffene sexualisierter Gewalt in Mannheim teilnehmen möchten, werden gebeten, sich per E-Mail an ansprechstelle@ekiba.de  oder ivonne.achtermann@evkirchepfalz.de anzumelden. Alternativ sind Anmeldungen auch telefonisch unter den Rufnummern 0721 9175-626 und 06232 667-153 sowie postalisch möglich. Letztere sind zu richten an die Stabsstelle „Schutz vor sexualisierter Gewalt“, Bernd Lange und Milena Hartmann, Blumenstraße 1-7, 76133 Karlsruhe oder die Meldestelle „Schutz vor sexualisierter Gewalt“, Ivonne Achtermann, Domplatz 6, 67346 Speyer.

Seit der Veröffentlichung der ForuM-Studie zu sexualisierter Gewalt in der Evangelischen Kirche und Diakonie Ende Januar haben sich neun Personen bei der Ansprechstelle der Evangelischen Landeskirche in Baden, 14 Personen bei der Ansprechstelle der Diakonie Baden sowie eine Person bei der Evangelischen Kirche und Diakonie der Pfalz gemeldet.* Eine weitere Person im Bereich der Evangelischen Kirche in Baden hat einen Antrag auf Entschädigung an die Anerkennungskommission gestellt, der positiv entschieden wurde.

Stichwort URAK

Nach der gemeinsamen Erklärung der Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sowie der Diakonie Deutschland über eine unabhängige Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche und Diakonie wird auch in der Pfalz und Baden eine Unabhängige Regionale Aufarbeitungskommission (URAK) gebildet. Ihre Aufgabe wird es sein, eine unabhängige und professionelle Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in Landeskirche und Diakonie zu gewährleisten und über deren Ablauf sowie Ergebnisse Transparenz herzustellen. Betroffene sind dabei verbindlich zu beteiligen. Die URAK für Baden und die Pfalz wird ihre Arbeit voraussichtlich im Frühjahr 2025 aufnehmen.

Den Wortlaut der Vereinbarung finden Sie im Internet unter:

https://www.ekd.de/gemeinsame-erklarung-unabhaengige-aufarbeitung-ekd-81960.htm

Wichtige Hinweise:

Pressevertreter*innen können am Forum für Betroffene sexualisierter Gewalt am 16. Juni in Mannheim nicht teilnehmen.

* Die Anzahl der Personen, die sich bei den unterschiedlichen Ansprechstellen gemeldet haben, ist nicht zu verwechseln mit einer Anzahl von Fällen.

 

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news-4076 Wed, 22 May 2024 14:03:45 +0200 Jugendliche "als verändernde Kraft" in den Mittelpunkt stellen /aktuelles-und-presse/pressemeldungen/detail/jugendliche-als-veraendernde-kraft-in-den-mittelpunkt-stellen/ Die 13. Landessynode tagt vom 5. bis 8. Juni zum siebten Mal. Mit Freitag, 7. Juni, ist dem Schwerpunktthema Jugend ein ganzer Tag gewidmet. Die 13. Landessynode tagt vom 5. bis 8. Juni zum siebten Mal. Mit Freitag, 7. Juni, ist dem Schwerpunktthema Jugend ein ganzer Tag gewidmet.

Speyer (lk). Synodalpräsident Hermann Lorenz wird die Frühjahrstagung am Mittwoch, 5. Juni, im Martin-Butzer-Haus in Bad Dürkheim eröffnen. Bis Samstag, 8. Juni, trifft das höchste Gremium der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) wegweisende Entscheidungen.

Am Freitag wird Oberkirchenrätin Marianne Wagner in das Thema einführen. Workshops mit verschiedenen Schwerpunkten stellen die Lebensrealität junger Menschen in den Mittelpunkt: In „Learn for Life – Schule fürs Leben“ wird sich mit außerschulischer Jugendarbeit befasst, „Mental health – seelische Gesundheit“ zeigt die Auswirkungen gesellschaftlicher und politischer Krisen auf junge Menschen und „Summertime – bin auf Freizeit“ hebt die Bedeutung von Freizeiten, KonfiCamps und weiteren mehrtägigen Veranstaltungen für die Persönlichkeitsentwicklung und das soziale Lernen Jugendlicher hervor.

„Freude und Heimat“

Der Titel des Vortrags von Professorin Gunda Voigts mit anschließendem Podiumsgespräch ist laut Jutta Deutschel, der Referentin für Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Jugend der Pfalz, kennzeichnend für das Erleben junger Menschen in der Kirche: „Auch wenn über uns gesprochen wird, geht es nicht wirklich um uns.“ Deutschel ist es daher ein Anliegen, „zu zeigen, wieviel Freude und Heimat für diverse Jugendliche die Evangelische Jugend Pfalz bietet sowie ihre Schlüsselrolle im Perspektivwechsel zur Sicht der jüngeren Generation auf Kirche und beides als verändernde Kraft in den Mittelpunkt kirchlicher Zukunft zu stellen.“

Die Angebote der Evangelischen Jugend der Pfalz erreichen jährlich rund 28.600 Kinder und Jugendliche. Diese Zahl erfasst allerdings nur geförderte Maßnahmen durch das Land Rheinland-Pfalz. Hinzu kommen nicht geförderten Maßnahmen wie Krabbelgruppen, Kinder- und Jugendchöre, wöchentliche Kindergruppen, Kinder- und Jugendgottesdienste. Ein wichtiges Element ist die Jugendverbandsarbeit, die durch junge Menschen aus den Zentralstellen getragen wird. Jugendliche engagieren sich in Sprecher*innenkreisen im Dekanat und auf landeskirchlicher Ebene. „So ist unsere Arbeit höchst partizipativ und demokratisch“, sagt Deutschel.

Aktueller Stand des Priorisierungsprozesses

Am Mittwoch, zum Auftakt der Landessynode, legt Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst ihren Bericht vor und informiert darin unter anderem über den Stand der Auswertung und Aufarbeitung der Ergebnisse der ForuM-Studie. Wüst ist auch Sprecherin der kirchlichen Beauftragten im Beteiligungsforum der EKD, das die Aufarbeitung maßgeblich mitgestaltet.

Mit der Vorstellung des neuen Seelsorgekonzepts der Landeskirche und der Einführung in den aktuellen Stand des Priorisierungsprozesses stehen am ersten Tag zwei weitere Themen auf der Tagesordnung, die für die Landeskirche von zentraler Bedeutung sind.

Am Donnerstag stellt Oberkirchenrätin Karin Kessel die mittelfristige Finanzplanung vor. Am Nachmittag befasst sich die Synode mit dem Priorisierungsprozess und entwickelt 12 Thesen für die Kirche von morgen.

Am Samstag steht mit einer Präsentation von Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst der Priorisierungsprozess erneut im Fokus der Synode.

Die Tagung der Landessynode ist öffentlich und wird auch live übertragen: www.youtube.com/@evkirchepfalz

Hintergrund

Es ist die siebte Tagung der 13. Landessynode, die von 2021 bis 2026 gewählt ist. Die Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) ist die kirchliche Volksvertretung. Damit hat sie die Kirchengewalt inne. Sie trifft wesentliche Entscheidungen in geistlichen, rechtlichen und finanziellen Belangen der Landeskirche. Die Amtszeit einer Synode beträgt sechs Jahre. Ihr gehören 57 Mitglieder an. Das Präsidium bilden Synodalpräsident Hermann Lorenz, Synodalvizepräsident Joachim Schäfer und als zweite Synodalvizepräsidentin Christine Schöps.   

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news-4075 Wed, 22 May 2024 11:58:08 +0200 Kirche und Diakonie stellen 50.000 Euro zur Verfügung /aktuelles-und-presse/pressemeldungen/detail/kirche-und-diakonie-stellen-50000-euro-zur-verfuegung/ Die Evangelische Kirche der Pfalz und das Diakonische Werk Pfalz stellen den vom Hochwasser betroffenen Menschen in der Südwestpfalz und im Saarland 50.000 Euro zur Verfügung und rufen zu weiteren Spenden auf. Die Evangelische Kirche der Pfalz und das Diakonische Werk Pfalz stellen den vom Hochwasser betroffenen Menschen in der Südwestpfalz und im Saarland 50.000 Euro zur Verfügung und rufen zu weiteren Spenden auf.

Speyer/Zweibrücken/Homburg (lk). Enorme Regenmengen führten am Pfingstwochenende zu überfluteten Feldern und Straßen, vollgelaufenen Kellern, Erdrutschen und hohen Sachschäden: „Die Nachrichten und Bilder, die uns aus dem Saarland und aus Teilen von Rheinland-Pfalz erreicht haben, machen uns betroffen. Die Menschen in diesen Gebieten sind auf Unterstützung angewiesen, und wir wollen das Unsere tun, Ihnen zu helfen und sie in dieser schweren Situation zu begleiten“, sagt Oberkirchenrat Markus Jäckle. Zusammen mit dem Diakonischen Werk Pfalz stellt die Landeskirche 50.000 Euro Hochwasserhilfe zur Verfügung.

Markus Carbon, Leiter der Region West im Diakonischen Werk Pfalz berichtet aus der betroffenen Region: „In den letzten Jahren werden wir auch in Deutschland immer wieder mit Extremwetterereignissen konfrontiert, so auch am letzten Pfingstwochenende. Besonders in der Südwestpfalz und in großen Teilen des Saarlandes waren die Wassermassen so groß, dass auch der bestehende Hochwasserschutz vielerorts nicht mehr ausreichte. Die Pegelstände übertrafen dabei die Werte des Jahrhunderthochwassers von 1993 deutlich. Innenstädte und Ortschaften wurden geflutet, Keller liefen voll und in einigen Orten standen Wohnungen, Gewerberäume und ganze Firmen unter Wasser. Der massive Einsatz von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und anderen Helfern verhinderte Schlimmeres.

Nichtsdestotrotz stellt für viele Betroffene das Hochwasser eine persönliche und wirtschaftliche Katastrophe dar. Diese Not zu lindern ist Wunsch des Diakonischen Werkes, dazu stehen unsere Beratungsdienste in der Südwestpfalz und im Saarpfalzkreis Hilfesuchenden zur Verfügung.“

Der Landespfarrer für Diakonie und Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Pfalz, Albrecht Bähr sagt: „Als Kirche und Diakonie sind wir Teil der Gesellschaft. Wir bewundern das große Engagement von vielen ehrenamtlichen Helfer*innen in der Region. Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, dass Menschen vor Ort rasche Hilfe bekommen. Daher stellen wir nicht nur die Soforthilfe zur Verfügung, sondern rufen gemeinsam zu weiteren Spenden auf.“

Die 50.000 Euro Hochwasserhilfe ist für die betroffenen Dekanate Homburg und Zweibrücken gedacht. Direkter Ansprechpartner für Betroffene vor Ort ist der Regionalleiter West des Diakonischen Werks Pfalz, Markus Carbon.

Spendenkonto

Evangelischen Bank eG

DE50 5206 0410 0000 0025 00

GENODEF1EK1

Stichwort: „Hochwasser Saarpfalz“

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news-4074 Wed, 22 May 2024 11:32:09 +0200 Zeitlos gut: "Kirchenmusik Festtage Pfalz" startet /aktuelles-und-presse/pressemeldungen/detail/zeitlos-gut-kirchenmusik-festtage-pfalz-startet-mit-aktion-zum-500-jubilaeum-des-evangelischen-gesangbuchs/ Das große Kirchenmusikfest der Evangelischen Kirche der Pfalz wartet mit einem vielfältigen Konzertprogramm auf. Eröffnet wird es am 8. und 9. Juni mit der Aktion „Oldies but Goldies“, die die 50 wichtigsten Lieder des Evangelischen Gesangbuchs in den Mittelpunkt stellt. Das große Kirchenmusikfest der Evangelischen Kirche der Pfalz wartet mit einem vielfältigen Konzertprogramm auf. Eröffnet wird es am 8. und 9. Juni mit der Aktion „Oldies but Goldies“, die die 50 wichtigsten Lieder des Evangelischen Gesangbuchs in den Mittelpunkt stellt.

Speyer (lk). „Geh aus mein Herz und suche Freud / In dieser lieben Sommerzeit“, so beginnt das Sommerlied von Paul Gerhardt, das erstmals 1653 veröffentlicht wurde. Es zählt zu den 50 wichtigsten Liedern des Evangelischen Gesangbuchs. Sie wurden von der Gesangbuchkommission am höchsten bewertet und werden auf jeden Fall auch im geplanten neuen Gesangbuch stehen, das 2028 erscheint. Zum Start der Kirchenmusik Festtage Pfalz stellt die Aktion „Oldies but Goldies“ diese Lieder in den Mittelpunkt und wird so sicherlich Freude in Herzen bringen – „in dieser lieben Sommerzeit.“

Kirchengemeinden in der Pfalz und Saarpfalz haben sich dazu für Samstag und Sonntag, den 8. und 9. Juni, über 20 besondere Aktionen einfallen lassen, um die Lieder in die Welt zu tragen. So lädt in Kaiserslautern die protestantische Stiftskirchengemeinde ein zu einer Singradtour von der Stiftskirche Kaiserslautern über Otterbach, Otterberg und Mehlingen wieder zurück nach Kaiserslautern. Unterwegs wird an ungewöhnlichen und schönen Orten gesungen.

Die evangelischen Kirchenchöre Alsenborn und Enkenbach singen gemeinsam mit Bewohnern des Altenheims „Haus an den Schwarzweihern“ aus der Hitliste, auf dem Speyerer Geschirrplätzel wird ein offenes Singen angeboten. In Neustadt gibt der Posaunenchor Winzingen das Marktkonzert „500 Jahre Evangelisches Gesangbuch“, „Singgottesdienste“ sind in der Stadtkirche Homburg, der Christuskirche Otterbach, der Zwölf-Apostel-Kirche Frankenthal, der Johanneskirche Pirmasens und in der protestantischen Kirche in Dierbach geplant.

Zum Wachenheimer Burg- und Weinfest predigt der ehemalige Dekan Werner Schwartz auf Pfälzisch in der St. Georgskirche und es wird auch Pfälzisch gesungen. Das Thema lautet: „Was es zum Glaawe helft, wammer Kerchelieder singt". Im Kirchenbezirk Ludwighafen wird bei der Aktion „LU singt“ hintereinander an sechs Orten musiziert, parallel dazu stimmen Besucher über die Ludwigshafener Gesangbuchfavoriten ab. Die Top-5-Gesangbuchlieder werden zum großen Finale gemeinsam angestimmt.

Am 22. Juni startet dann das Band-Chorfestival in Landau, längst eine der festen Größen der Kirchenmusik Festtage Pfalz. Moderiert von Pfarrer Gunter Schmitt treten Kirchenbands und Chöre aus der ganzen Pfalz auf. Bislang sind 14 Kirchenbands und Chöre angemeldet. Sie präsentieren im Halbstundentakt ihre Musik. Zur Eröffnung mit Oberkirchenrat Markus Jäckle spielt ab 14 Uhr die NeW Brass Big Band unter Ralph „Mosch“ Himmler. Beim Abschlusskonzert um 20:30 Uhr ist die Sarah Kaiser Band zu erleben. „Es ist jedes Mal wieder ein besonderes Erlebnis, wenn die modernen Klänge durch die fast 700 Jahre alten Gewölbe schallen,“ berichtet Landeskirchenmusikdirektor Jochen Steuerwald.

Am 30. Juni finden ab 16 Uhr die Kirchenmusik Festtage Pfalz mit der traditionellen Kirchenmusikalischen Feier ihren Ziel- und Höhepunkt. Zum ersten Mal findet die Veranstaltung in der Zwölf-Apostel-Kirche in Frankenthal statt. Im Mittelpunkt stehen die „Top 5 für das neue Gesangbuch“. Sie wurden von fast 10.000 Teilnehmenden der EKD-Aktion #schickunsdeinlied auserkoren: „Geh aus, mein Herz“, „Großer Gott, wir loben dich“, „Möge die Straße“, „Von guten Mächten“ und „Wer nur den lieben Gott lässt walten“. Angemeldet haben sich bislang 21 Chöre mit insgesamt 300 Sängerinnen und Sängern sowie sieben Favoritchöre mit insgesamt 117 Sängerinnen und Sängern. Das Pfälzische Blechbläserensemble gestaltet das Programm mit 14 Bläserinnen und Bläsern.

„Zusätzlich gibt es noch mehr als ein Dutzend Konzerte in der Region“ freut sich Steuerwald. „Von Grünstadt bis Pirmasens, von Kaiserslautern bis Ludwigshafen lädt vieles zum Entdecken ein. Von der Marktmusik bis zur großen Oratorienaufführung und vom Kindermusical bis zur Orgelnacht.“

Mehr dazu unter:

https://oldies.lvkirchenmusikpfalz.de/veranstaltungen/

http://kirchenmusikfesttagepfalz.de

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news-4073 Tue, 21 May 2024 12:26:22 +0200 Pfälzer Sommermärchen /aktuelles-und-presse/pressemeldungen/detail/pfaelzer-sommermaerchen/ Mit Rückenwind ins Endspiel: Wir drücken der Elf von Friedhelm Funkel beide Daumen für das Pokalfinale! Mit Rückenwind ins Endspiel: Wir drücken der Elf von Friedhelm Funkel beide Daumen für das Pokalfinale!

Speyer (lk). Sie haben es ihren Fans nun wirklich nicht leicht gemacht in dieser Saison. Aber das 5:0 gegen Eintracht Braunschweig am letzten Spieltag der 2. Bundesliga macht Hoffnung und Lust auf Mehr: Nach dem geschafften Klassenerhalt steht der 1.FC Kaiserslautern am Samstag, 25. Mai im DFB-Pokalfinale in Berlin. Gegner ist kein Geringerer als der deutsche Meister Bayer Leverkusen, der in dieser Saison bisher ungeschlagen durch Liga, Pokal und Europacup gestürmt ist.

Bei allem Selbstvertrauen: Der FCK braucht Unterstützung von allen Seiten. „Wir drücken der Elf von Friedhelm Funkel beide Daumen für das Pokalfinale! Nach dem geglückten Klassenerhalt gibt es nichts mehr zu verlieren. Aber vielleicht beginnt diesmal ein neues Sommermärchen, aus Pfälzer Sicht, schon etwas früher in Berlin?", sagen Bischof Wiesemann und Kirchenpräsidentin Wüst und wünschen dem FCK viel Erfolg im DFB-Pokal-Finale am Samstag in Berlin.

Der Anstoß gegen Bayer 04 Leverkusen findet um 20 Uhr statt.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Deutsche Bischofskonferenz laden am Tag des DFB-Pokalfinales, Samstag, 25. Mai, um 12 Uhr zu einem ökumenischen Gottesdienst in die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche (Breitscheidplatz) in Berlin ein, der unter dem Leitthema „Teamgeist“ steht.
 
Den Gottesdienst leiten der Sportbeauftragte des Rates der EKD, Präses Dr. Thorsten Latzel (Evangelische Kirche im Rheinland) und der Sportbischof der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Stefan Oster (Passau).
 
Am Gottesdienst wirken DFB-Präsident Bernd Neuendorf, die Sportseelsorgerin der Deutschen Bischofskonferenz, Elisabeth Keilmann, das Vorstandsmitglied des Arbeitskreises Kirche und Sport der EKD, Dr. Peter Noss, und die Pfarrerin der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, Dr. Sarah-Magdalena Kingreen, mit. Auch Vertreterinnen und Vertreter der Volunteers, von Fans und Polizei haben ihre Teilnahme zugesagt.

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news-4072 Fri, 17 May 2024 16:15:00 +0200 Flagge zeigen und wählen gehen /aktuelles-und-presse/pressemeldungen/detail/flagge-zeigen-waehlen-gehen/ Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst und Bischof Dr. Karl Heinz Wiesemann eröffnen gemeinsam die ökumenische Kampagne, mit der die christlichen Kirchen der Pfalz und Saarpfalz ein Zeichen für Menschenwürde und Demokratie und damit gegen politischen Extremismus setzen. Speyer.  Aufstehen für Menschenwürde und Demokratie – unter diesem Motto starteten am 17. Mai das Bistum Speyer und die Evangelische Kirche der Pfalz ihre gemeinsame Initiative. Vor dem Dom hissten Kirchenpräsidentin Wüst Bischof und Bischof Wiesemann die ersten Flaggen der Kampagne.

Der Bischof von Speyer erinnerte in seiner Ansprache an den Tag der Befreiung, der am 8. Mai gefeiert wurde sowie das Grundgesetz, das in wenigen Tagen 75 Jahre wird. Wiesemann resümierte: „Meine Eltern trugen die Erfahrungen der Nazidiktatur und des Krieges noch lebendig in sich. Für sie war klar, dass ein neues Deutschland und ein neues Europa entstehen muss. Deshalb haben unserer Mütter und Väter, Großmütter und Großväter, unser Land neu aufgebaut: Als einen demokratischen und freiheitlichen Rechtsstaat. Mit einem Bekenntnis zur uneingeschränkten Würde jedes Menschen. Als ein friedliches Land im Herzen eines geeinten Europa.“

„Aufstehen für die Werte, die sich aus unserem Glauben ergeben“

Doch blicke er heute mit Sorge „auf das Wiedererstarken extremistischer Kräfte, vor allem am rechten Rand. Auf Kräfte, die die Grundlagen unseres demokratischen Rechtsstaats zersetzen, das politische Klima vergiften und so die Gesellschaft spalten wollen."Deshalb sei es umso wichtiger, dass es heute heißt „Aufstehen!“ – „Aufstehen für die Werte, die sich aus unserem Glauben, unserem Menschenbild und unserer Vorstellung einer gerechten und solidarischen Gesellschaft ergeben“, so der Bischof von Speyer.

Kirchenpräsidentin Wüst äußerte: „Heute hören wir an viel zu vielen Stellen Begriffe und Sätze, die wir nie wieder hören wollten. Populistische Reden, die einfache Lösungen für komplexe Herausforderungen verheißen und den Menschen vorgaukeln, ihre Sorgen und Ängste ernst zu nehmen, wo es in Wahrheit nur um den eigenen Machtzuwachs geht. Wir hören, dass von „Freiheit“ geredet wird, aber nur die Freiheit mancher gemeint ist. Wir hören, dass es eben nicht um das Wohl des Nächsten, eines jeden Nächsten geht, sondern um Abwertung und Ausgrenzung. Wir hören Sätze eines fatalen Schwarz-Weiß-Denkens, das dem Reichtum von Gottes bunter Menschenfamilie in keiner Weise gerecht wird. Diese Haltungen sind mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar!“

„Wir sind bereit zum Dialog mit allen. Auch mit denen, die in Sorge, die verunsichert sind.“

Wüst berichtete, dass immer mehr evangelische und katholische Kirchengemeinden in der Pfalz und Saarpfalz sich unter dem Motto „Wir sind bunt“ zusammenschließen und Menschen ermutigen, ihre Gärten und Häuser durch bunte Bänder kenntlich zu machen als Orte, in denen Menschen für eine Gesellschaft stehen, die vom Reichtum lebt und nicht von der Ausgrenzung. Die Kirchenpräsidentin wörtlich: „Denn als Christinnen und Christen grenzen wir niemanden aus. Wir sind bereit zum Dialog mit allen. Auch und gerade mit denen, die in Sorge, verunsichert und mit uns auf der Suche nach tragfähigen gesellschaftlichen Lösungen sind. Aber wir grenzen uns entschieden ab von einer Politik, die sich dem konstruktiven Dialog verweigert und unser Miteinander zerstören will. Die menschenverachtend ist und sogar Gewalt gutheißt.“

Flagge zeigen und wählen gehen!

Gemeinsam blicke man auf die anstehende Europa- und Kommunalwahl am 9. Juni, bei der die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit haben, aufzustehen und denen ihre Stimmen zu geben, die einstehen für Menschenwürde, Freiheit, für Demokratie und Solidarität. Bischof Wiesemann und Kirchenpräsidentin Wüst forderten die Besucherinnen und Besucher auf, wortwörtlich Flagge zu zeigen: „Treten Sie entschieden allen entgegen, die die Würde von Menschen missachten und Hand anlegen an die Wurzeln unserer freiheitlichen Demokratie, unseres Rechtsstaats und unseres solidarischen Miteinanders!“ 

Oberbürgermeistern Stefanie Seiler, die ebenfalls bei der Auftaktveranstaltung der Initiative vor dem Dom dabei war, bedankte sich bei Bischof Wiesemann und Kirchenpräsidentin Wüst „für dieses klare Zeichen“, denn dieses zeige Haltung, sei ein Statement beider Kirchen.

Die Veranstaltung wurde von Pastoralreferent Dr. Markus Lamm und Dekan Dr. Arne Dembek moderiert und musikalisch von dem Saxophon Quartett Famdüsax gestaltet.

Zum Hintergrund

Die Initiative "Aufstehen für..." ist ein gemeinsames ökumenisches Projekt des Bistums Speyer und der Evangelischen Kirche der Pfalz mit Fahnen, Postkarten und einer Social Media Kampagne. Die Fahnen mit dem Slogan "Aufstehen für Menschenwürde und Demokratie" werden im gesamten Bistumsgebiet gehisst und zeigen, dass die Christinnen und Christen zusammenstehen. In einer gemeinsamen Videobotschaft fordern Bischof Wiesemann und Kirchenpräsidentin Wüst die Gläubigen auf, sich an der Europa- und Kommunalwahl zu beteiligen. Die Videobotschaft kann hier gestreamt werden.

 

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news-4071 Thu, 16 May 2024 12:03:15 +0200 Gemeinschaftsgeist und tolle Töne /aktuelles-und-presse/pressemeldungen/detail/gemeinschaftsgeist-und-tolle-toene/ Hamburg/Speyer. (lk) Rund 17.000 Bläserinnen und Bläser haben Hamburg beim Dritten Deutschen Evangelischen Posaunentag zum Klingen gebracht. Unter ihnen waren 254 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Pfalz. In Erinnerung bleiben Erlebnisse von Gemeinschaft. Hamburg/Speyer. (lk) Rund 17.000 Bläserinnen und Bläser haben Hamburg beim Dritten Deutschen Evangelischen Posaunentag zum Klingen gebracht. Unter ihnen waren 254 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Pfalz. In Erinnerung bleiben Erlebnisse von Gemeinschaft.

450 jugendliche Bläser musizieren auf dem Museumsschiff Cap San­Diego im Hamburger Hafen. Auf dem Ufer entlang der Jan-Fedder-Promenade reihen sich unzählige weitere Musizierende mit Blechblasinstrumenten, die ihrerseits zum Schiff hinüberspielen. „Bleib bei mir Herr, der Abend bricht herein“ hallt es über die Elbe, während im Hafen die Lichter angehen. Die Videos, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Pfalz vom Deutschen Evangelischen Posaunentag in Hamburg mitgebracht haben, lassen erahnen, welche Eindrücke die dreitägige Veranstaltung bei den rund 17.000 Teilnehmern aus etwa 1.600 Posaunenchören hinterlassen hat.

254 Anmeldungen waren im Vorfeld aus der Pfalz bei Landesposaunenwart Matthias Fitting eingetrudelt, der einen Reisebus gechartert hatte. Eine der Mitfahrerinnen war Salome Hölzle. Die 25-Jährige, die seit rund 14 Jahren Trompete spielt, fuhr als Mitglied des Jugendposaunenchors Pfalz in die Hansestadt.

Zuhörern Freude bereitet

„Meine Eltern spielen im Posaunenchor Kirchheim, haben die Begeisterung an mich weitergegeben“, sagt Hölzle. Für den Posaunentag hatten sich die Posaunenchöre Kirchheim und Weisenheim am Berg für ein Platzkonzert in Hamburg-Niendorf zusammengetan. So musizierte Hölzle mit der 27-jährigen Katja May aus Grünstadt auf der Bühne, die ebenfalls Trompete spielt und mit dem Weisenheimer Chorleiter Lionel May verheiratet ist. „Die Leute haben sich so gefreut, dass wir da waren, es waren so viele Zuhörer, obwohl das nicht groß angekündigt war.“

Glaube verbindet

In Erinnerung sind aber auch die Eröffnungs- und Schlussgottesdienste mit tausenden Bläserinnen und Bläsern. „Ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich das Revue passieren lasse.“ Es sei das „Miteinander, die Freundschaft und die schöne Musik, die dabei entsteht“, sagt Hölzle über das, was die Posaunenchöre für sie so attraktiv mache. Der Bezug zur Kirche trage diese „Gemeinschaft mit starker Bindung“, sagt Hölzle. „Ich würde schon sagen, der Glaube ist das, was uns verbindet.“

Landesposaunenwart und Tubist Matthias Fitting betont das Generationenübergreifende der Posaunenchöre. 85-Jährige spielten neben Achtjährigen. Hamburg wiederum „hat mir gezeigt, ich bin richtig an meinem Arbeitsort, ich kann hier Menschen berühren und bewegen“, sagt Fitting, seit drei Jahren im Amt.

Freundschaft über Jahre gewachsen

Im Vorfeld hatten das Pfälzische Blechbläserensemble und der Bläserkreis Anhalt aus der Partnerkirche ein Konzertprogramm erarbeitet, das nach der Premiere in der Pfalz nun in der Kirche St. Paulus in Hamburg-Heimfeld zu hören war: Ein Ausdruck der in mehr als 30 Jahre gewachsenen Freundschaft zwischen beiden Chören, die Fitting unbedingt weiter pflegen will.

Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst, die beim Eröffnungsgottesdienst neben Präses Anna Nicole Heinrich steht, hinter sich den Posaunenchor Trippstadt, nimmt vor allem Gemeinschaftserlebnisse mit, berichtet sie. Da sei die Bläserin aus Franken, die als einzige ihres Posaunenchors nach Hamburg gereist war und mit ihr auf dem Altonaer Balkon neben einem Berliner Posaunenchor gemeinsam musiziert habe, „während über uns Kinder durch den Baum klettern“.

„Reichtum an guter Laune“

Da sei der begnadete Instrumentenbauer, der ihr kurz vor dem Abschlussgottesdienst im Reparaturzelt das verklemmte Ventil ihrer Trompete wieder gerichtet habe, während es nieselt. „Neben mir sitzt Jungbläserin Lily aus der pfälzischen Heimat. Als sie mich vom Instrumentenbauer kommen sieht, nimmt sie ihren Fleeceärmel und wischt meinen Sitz trocken. Über diese Geste bin ich jetzt noch gerührt“, berichtet Wüst. Sie habe „in allem, wo wir als Kirche weniger und ärmer werden, ein Wochenende lang erlebt, wie es sein kann. Ein Reichtum an guter Laune, Freude an der Musik, Gemeinschaftsgeist und tollen Tönen.“ Der Posaunentag habe ihren Chor in punkto Gemeinschaft vorangebracht, sagt Bärbel Schneider, Chorleiterin des Posaunenchors Ruchheim.

Wo der nächste Posaunentag stattfindet, könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden, sagt Fitting. Dies habe vor allem mit dem enormen Organisationsaufwand und den Kosten zu tun. Sein Kollege Daniel Rau aus der Nordkirche sei als Landesposaunenwart dafür ein komplettes Jahr freigestellt worden, entwickelt wurde unter anderem das Format „Hamburg klingt“ zu Themen wie Klima, Bildung, Flucht und Spiritualität.

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news-4070 Thu, 16 May 2024 08:00:00 +0200 Von Theater bis Taizé-Lied /aktuelles-und-presse/pressemeldungen/detail/von-theater-bis-taize-lied/ Zu Pfingsten veranstalten evangelische und katholische Kirchen in Kaiserslautern sowie im Saarland jeweils eine „Nacht der Kirchen“. Von 18 Uhr bis Mitternacht sind Konzerte, Andachten und mehr zu erleben. Zu Pfingsten veranstalten evangelische und katholische Kirchen in Kaiserslautern sowie im Saarland jeweils eine „Nacht der Kirchen“. Von 18 Uhr bis Mitternacht sind Konzerte, Andachten und mehr zu erleben.

Kaiserslautern/Homburg. (lk) Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Kaiserslautern lädt für Pfingstsonntag, 19. Mai, zur „Nacht der Kirchen“ mit Musik und spirituellen Angeboten ein. Viele Gebäude sind besonders illuminiert. Die Nacht beginnt um 18 Uhr mit einer gemeinsamen Andacht in der Stiftskirche. Im Innenhof wird das Pfingstfeuer entzündet. Mit Kerzen wird das Pfingstfeuer symbolisch in die beteiligten Gemeinden getragen. „Es soll ein niederschwelliges Angebot sein. Besucher können einfach
mal kurz vorbeischauen und werden nicht gleich gegriffen“, sagt Andreas Werle, Ansprechpartner der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Kaiserslautern, die die Nacht der Kirchen organisiert. 

Lobpreisgottesdienst und offenes Singen

Um 19.30 Uhr lädt in St. Bartholomäus in Morlautern das Blockflötenorchester „Pian’e Forte“ und das Ensemble „Heavenly Wood“ zu einer musikalischen Andacht ein. Sabine Heinlein (Gesang), Sabine Holzapfel (Klavier) und Eckhart Fest (Cello) konzertieren ab 19 Uhr in der Lutherkirche, ab 20 Uhr ist dort der Film „Love Story“ zu sehen. Ein Lobpreisgottesdienst findet ab 19.30 Uhr in der Evangelisch-methodistischen Kirchengemeinde in der Stiftswaldstraße 56 statt. Die Campusgemeinde Kaiserslautern bietet ab 19.30 Uhr offenes Singen an, in der Christuskirche ist ab 19.30 Uhr Improvisationstheater zu erleben. Pfarrer Jörg Gotsche und der „Rheinland-Pfalz International Choir“ sind um 19.30 Uhr in der Gustav-Adolf-Kirche Erzhütten zu hören.

Eine Taizé-Andacht hält Pfarrer Tilman Grabinski ab 20 Uhr in der Kirche St. Theresia. In der Friedenskirche gastiert ab 21 Uhr der Intermusikverein, unter anderem mit der Uraufführung der Sprechmotette „Turmbau zu Babel und Pfingstwunder“. Ab 22 Uhr spielt die Band „Die dicken Fische“ Pop, Rock und Gospel in der Baptistengemeinde, Adolph-Kolping-Platz 14. Portugiesische Klänge sind ab 21.45 Uhr in der Kirche St. Konrad zu hören.

Kirchen in der Saarpfalz laden ein

Mehr als 40 Kirchengemeinden beteiligen sich auf Initiative des Bistums Trier und des Evangelischen Kirchenkreisverbands an der Saar an der ökumenischen Nacht der Kirchen im Saarland am Sonntag, 19. Mai. Sie findet auch in Kirchen der Evangelischen Kirche der Pfalz und des Bistums Speyer statt. Ab 18.30 Uhr musizieren in der Christuskirche St. Ingbert „Hugo’s Corner“, in der katholischen Kirche Bexbach spielt nach dem Gottesdienst um 19 Uhr „Da Capo“. Die protestantische Stadtkirche Homburg öffnet ab 18 Uhr mit Musik, Beleuchtung und Imbiss.

Mehr zum Programm unter www.kirchennacht-kl.de und https://nacht-der-kirchen-saar.de

 

 

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news-4069 Tue, 14 May 2024 12:30:00 +0200 Gemeindearbeit ist das A und O /aktuelles-und-presse/pressemeldungen/detail/gemeindearbeit-ist-das-a-und-o/ Mitglieder der United Reformed Church in England haben die Evangelische Kirche der Pfalz besucht. Bei den theologischen Konsultationen der Partnerkirchen standen vor allem neue Formen von Kirche im Mittelpunkt – und wie sie umgesetzt werden können. Mitglieder der United Reformed Church in England haben die Evangelische Kirche der Pfalz besucht. Bei den theologischen Konsultationen der Partnerkirchen standen vor allem neue Formen von Kirche im Mittelpunkt – und wie sie umgesetzt werden können.

Speyer/London (lk). Pfarrer Martin Henninger hatte 2023 an der Generalversammlung der United Reformed Church teilgenommen und dort mit Philip Brooks, bei der URC verantwortlich für die Partnerschaft mit der Evangelischen Kirche der Pfalz, das Thema angeregt. Anschließend hatten Oberkirchenrat Markus Jäckle, Anja Behrens und Martin Henninger die theologische Konsultation vorbereitet.

Neben verschiedenen Vorträgen zu neuen Formen von Kirche im Landeskirchenrat und Diskussionen konnten die Gäste das jüdische Speyer kennenlernen. Außerdem besuchten sie das Hambacher Schloss als Erinnerungsort der Demokratie. Von Samstagabend bis Montagfrüh waren die Gäste in verschiedenen Gemeinden untergebracht.

Gleiche Herausforderungen

„Ich denke, beide Kirchen stehen ungefähr vor der gleichen Herausforderung – einer säkulareren Gesellschaft –, gehen aber unterschiedlich damit um“, sagt Henninger. In der United Reformed Church als Freikirche seien Kirchenmitglieder gleichzeitig auch immer Mitarbeiter. Die URC tue sich leichter, angemessen über den Glauben zu reden. „Das ist meine Wahrnehmung.“ Er habe in englischen Fresh-X-Projekten, neuen Formen von Kirche, erlebt, dass Gespräche über den Glauben ganz selbstverständlich dazugehören. In Deutschland habe er schon von Projekten gehört, bei denen Spiritualität gar nicht mitgedacht werde. Natürlich sei es eine große Kunst, „über den Glauben zu reden, ohne ihn aufzudrücken“.

Mit „distanzierter Kirchlichkeit“ umgehen lernen

Samuel Lacher, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Praktische Theologie der Universität Tübingen, habe in seinem Vortrag bei der Konsultation Ergebnisse der Freiburger Studie und der jüngsten Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung aufgearbeitet. Auch wenn das Nachlassen der Kirchenbindung nicht zu leugnen sei, gebe es nach wie vor ein hohes und konstantes Maß an Verbundenheit mit der Kirche, habe Lacher analysiert. Die Kirche müsse nun Wege finden, mit dieser „distanzierten Kirchlichkeit“ umzugehen, und Lösungen entwickeln, diese Menschen trotzdem zu erreichen.

Angebot für Menschen auf Zeit

Er kenne wiederum Untersuchungen aus Australien, den USA und England, die zeigten, dass trotz der viel beschworenen Säkularisierung den Menschen immer noch Spiritualität innewohne, die im engeren Sinne definiert werden könne mit einer Sinnsuche für das eigene Leben, sagt Henninger. Wenn es christlichen Gemeinden gelinge, hierfür entsprechende Angebote zu machen, Antworten auf solche Fragen zu finden, sei die Attraktivität nach wie vor da. Nur die Form müsse sich ändern, sagt Henninger und verweist auf ein Marktmodell. „Als VW gemerkt hat, der Käfer geht nicht mehr, haben sie den Golf gebaut.“ Allerdings gebe es nicht die eine Antwort, die für alle gilt, schränkt er diesen Vergleich sofort ein.

Dass Kirche insgesamt aber immer vielfältiger werde und sich weg von der Institution bewege zu einem „Angebot für Menschen auf Zeit“, könnte vielleicht eine Lösung für die kommenden Jahre sein.

Pfarrerausbildung anpassen

Nicola Furley-Smith aus der Kirchenleitung der URC habe die Rolle der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als „Menschen auf der Grenze“ zwischen Gemeinde und gemeindlichem Kontext aufgezeigt. „Die Pfarrerausbildung muss dieses Innen und Außen der Gemeinde mehr in den Blick nehmen“, sagt Henninger. Pfarrer müssten sich nicht nur in die Kerngemeinde hinein, sondern auch darüber hinaus orientieren.

Festgestellt hätten die Teilnehmer, dass das Thema Sparen mit Blick auf kirchliche Angebote in der Evangelischen Kirche der Pfalz einen viel größeren Raum einnehme als in der englischen Partnerkirche. „Die URC lebt immer schon damit, hat gar nicht den Anspruch, alles abdecken zu müssen“, sagt Henninger über die Kirche mit ihren rund 50 000 Mitgliedern. Und auch sie müsse Jahr für Jahr Gebäude aufgeben oder Gemeinden schließen. In der Landeskirche sei weniger „Mut zur Lücke“ zu finden.

Flexibler werden

Als Auftrag aus dem Treffen nehme die pfälzische Delegation mit, dass aus- und fortgebildet werden müsste, um sprachfähig zu werden im Glauben und darauf eingehen zu können, was die Menschen beschäftigt; wo sie selbst etwas gestalten möchten. Auch hier sei die URC flexibler, sagt Henninger. Die Partnerkirche aus England akzeptiere es leichter, wenn sich jemand nur für kurze Zeit verpflichtet. „Es muss nichts direkt in Stein gemeißelt sein.“

Ganz großen Wert lege die URC darauf, Gemeinde zu stärken, ist eine weitere Erkenntnis des Treffens. Dies sieht Henninger als entscheidend an. „Wenn eine Kirche wachsen will, geht das nur über die Gemeinde.“ Im Gespräch mit Haupt- und Ehrenamtlichen höre er immer wieder, dass sie gerne mehr Zeit in Gemeindearbeit stecken würden statt in Gebäude. An dieser Stelle sei eine Entlastung und Hilfe durch die Landeskirche nötig.

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news-4068 Tue, 07 May 2024 14:30:00 +0200 Mehr vom Weniger /aktuelles-und-presse/pressemeldungen/detail/mehr-vom-weniger/ Bistum Speyer und Evangelische Kirche der Pfalz unterzeichnen gemeinsam Positionspapier zur Nachhaltigkeit. Bistum Speyer und Evangelische Kirche der Pfalz unterzeichnen gemeinsam Positionspapier zur Nachhaltigkeit.

Speyer. „Es ist wichtig, dass wir als Kirche unseren Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten und diese leben, fördern und umsetzen“, sagte Oberkirchenrat Markus Jäckle von der Evangelischen Kirche der Pfalz bei einem gemeinsamen Termin mit Generalvikar Markus Magin vom Bistum Speyer. Unter der Überschrift „Es reicht. Mehr Mut zur Suffizienz!“ führt das „Ökumenische Netzwerk Klimagerechtigkeit“ (ÖNK) eine Kampagne zum Thema Suffizienz als zentrales Nachhaltigkeitsprinzip durch. Suffizienz zielt darauf ab, den Verbrauch an Gütern und Dienstleistungen mit besonders schädlichen Umweltauswirkungen insgesamt zu reduzieren – und geht damit über reine Effizienzmaßnahmen hinaus. Ein Teil der Kampagne ist ein Positionspapier, das jetzt von Generalvikar Magin und Oberkirchenrat Jäckle gemeinsam unterschrieben wurde.

„Die Gesellschaft, und dazu gehören wir als Kirche, kann nicht auf dem Stand bleiben, auf dem sie jetzt ist“, betonte Generalvikar Magin. „Schon heute sind Menschen in anderen Regionen der Erde von unserem Lebensstil stark betroffen, was auch auf uns zurückfallen wird. Ein ‚weiter so‘ ist mittel- und langfristig nicht mehr möglich!“ Oberkirchenrat Jäckle ergänzte: „In der Kirche reden wir immer von der Bewahrung der Schöpfung, wir sollten davon aber nicht nur predigen, sondern sie auch leben.“

Zusätzlich zu dem Positionspapier, das das ÖNK in die politische Debatte einbringt, führen kirchliche Vertreter Gespräche mit Abgeordneten der Parlamente. Mit der Aktion regt das ÖNK die gesellschaftliche Debatte über Suffizienz an und möchte dazu beitragen, Widerstände und Ablehnung gegen Suffizienz als politische Strategie abzubauen.

Mit dem Begriff „Suffizienz“ knüpfen Kirchen an den Grundsatz der christlichen Ethik an, nach der ein Leben in materieller Genügsamkeit bei innerem Reichtum erfüllend sei. Bezogen auf die heutige Wirklichkeit kann dieser Grundsatz zu globaler Gerechtigkeit und einem angemessenen Wohlstand in ökologischen Grenzen beitragen. Daher unterstützen das Bistum Speyer und die Evangelische Kirche der Pfalz das Positionspapier des ÖNK „Mehr vom Weniger! Die deutsche Nachhaltigkeitspolitik braucht eine Suffizienzstrategie“, welches sich an die Bundespolitik richtet.

Hintergrund

Das Ökumenische Netzwerk Klimagerechtigkeit (ÖNK) ist ein Bündnis kirchlicher Institutionen aus den Bereichen Umwelt und Entwicklung, welches das kirchliche Engagement für Klimagerechtigkeit in Kirche, Politik und Gesellschaft stärken will. Eine zentrale Frage ist, wie kirchliche Organisationen für eine Welt, in der alle gut leben, einstehen und Perspektiven für eine solidarische Zukunft entwickeln können. Das Bistum Speyer und die Arbeitsstelle Frieden und Umwelt der Evangelischen Kirche der Pfalz sind Mitglied im Netzwerk.

Suffizienz im politischen Kontext ist die bewusste und beabsichtigte Verringerung des Bedarfes an Energie, vor allem fossiler Herkunft, an endlichen Rohstoffen und an Fläche. Suffizienzpolitik richtet sich auf die Begrenzung dieses Bedarfes in Produktion und Konsum durch fördernde und verpflichtende Maßnahmen der öffentlichen Hand. Bisher versucht die Politik, durch Effizienzmaßnahmen ökologische Ziele zu erreichen. Die Ziele für Klimaschutz und Artenvielfalt werden allein damit jedoch nicht erreicht, da ein höherer Konsum diese Entlastungen wieder zunichtemacht.

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news-4065 Sat, 04 May 2024 08:00:00 +0200 Viermal Kirche per Fahrrad /aktuelles-und-presse/pressemeldungen/detail/viermal-kirche-per-fahrrad-4065/ Zu Christi Himmelfahrt am Donnerstag, 9. Mai, verlegen Kirchengemeinden in der Pfalz und Saarpfalz traditionell Gottesdienste in die Natur. Neben Burg- und Waldgottesdiensten wird auch geradelt. Zu Christi Himmelfahrt am Donnerstag, 9. Mai, verlegen Kirchengemeinden in der Pfalz und Saarpfalz traditionell Gottesdienste in die Natur. Neben Burg- und Waldgottesdiensten wird auch geradelt.

Speyer (lk). Pfarrerin Elke Wedler-Krüger radelt wie in den Jahren zuvor durch ihre Kirchengemeinde "Im Gäu". Start ist um 10 Uhr an der protestantischen Kirche in Duttweiler. Station gemacht wird an den Kirchen Altdorf (10.30 Uhr), Freimersheim (11 Uhr) und Kleinfischlingen (12 Uhr). Anschließend findet dort im Kirchgarten ein Mitbring-Picknick statt. Zum Thema "Himmelstüren" der Vier-Kirchen-Wanderung gibt es "Gedanken, verrückte Texte, himmlische Gebete und Lieder", so Wedler-Krüger. "Knocking on Heavens Door" dürfe selbstverständlich nicht fehlen. Die Abstände zwischen den einzelnen Stationen sind so gelegt, dass Menschen die Kirchen auch mit dem Auto anfahren können.

Pfarrerin Sabine Schwenk feiert den Gottesdienst um 11 Uhr auf dem Vatertagsfest der Feuerwehr in Frohnhofen mit anschließendem Frühschoppen und Grumbeerwaffeln.

In Hauenstein findet ein ökumenischer Gottesdienst mit Pfarrer Julian Kiefhaber um 10 Uhr auf dem Grillplatz statt. Thomas Lang lädt für 10.15 Uhr in die Konzertmuschel im Stadtpark Annweiler ein.

Pfarrer Sven Lotter und ein Pfarrteam gestaltet mit dem Posaunenchor Neunkirchen am Potzberg ab 14 Uhr einen Waldgottesdienst unterhalb des Potzbergturms mit anschließendem Essen und Trinken. Pfarrer Bernd Rapp hält um 10 Uhr einen Gottesdienst auf der Rietburg oberhalb von Rhodt. Ein Himmelfahrtsgottesdienst findet um 10.30 Uhr außerdem auf der Wegelnburg statt.

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news-4064 Fri, 03 May 2024 10:00:00 +0200 Mit den Augen der anderen /aktuelles-und-presse/pressemeldungen/detail/mit-den-augen-der-anderen-4064/ Vor 75 Jahren gründete eine Kibbuzbewegung die Bildungsstätte Givat Haviva. Sie bemüht sich seit 1963 um den Dialog zwischen Israelis und Arabern, das zeigt eine Ausstellung in der Stiftskirche Neustadt. Die Situation in Nahost fordert die Institution heraus. Vor 75 Jahren gründete eine Kibbuzbewegung die Bildungsstätte Givat Haviva. Sie bemüht sich seit 1963 um den Dialog zwischen Israelis und Arabern, das zeigt eine Ausstellung in der Stiftskirche Neustadt. Die Situation in Nahost fordert die Institution heraus.

Neustadt (lk). Der Konflikt zwischen Israel und Palästina ist ein Thema, das polarisiert. Das wird bei der Besichtigung der Ausstellung in der Stiftskirche Neustadt über die Initiative Givat Haviva deutlich, die sich für die Versöhnung zwischen Juden und Arabern starkmacht: "Wer ist an dem Thema schuld?", äußert sich erregt ein Besucher über die zerfahrene Situation.

Die Schuldfrage stellt die Ausstellung nicht. Sie lädt ein zum Perspektivwechsel, stellt gegenseitiges Verstehen in den Mittelpunkt. 1949 hatte eine Kibbuzbewegung die nach der jüdischen Widerstandskämpferin Haviva Reik benannte Bildungseinrichtung Givat Haviva gegründet. 1963 entstand das jüdisch-arabische Zentrum für den Frieden mit einem Bildungscampus, zu dem inzwischen auch eine internationale Schule gehört. Finanziert wird dies mithilfe des israelischen Bildungsministeriums, Zuschüssen deutscher Bundesländer und internationaler Freundeskreise, häufig aus jüdischen Communities heraus.

Miteinander statt nebeneinander

Im Mittelpunkt stehe das Konzept der "shared society", sagt Ruth Ratter. Die ehemalige Landtagsabgeordnete der Grünen ist seit sieben Jahren Vorsitzende des deutschen Freundeskreises, der sich starkmacht für die Friedensinitiative. Gemeindepartnerschaften beispielsweise führen jüdisch-israelische und palästinensisch-israelische Kommunen in unmittelbarer Nachbarschaft zusammen mit gemeinsamen Projekten, zum Beispiel einem Fußballplatz, sagt Ruth Ratter. Außerdem gibt es Hebräisch-Sprachkurse für Araber, um ihnen auf dem Arbeitsmarkt zu helfen.

Vorurteile widerlegen

In der Initiative "Kinder lehren Kinder" führen jüdische und palästinensische Klassen einen Dialog. Dies ist auch Thema des Projekts "Through Others’ Eyes", dessen Ergebnisse in der Stiftskirche zu sehen sind. Jüdische und arabische Jugendliche lernen sich bei dem Fotoprojekt kennen, besuchen sich gegenseitig in den Familien und bekommen Vorurteile widerlegt, etwa wenn die Jüdin im Ramadan entgegen aller Erwartung doch mit ihrem Essen bis zum Fastenbrechen wartet.

Eigentlich habe sie die 2013 entstandene Wanderausstellung überarbeiten wollen, sagt Ratter. Dann kam der 7. Oktober – "und das Thema war so aktuell wie nie." In Givat Haviva kamen verletzte und traumatisierte Menschen unter. Arabische Therapeuten kümmerten sich um jüdische Patienten.

Mehr Gewalt gegen Araber

Gleichzeitig steht die Versöhnungsarbeit vor Herausforderungen, berichtet Ratter. Laut einer aktuellen Studie steige vor allem die Gewalt gegen Araber in Israel massiv an, die achtmal mehr gefährdet seien als Juden. Die Polizei könne viele Täter nicht stellen, habe die jüdische Generaldirektorin Michal Sella bei einer Videoschalte jüngst erklärt. Programmdirektor Mohammad Darawshe, israelischer Araber, sagte, das Misstrauen der jüdischen gegenüber der arabischen Bevölkerung habe sich nahezu verdoppelt.

Hoffen auf Besserung

Gerade deshalb investiert Givat Haviva in vertrauensbildende Maßnahmen. Dialogzentren in fünf Städten sind geöffnet, der Unterricht jüdischer Lehrer in arabischen Schulen läuft weiter. Schwer werde es allerdings, für die internationale Schule Schüler aus dem Ausland zu gewinnen, sagt Ratter. Das habe auch Auswirkungen auf die Finanzierung. "Wir hoffen, dass sich die Situation bis zum Sommer verbessert", sagt sie – und betont, dass es dem Freundeskreis nicht nur um das Sammeln von Geldern gehe: "Wie die Menschen unter verschärften Bedingungen Konflikte lösen, davon können wir lernen in Deutschland."

Infoblock:

Die Ausstellung ist bis 12. Juni zu sehen, die Öffnungszeiten sind Montag bis Samstag, 11 bis 15 Uhr. Führungen finden dienstags am 7., 14., 21. und 28. Mai sowie am 4. und 11. Juni um 16 Uhr statt oder nach Absprache unter rratter@givat-haviva.net. In der Reihe "Gespräche am Abend" informiert Ruth Ratter am Dienstag, 7. Mai, 19.30 Uhr, in der Stiftskirche über die Entwicklung in Israel. Spenden an Givat Haviva Deutschland sind möglich unter IBAN DE39 5519 0000 0353 4510 16. Informationen gibt es unter www.givat-haviva.net.

 

 

 

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news-4063 Thu, 02 May 2024 12:00:00 +0200 Mitgliederzahl und Kirchensteueraufkommen niedriger als im Vorjahr /aktuelles-und-presse/pressemeldungen/detail/mitgliederzahl-und-kirchensteueraufkommen-niedriger-als-im-vorjahr-4063/ Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat heute ihre Mitgliedschaftsstatistik für das Jahr 2023 veröffentlicht. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat heute ihre Mitgliedschaftsstatistik für das Jahr 2023 veröffentlicht.

Speyer/Hannover(lk). Die evangelische Kirche hat im Jahr 2023 sowohl bei der Mitgliederzahl als auch beim Kirchensteueraufkommen einen Rückgang zu verzeichnen. Nach den aktuellen Berechnungen auf Basis der aus den Landeskirchen gemeldeten vorläufigen Zahlen gehörten zum Stichtag 31.12.2023 insgesamt 18.560.000 Menschen einer der 20 Landeskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an. Das sind rund 3,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Getauft wurden 2023 rund 140.000 Menschen. Zusätzlich gab es rund 20.000 Aufnahmen in die evangelische Kirche. Demgegenüber standen gleichbleibend zum Vorjahr rund 380.000 Kirchenaustritte sowie 340.000 Sterbefälle.

Auch die Evangelische Kirche der Pfalz hat im Jahr 2023 weiter Mitglieder verloren. Zum Stichtag am 31. Dezember 2023 lag die Gesamtzahl der Kirchenmitglieder bei 443.607 im Vergleich zu 456.498 im Vorjahr.  Das entspricht einem Rückgang von 12.891 Mitgliedern oder 2,8 Prozent. Die weiteren zum aktuellen Zeitpunkt veröffentlichten Daten zu Amtshandlungen, Austritten und Verstorbenen sind aufgrund des organisatorischen Erhebungsablaufs noch vorläufig und spiegeln den Stand der Meldungen bis Ende April wieder. Erst mit der Veröffentlichung der endgültigen amtlichen Daten – voraussichtlich Anfang nächsten Jahres – können diese Daten verifiziert werden.

Die Zahl der Austritte aus der Landeskirche lag bei 7.787 und sank damit – voraussichtlich – im Vergleich zum Vorjahr (9.123 Austritte).  Im selben Zeitraum gab es landeskirchenweit 3.602 evangelische Taufen und 416 Eintritte, gegenüber 4.010 Taufen und 528 Eintritten im Jahr 2022. Die Zahl der Bestattungen lag bei 6.528.

Einbußen verzeichnete die evangelische Kirche 2023 auch beim Kirchensteueraufkommen. Laut jüngster Kirchensteuerstatistik lag das Netto-Gesamtaufkommen an Kirchensteuern in 2023 mit ca. 5,9 Milliarden Euro rund 5,3 Prozent unter dem Vorjahresaufkommen. Im Vorjahreszeitraum gab es noch einen Anstieg von 4,1 Prozent.

Das Kirchensteueraufkommen sank 2023 auch in der Evangelischen Kirche der Pfalz. Das Gesamtaufkommen an Kirchensteuern in 2023 lag mit 129,4 Mio. Euro rund 7,23 Prozent unter dem Vorjahresaufkommen. Im Vorjahreszeitraum gab es einen Anstieg von 7,4 Prozent gegenüber dem Jahr 2021, das allerdings noch von der Corona-Pandemie geprägt war.

Nach der im vergangenen Jahr veröffentlichten Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung (KMU6) bleiben die gesellschaftlichen Erwartungen an die Kirche, insbesondere hinsichtlich ihres Einsatzes für Arme, Kranke und Bedürftige sowie für Solidarität und Gerechtigkeit in der Welt hoch.  Die höchste Zustimmung zum gesellschaftlichen Wert eines kirchlichen Angebots erhält unter den evangelischen Kirchenmitgliedern, dass die Kirche Beratungsstellen für Menschen mit Lebensproblemen betreibt (95 Prozent). Auch unter Konfessionslosen ist hier die Zustimmung hoch (78 Prozent).

Hinweise:

Statistische Informationen zur evangelischen Kirche sind abrufbar unter: www.ekd.de/statistik

Eine Übersicht über die Zukunftsprozesse der EKD finden Sie unter: www.kirche-ist-zukunft.de

Informationen zu Erwartungen und Engagement in der evangelischen Kirche aus der jüngsten Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung KMU6 finden Sie unter: Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung 2023 - KMU 6 (ekd.de)

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news-4062 Thu, 02 May 2024 11:00:00 +0200 Feuerwehrauto für den Kindergottesdienst ausgezeichnet /aktuelles-und-presse/pressemeldungen/detail/feuerwehrauto-fuer-den-kindergottesdienst-ausgezeichnet-4062/ Pfarrer Stefan Mendling hat ein Feuerwehrfahrzeug zu einem "Kirche-mit-Kindern-Mobil" umgebaut. Regelmäßig gestaltet er damit Kinder- und Familiengottesdienste. Der Verein Andere Zeiten e. V. hat ihn dafür jetzt mit dem Andere Zeiten-Preis für innovative Ideen und Projekte ausgezeichnet. Pfarrer Stefan Mendling hat ein Feuerwehrfahrzeug zu einem "Kirche-mit-Kindern-Mobil" umgebaut. Regelmäßig gestaltet er damit Kinder- und Familiengottesdienste. Der Verein Andere Zeiten e. V. hat ihn dafür jetzt mit dem Andere Zeiten-Preis für innovative Ideen und Projekte ausgezeichnet.

Speyer (lk). Für seine Idee des "Kirche-für-Kinder-Mobils", ein für den Kindergottesdienst umgebautes Feuerwehrauto, hat Pfarrer Stefan Mendling den Andere Zeiten-Preis für innovative Ideen und Projekte des Vereins Andere Zeiten erhalten. Er belegt zusammen mit dem Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten den mit 5000 Euro dotieren ersten Platz. Gesucht waren in diesem Jahr Projekte, die Kinder für Religion, Glauben und Gott begeistern.

Mannschaftsraum wird zum Studio

Stefan Mendling hatte vor rund einem halben Jahr im thüringischen Bischhagen ein ausgedientes Feuerwehrauto gekauft, den 38 Jahre alten Mercedes-Sechstonner in die Pfalz überführt und ihn in einer Werkstatt wieder herrichten lassen. Anschließend bestückte er das Fahrzeug mit Materialien für Kinder- und Familiengottesdienste, darunter ein Erzählzelt, Godly Play Material, Tische, Bänke, sowie Draußen- und Drinnen-Spiele. Der Mannschaftsraum lässt sich in ein Aufnahmestudio für Hörspiele verwandeln. Seit Januar ist das Fahrzeug offiziell im Besitz der Evangelischen Kirche der Pfalz.

Mit Blaulicht und Martinshorn endet jede Andacht mit dem "Kirche mit Kindern-Mobil". Das ausgemusterte Feuerwehr-Gerätefahrzeug ist Blickfang und Einladung zugleich, wenn es auf Campingplätzen oder Gemeindefesten steht. Jurorin Friederike Sittler: "Immer ist alles an Bord – für Gottesdienst und Podcast-Produktion, für Spiel und gemeinsame Entdeckungen. Die Kosten sind maßvoll, die Einsatzmöglichkeiten auch über die eigene Gemeinde hinaus schier unbegrenzt. Kirche mit Kindern – so geht’s."

Mendling kommt auf Nachfrage als Pfarrer für Gottesdienste mit Kindern und Familien mit dem Feuerwehrauto in Kirchengemeinden. "Ich bin für dieses Jahr gut ausgebucht", sagt der Pfarrer. So ist er etwa beim Kindertag in Landau und beim Pfälzer Kirchentag in Otterbach im Einsatz. Das Feuerwehrauto, dessen Sirene und Blaulicht bedient werden darf, ziehe sowohl Kinder als auch Erwachsene magisch an, sagt Mendling. Während erstere unbedingt drinsitzen wollten, kämen zweitere zum Fachsimpeln und Fotografieren ihres Nachwuchses.

Der ökumenische gemeinnützige Verein Andere Zeiten will "Menschen bei der Suche nach Gott und auf dem Weg ihres Glaubens unterstützen". Die den christlichen Kirchen nahe stehende Initiative wurde 1997 gegründet. Der Andere Zeiten-Preis wird Ende Juni zusammen mit dem Andere Zeiten-Journalist:innenpreis in Hamburg verliehen. Der gemeinnützige Verein Andere Zeiten wurde durch seine Aktion Der Andere Advent im deutschsprachigen Raum bekannt. Der Förderpreis wird seit 2008 verliehen und jährlich zu einem anderen Rahmenthema ausgeschrieben.

Mehr: www.kigo-pfalz.de

 

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news-4061 Fri, 26 Apr 2024 08:00:00 +0200 Gesungener Glaube /aktuelles-und-presse/pressemeldungen/detail/gesungener-glaube-4061/ 1524 erschien in Wittenberg das erste evangelische Chorgesangbuch. Zum 500. Jubiläum des Evangelischen Gesangbuches finden am Sonntag, 28. April, ein festlicher Chorgottesdienst in Bad Kreuznach und zwei Vorträge in der Evangelischen Bildungsstätte Ebernburg in Bad Münster am Stein-Ebernburg statt. 1524 erschien in Wittenberg das erste evangelische Chorgesangbuch. Zum 500. Jubiläum des Evangelischen Gesangbuches finden am Sonntag, 28. April, ein festlicher Chorgottesdienst in Bad Kreuznach und zwei Vorträge in der Evangelischen Bildungsstätte Ebernburg in Bad Münster am Stein-Ebernburg statt.

Bad Kreuznach/Speyer (lk). Zu einem Chorgottesdienst und zwei Vorträgen laden die Ebernburg-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Matthäusgemeinde und der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Kreuznach ein. Anlass ist das 500. Jubiläum des Evangelischen Gesangbuchs. Der Choral- und Chorgesang seien zu einem wesentlichen und unverzichtbaren Element protestantischen Glaubens und Gottesdienstes geworden, teilen die Veranstalter mit.

Die musikalische Leitung des Chorgottesdiensts hat Kantorin Carla Braun, der Kieler Kirchenhistoriker Johannes Schilling übernimmt die Predigt. Ab 13.30 Uhr referiert der Musikwissenschaftler Jürgen Heidrich aus Münster auf der Ebernburg unter dem Titel "Wie alles begann: das Waltersche Gesangbüchlein von 1524". Ab 15 Uhr spricht Schilling über "Gesungener Glaube. 500 Jahre evangelische Gesangbücher".

50 beliebteste Kirchenlieder

Das Gesangbuchjubiläum wird auch bei den Kirchenmusik Festtagen Pfalz der Landeskirche in den Blick genommen. Zu deren Eröffnung sind Kirchengemeinden in der Pfalz am 8. und 9. Juni aufgerufen, die 50 beliebtesten Lieder des Gesangbuches aufzuführen. Bei einer "Kirchenmusikalischen Feier" am 30. Juni in der Frankenthaler Zwölf-Apostel-Kirche stehen ab 16 Uhr die "Top fünf" des neuen Gesangbuches im Mittelpunkt.

"DNA der evangelischen Kirche"

Das Singen in der Volkssprache liege "in der DNA der evangelischen Kirche", sagte Landeskirchenmusikdirektor Jochen Steuerwald. Die Sammlung von Kirchenliedern sei ein besonderer Schatz, der für die kirchliche Identität wichtig sei. Steuerwald gehört der vom Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) berufenen Gesangbuchkommission an. Bis zum Ende des Jahrzehnts soll es laut EKD ein neues Evangelisches Gesangbuch für den deutschsprachigen Raum sowie eine Datenbank mit bis zu 2000 Kirchenliedern geben.

Auf Initiative des Reformators Martin Luther wurden vor 500 Jahren neue evangelische Lieder gedichtet und gesammelt. Mit dem Singen wurde das Evangelium unter die Menschen gebracht. Das Gesangbuch entwickelte sich für viele Christen zum Grundbuch ihres Glaubens.

Hinweis: Es besteht ein Shuttleservice von der Martinskirche zur Ebernburg.

Mehr: www.ebernburg-stiftung.de

Autor: Florian Riesterer mit Material von epd

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news-4060 Tue, 23 Apr 2024 09:00:00 +0200 Zum Tag des deutschen Bieres /aktuelles-und-presse/pressemeldungen/detail/zum-tag-des-deutschen-bieres-4060/ Trotz rückläufigem Trend: Bier ist nach wie vor eines der Lieblingsgetränke der Deutschen. Beim Pro-Kopf-Verbrauch lag Deutschland im Jahr 2021 weltweit auf Rang vier. Nur in Tschechien, Österreich und Polen wurde pro Kopf mehr getrunken. Auch Martin Luther war einem kühlen Hellen nicht abgeneigt. Trotz rückläufigem Trend: Bier ist nach wie vor eines der Lieblingsgetränke der Deutschen. Beim Pro-Kopf-Verbrauch lag Deutschland im Jahr 2021 weltweit auf Rang vier. Nur in Tschechien, Österreich und Polen wurde pro Kopf mehr getrunken.

Auch Martin Luther war einem kühlen Hellen nicht abgeneigt. Obgleich er zur Mäßigung mahnte: "Ich zech auch. Es soll mir aber nicht jedermann nachtun, denn es arbeitet auch nicht jeder so hart wie ich."

Im Hause Luther sind so einige Liter des Gerstensafts getrunken worden. Freilich nicht von Luther allein, sondern auch von den zahlreichen Gästen, mit denen der Reformator über Gott und die Welt geredet hat – bei gutem Essen und ebensolchen Getränken. Im 16. Jahrhundert waren Wein und Bier die üblichen und beliebtesten Getränke.

Dünnbier bereits für Kinder

Letztgenanntes galt damals allerdings noch nicht als Genussmittel wie heute, sondern als Grundnahrungsmittel. Auch Kinder ab acht Jahren haben zur Zeit Luthers schon Bier zum Essen getrunken, genauer gesagt: Dünnbier, was einen deutlich geringeren Alkoholgehalt hatte.
Was auf den ersten Blick erstaunen mag, wird verständlicher, wenn man sich klarmacht, dass zur Zeit Luthers als alkoholfreie Getränke nur Wasser oder Milch zur Verfügung standen. Während Wasser stark mit Keimen belastet war und deshalb nach Möglichkeit nicht getrunken wurde, war Milch für die Herstellung von Käse und für Kranke vorgesehen, damit die möglichst schnell wieder zu Kräften gelangen konnten.

Katharina von Bora als Braumeisterin

Dafür, dass im Hause Luther stets genügend Bier zur Verfügung stand, war Luthers Frau, Katharina von Bora verantwortlich. Sie hat das benötigte Bier entweder selbst gebraut oder die angestellten Hausmädchen haben dies unter ihrer Aufsicht und Anleitung getan.

Was die dabei hergestellte Menge angeht, lassen sich nur vage Schätzungen anstellen. Die etwa 106 Scheffel Gerstenmalz, die Luther pro Jahr vom Kurfürsten bekommen hat, reichten für zwei Gebräue - umgerechnet mindestens 4500 Liter. Die Gesamtmenge des gebrauten Bieres wird aber deutlich größer gewesen sein, da Katharina von Bora das Malz mehrfach abziehen gelassen hat. Der erste Aufguss hat dabei Vollbier, die weiteren Dünnbier ergeben, wovon Luther und seine Tischgenossen täglich etwa 60-80 Liter verbraucht haben. Kein Wunder also, dass zahlreiche Zitate Luthers im Zusammenhang mit dem Gerstensaft überliefert sind. Hier nur eine kleine (jeweils aus dem Zusammenhang gerissene) Auswahl:

"Wie kommt es, dass der erste Schluck aus der Kanne am besten schmeckt?"

"Ich zech auch. Es soll mir aber nicht jedermann nachtun, denn es arbeitet auch nicht jeder so hart wie ich."

"Ich fresse wie ein Böhme, ich saufe wie ein Deutscher. Das sei Gott gedankt. Amen."

"Ich sitze hier und trinke mein gutes Wittenberger Bier und das Reich Gottes kommt von ganz alleine."

Autor: Dejan Vilov

 

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news-4059 Fri, 19 Apr 2024 09:00:00 +0200 Gemeinschaft zwischen Schlager, Sonde und Schokolade /aktuelles-und-presse/pressemeldungen/detail/gemeinschaft-zwischen-schlager-sonde-und-schokolade-4059/ Unter dem Motto "Generation Z(ukunft): Gemeinsam. Verschieden. Gut." stellt die Woche für das Leben 2024 die Situation junger Menschen mit Behinderungen und ihre Lebenswirklichkeiten in den Mittelpunkt. Wie sieht der Alltag in einem Wohnheim des Ökumenischen Gemeinschaftswerks Pfalz aus? Unter dem Motto "Generation Z(ukunft): Gemeinsam. Verschieden. Gut." stellt die Woche für das Leben 2024 die Situation junger Menschen mit Behinderungen und ihre Lebenswirklichkeiten in den Mittelpunkt. Wie sieht der Alltag in einem Wohnheim des Ökumenischen Gemeinschaftswerks Pfalz aus?

Landstuhl (lk). Es ist Nachmittag, die Sonne scheint durch die Fenster und die Wohngruppe trifft sich zur gemütlichen Kaffeerunde. Tatjana Ballin, die jüngste Mitbewohnerin, ist Mitte 20, in ihrer Hand lässt sie einen Schlüssel klappern, sie summt dabei. Marita Schröder, Mitte 60, hat ihre Stifte ausgepackt. Malen ist ihre große Leidenschaft. Jürgen Braunschweig und seine Mitbewohnerin Elin Yildiz (Name von der Redaktion geändert) sprechen über den nächsten Ausflug. Es soll an den Rhein gehen. Auch Günter Hartmann freut sich schon darauf, noch lieber würde er aber ins Stadion, er ist großer Fußballfan. Auf seinem Rollstuhl kleben viele Sticker vom 1. FCK. Alle Bewohner hier sitzen in Rollstühlen, manche sind blind, einige können nicht sprechen.

Die Stimmung ist gut an diesem warmen Frühlingstag. Laura Drumm (24) und Alina Ziegler (22) unterstützen die Bewohner in ihrem Alltag in der Wohngruppe. Tagsüber geht es in die Tagesförderstätte, die sich auch an dem Standort des Ökumenischen Gemeinschaftswerks in Landstuhl befindet. Im Wohnheim gibt es 50 Plätze, gelebt wird in verschiedenen Wohngruppen. Angela Daub zeigt Ziegler, was sie heute in der Therapie geübt hat: "Arme heben und strecken" – "ganz schön anstrengend, ich brauche erstmal Schokolade", resümiert sie. Tatjana Ballins Finger streichen nun über ein Tuch. Drumm bietet ihr einen Ball mit Noppen an. Ballin tastet und greift zu, sie summt nun lauter. Immer wieder lacht sie. Ihre blonden Haare leuchten in der Sonne. An ihrem Summen, dem Stimming (Abkürzung für self-stimulatory behavior, deutsch "selbststimulierendes Verhalten") kann Drumm auch hören, wie es Ballin gerade geht. "Als es ihr gesundheitlich mal nicht so gut ging, wurde sie sehr leise." 

"Im Zuhause der Menschen"

Drumm hat ihre Ausbildung im Kindergarten gemacht, bei den Probearbeiten in der Wohngruppe habe es ihr "unbeschreiblich gut gefallen", erzählt sie. "Wir sind hier im Zuhause der Menschen, dadurch ergibt sich eine lockere, ungezwungene Stimmung." Auch Ziegler wollte nach ihrem Pflegepraktikum "eigentlich gar nicht mehr weg." Drumm wünscht sich für die Bewohner mehr Berührungspunkte mit Menschen ohne Behinderung. "Unsere Ausflüge sind immer toll, dieses Jahr geht es für die Bewohner in den Europapark und einige fahren gemeinsam nach Holland in den Urlaub, aber ich will auch im Alltag schöne Momente und Erinnerungen schaffen." Von Ausflügen und Urlauben schwärmen auch die Bewohner, etwa Hartmann und seine Partnerin. Sie lebt auch im Wohnheim, aber in einer anderen Gruppe. "Seit über zehn Jahren sind wir zusammen."  In seinem Zimmer hängen gemeinsame Fotos der Beiden:  Das Paar ist in einem Pool und lacht in die Kamera. Daneben dominiert seine zweite große Liebe die Raumgestaltung: der 1. FC Kaiserslautern. Eine Wand ist rot-weiß gestrichen und Spielerfotos zieren die Wände. Jedes Zimmer ist individuell eingerichtet, manche Bewohner haben ein Einzelzimmer, andere teilen sich zu zweit einen Raum. Von nebenan ertönt Musik, Daub hört ihre Lieblingsband, "Die Amigos". "Schlagermusik finde ich ganz toll", schwärmt sie.

Das Gemeinschaftswerk bietet in den drei Geschäftsbereichen "Soziale Teilhabe im Arbeitsleben", "Soziale Teilhabe" sowie "Bildung und Entwicklung" ambulante, teilstationäre und stationäre Hilfen für Menschen mit Beeinträchtigungen an. Im stationären und teilstationären Bereich werden rund 2000 Menschen betreut. Hinzu kommen rund 2000 Menschen, die ambulant unterstützt werden. Außerdem betreut und qualifiziert das Gemeinschaftswerk langzeitarbeitslose Menschen. Das Gemeinschaftswerk ist Alleingesellschafter des Inklusionsunternehmens Simotec GmbH in Kaiserslautern.

Das Ökumenische Gemeinschaftswerk Pfalz beschäftigt rund 1200, Simotec rund 200 Mitarbeitende an mehr als 40 Standorten in der Pfalz und Saarpfalz.

"Raus in die Welt"

Mike Shkafi ist 24 Jahre alt und wohnt in der Wohngruppe gegenüber, bei den "jungen Wilden". Einst als Kinderwohngruppe gestartet, wohnen hier nun junge Erwachsene und zwei Jugendliche. Shkafi ist mit vier Jahren in das Wohnheim eingezogen und hier aufgewachsen. Gerade hat er es sich in seinem Zimmer bequem gemacht und spielt sein Lieblingsspiel auf dem Tablet: "Candy Crush", sagt er und grinst, sein Finger saust über das Tablet und lässt eine neue Reihe Bonbons explodieren. Mike liebt Hunde, er erzählt, dass Mitarbeiter manchmal ihre vierbeinigen Freunde mit ins Wohnheim bringen. "Es ist schöner hier, wenn die Hunde da sind", sagt er.

Auch Alina Ziegler hatte ihren Hund schon dabei. "Ich würde so gern eine Weiterbildung in der tiergestützten Arbeit machen, aber das ist echt teuer", erzählt sie. Ein Therapiehund im Wohnheim wäre ein großer Gewinn für die Bewohner, ist sie sich sicher. "Barrieren müssen in der Welt, aber auch in den Köpfen abgebaut werden, unsere Bewohner sollen auch einfach raus in die Welt können." Sie hofft, dass Menschen mit Behinderung bald ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft sind. "Aber dafür muss noch viel passieren." Günter Hartmann wünscht sich, dass seine Mitmenschen ein "offenes Ohr und ein offenes Herz" für die Bewohner haben. Im Wohnheim wird es nun langsam Zeit für das Abendessen, egal ob Sonde, Flüssignahrung, Brei oder Brotzeit – bei einer gemeinsamen Mahlzeit schmeckt alles besser.

"Auftrag der Kirche"

Die Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche der Pfalz, Dorothee Wüst, und der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann haben während der Woche für das Leben gemeinsam Einrichtungen des Gemeinschaftswerks in Landstuhl besucht. Unter anderem in der Tagesförderstätte und in den Wohnangeboten erhielten sie Einblicke und kamen mit jungen Menschen ins Gespräch. Wüst machte den Wert der Teilhabe deutlich: "Dazugehören. Selbstverständlich und ohne darum betteln zu müssen. Darauf haben Menschen ein Recht, dafür trägt die Gesellschaft Verantwortung. Gerade angesichts von Pluralität und Diversität gehören alle Bereiche von Teilhabe in den Blick, um möglichst jedem Menschen eine gute Lebensqualität zu gewährleisten. Und zu der gehört unbedingt, zum gesellschaftlichen Leben dazuzugehören und nicht außen vor zu sein. Insofern ist es gut, wenn die "Woche für das Leben" den Blick gezielt dorthin lenkt, wo genau dies geschieht - oder auch nicht. Weil viel Gutes geschieht, aber auch noch viel zu tun ist." Auch Wiesemann sprach sich für Inklusion aus und verwies auf die Verantwortung der Kirche: "Junge Menschen mit Behinderung wünschen sich ein selbstbestimmtes Leben. Sie sehnen sich nach Schulen und Arbeitsplätzen, an denen sie ihre Fähigkeiten und Talente einbringen können. Nach anderen Menschen, die ihre Verschiedenheit als Bereicherung ansehen. Nach einer Gesellschaft, die umfassende Teilhabe ermöglicht. In vielen Einrichtungen unserer Kirchen – wie hier im Ökumenischen Gemeinschaftswerk – wird jungen Menschen mit Behinderung genau das ermöglicht. Dafür bin ich den haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden in Caritas und Diakonie und weit darüber hinaus zutiefst dankbar. Als Kirche ist es unser Auftrag, in besonderer Weise für benachteiligte Menschen da zu sein: Ihnen nach dem Vorbild Jesu ganz konkret zu helfen. Für sie und mit ihnen die Stimme zu erheben. Uns einzusetzen für eine Gesellschaft, die niemanden ausschließt."

Autorin: Lara Sturm

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