Evangelische Kirche der Pfalz: Artikelschau https://www.evkirchepfalz.de/ de-de Evangelische Kirche der Pfalz Mon, 11 May 2026 13:51:13 +0200 Mon, 11 May 2026 13:51:13 +0200 TYPO3 EXT:news news-4313 Mon, 11 May 2026 13:38:31 +0200 30 Jahre Brückenbau /30-jahre-brueckenbau Deutsch-ukrainischer Austausch soll fortgesetzt werden Seit mehr als drei Jahrzehnten verbindet ein besonderes Austauschprogramm Studierende aus der Ukraine mit der Universität in Landau. Was Anfang der 1990er Jahre als Beitrag zur Versöhnung nach dem Ende des Kalten Krieges begann, hat sich zu einem lebendigen Netzwerk entwickelt, das weit über den akademischen Austausch hinaus wirkt. Anlässlich des Besuchs von Programmbetreuern der Partneruniversitäten Odessa und Uschhorod kommen nun Vertreterinnen und Vertreter der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität (RPTU) und der Evangelische Kirche der Pfalz zusammen, um über die Zukunft des Programms zu beraten.

Seit den frühen 1990er Jahren konnten mehr als 140 ukrainische Germanistikstudierende ein Semester in Landau verbringen – zur Verbesserung ihrer Sprachkenntnisse und zum Kennenlernen von Kultur und Gesellschaft in Deutschland. Der Austausch ist Teil einer umfassenden Versöhnungsarbeit, die aus Begegnungen zwischen Kirchengemeinden, Friedensinitiativen und zivilgesellschaftlichen Akteuren hervorgegangen ist. Neben der Förderung von Studierenden gehörten dazu auch humanitäre Hilfen und die Unterstützung ehemaliger Zwangsarbeiter. Initiiert und diese Zusammenarbeit ausgebaut hat der Arbeitskreis Ukraine-Pfalz. Er entstand aus der Versöhnungsarbeit der Evangelischen Kirche der Pfalz und ist eine von elf Osteuropa-Initiativen in der Region.

Getragen wurde das Programm über viele Jahre durch die Evangelische Kirche der Pfalz, den Deutschen Akademischen Austauschdienst sowie Stiftungen und ehrenamtliches Engagement. Nun laufen zentrale Fördermittel aus. Gleichzeitig soll der Austausch jedoch in eine neue Phase überführt werden: Die beteiligten Universitäten haben einen Antrag auf Förderung im Rahmen von Erasmus+ gestellt. Eine Entscheidung wird im Sommer erwartet. „Für die beteiligten Universitäten bedanke ich mich bei der Evangelischen Kirche der Pfalz für die Initiative zur Gründung des Programms und die langjährige finanzielle Unterstützung. Ich freue, dass wir uns darauf verständigen konnten, wie die Zusammenarbeit weitergehen soll“, betont Oliver Frör, Vizepräsident für Internationales der RPTU.

Welche nachhaltige Wirkung das Programm entfalten kann, zeigt die Biografie von Germanistikprofessorin Nataliya Kurakh von der Universität Uschhorod. Sie selbst kam Anfang der 2000er Jahre als Austauschstudentin nach Landau und leitet heute das Institut für Germanistik an ihrer Heimatuniversität. „Der Austausch hat meinen beruflichen Weg entscheidend geprägt. Er hat mir nicht nur sprachliche, kulturelle und fachliche Kompetenzen vermittelt, durch die Förderung hat mir die Evangelische Kirche gezeigt, dass sie an junge Menschen glaubt. Heute gebe ich diese Erfahrungen an meine Studierenden weiter“, unterstreicht sie.

Auch aus Sicht der Kirche bleibt das Programm ein wichtiger Baustein der internationalen Verständigung. „Versöhnung entsteht nicht durch Erklärungen, sondern durch Begegnungen. Dieses Austauschprogramm hat über Jahrzehnte hinweg Vertrauen geschaffen und persönliche Beziehungen ermöglicht – gerade in Zeiten politischer Spannungen ist das von unschätzbarem Wert“, betont Oberkirchenrat Markus Jäckle von der Evangelischen Kirche der Pfalz.

Mit der angestrebten Erasmus+-Förderung soll der Austausch langfristig gesichert und weiterentwickelt werden. Ziel ist es, die gewachsenen Beziehungen zwischen den Universitäten zu stärken und auch künftigen Generationen von Studierenden prägende internationale Erfahrungen zu ermöglichen.

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news-4312 Tue, 05 May 2026 12:12:58 +0200 Erfolgreich mit Gospel- und Popmusik /erfolgreich-mit-gospel-und-popmusik In Teilen der pfälzischen Landeskirche verzeichnen Gemeinden Aufbrüche und Besucherzuwächse. Sie experimentieren mit neuen Gottesdienstformaten. Von Uwe Rauschelbach

MAXDORF/KUSEL. Beim ersten Blick auf die Internetseite der protestantischen Kirchengemeinde Maxdorf ertappt man sich bei dem Gedanken: Das ist nicht normal. Zumindest nicht im herkömmlichen Sinn. Denn in Maxdorf scheint das Schiff, das sich Gemeinde nennt, in voller Fahrt in Richtung Zukunft zu sein. Dabei ist es die Popmusik, die kräftig Wind in die Segel bläst.

„Kapitän“ Stefan Fröhlich hat in seinem Vikariat in einer schwarzen Baptistengemeinde in Ramstein Gottesdienste mit Gospelchören erlebt. An seiner ersten Pfarrstelle in Otterbach, wo er fünf Jahre zur Dienstleistung war, führte er daraufhin Gospelgottesdienste an je einem Sonntag im Monat ein. Die Folge: Die Zahl der Gottesdienstbesucher*innen vor allem mittleren Alters stieg. Daneben wurden auch klassische Gottesdienste gehalten. Seitdem Fröhlich die Maxdorfer Gemeinde leitet, hat es einen regelrechten Aufschwung gegeben.

Inzwischen werden dort neben den traditionellen Gottesdiensten mehrere unterschiedliche Formen angeboten: Gospel-, Praise and Worship-, Move- oder Feiert-Jesus-Gottesdienste zum Beispiel. Musikalische Gottesdienstformate, die unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Durch Zusammenlegungen kann die Maxdorfer Gemeinde nun auch die Johanneskirche im Ort nutzen.

Diese wurde umfänglich saniert und steht für weitere größere Umbaumaßnahmen in der Planung. Dank der technischen Ausrüstung kann die Johanneskirche für moderne Musikgottesdienste genutzt werden, während in der Christuskirche noch die Orgel erklingt. Seit einem Jahr gehört nun auch die Lukaskirche zum Gemeindebestand; hier soll es vor allem Gottesdienste mit akustischer Musik geben.

Für Stefan Fröhlich ist es denn auch die Musik, die dazu beiträgt, die an einem Pfarrer orientierte Kirchengemeinde in eine „Mitmachkirche“ zu entwickeln. Denn eine solche Vielzahl an Stilen und Formaten, die in den Gottesdiensten zum Einsatz kommen, bedarf nicht nur einsatzfreudiger Sänger*innen und Musiker*innen. So tragen in Maxdorf auch Lektor*innen und Prädikant*innen dazu bei, an jedem Sonntag mehrere Gottesdienste anbieten zu können.

Fröhlich verspricht sich vom Strukturwandel der Landeskirche denn auch positive Impulse; weg von der parochial orientierten Gemeindearbeit, hin zu teamorientierten, miteinander kooperierenden Gemeinden.

Fröhlichs Sohn Tim ist im vorigen Jahr für die gottesdienstliche Gestaltung von Popmusik im Kirchenbezirk Kusel beauftragt worden. Hierfür wurde eine Pfarrstelle umgewidmet. Der 29-Jährige hat Musik in Berlin studiert und sich an der Mannheimer Popakademie weitergebildet. Erste praktische Erfahrungen mit moderner Sakralmusik hat er in der Maxdorfer Gemeinde seines Vaters gesammelt. „Das hat total eingeschlagen“, berichtet er über die Anfänge dort.

Jugendliche, die in Chören und Bands mitmachen, kämen vor allem aus dem Bereich von Sommerfreizeiten, weniger aus Konfirmand*innengruppen. Tim Fröhlich unterstützt Musikensembles vor allem mit technischem Know-how.

Die Musik ist sein Ding, doch im Gespräch stellt er klar: „An erster Stelle soll die Gemeinde stehen.“ Von St. Julian aus, wo Fröhlich lebt, ist er in der weiteren Region unterwegs, um andere Musiker*innen zu beraten. In der Kombination von Kirchengemeinde und Popmusik sieht er eine große Chance, um gerade jüngere Menschen für Kirche und Glauben zu interessieren.

Das sieht Tobias Markutzik, Bezirkskantor des Dekanats Kusel, in dessen Dienst Tim Fröhlich steht, nicht anders. Er hat vor sechs Jahren einen Erprobungsraum „Pop & Go“ ins Leben gerufen mit dem Ziel, Popmusik für die gottesdienstliche Gestaltung zu verbreiten. Eine der Säulen seiner Arbeit: ein Pop-Projektchor mit mehr als 200 Sängerinnen und Sängern aus den Kirchenbezirken Kusel sowie Alsenz und Lauter. Gesungen werden auch weltliche Popsongs, die dazu beitragen, alternative Gottesdienstformate zu etablieren.

Dabei seien mutmachende Fortschritte erzielt worden, sagt Markutzik, die zeigten, „dass wir nicht auf verlorenem Posten stehen“. Dabei hat der 48-Jährige selbst ein klassisches Kirchenmusikstudium absolviert. Doch er hat von früher Jugend an eben auch Bands wie die Beatles „rauf- und runtergehört“. Beide musikalischen Welten sind ihm lieb und wichtig; dass sich auch moderne Formen für gottesdienstliche Veranstaltungen eigneten, sei aber noch nicht weitflächig ins Bewusstsein gedrungen. Diesbezüglich erlebt Markutzik die Kirche als „trägen Tanker“.

Wünschenswert sei, dass auch die kirchenmusikalische Ausbildung den Bereich der Popularmusik abdecke. Die badische Landeskirche sei, wie er findet, hierbei schon um einige Schritte weiter. Popular- und klassische Musik sollten sich, so Markutziks Position, auf Augenhöhe begegnen.

Unterdessen steht das Band- und Chorfestival im Rahmen der Pfälzischen Kirchenmusiktage in den Startlöchern. Es bietet elf Chören, Bands und Ensembles am Samstag, 30. Mai, 14 bis 22.30 Uhr, in der Landauer Stiftskirche eine Bühne. Topact ist der christliche Songwriter Chris Lass. Der Eintritt ist frei.

Dieser Artikel ist auch im Evangelischen Gemeindeblatt für die Pfalz erschienen.

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news-4311 Wed, 29 Apr 2026 11:17:55 +0200 Bergholz neuer saarländischer Beauftragter der evangelischen Kirchen /bergholz-neuer-saarlaendischer-beauftragter-der-evangelischen-kirchen Kirchenpräsidentin Wüst: Kirche kann nicht unpolitisch sein Von Marc Patzwald (epd)

Saarbrücken (epd). Kirche darf nach den Worten der pfälzischen Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst nicht nur von der Seitenlinie kommentieren, sondern muss „mitten auf dem Spielfeld stehen“. „Wenn wir als Kirche uns politisch äußern und verhalten, dann aus Interesse für die Menschen mit ihren Nöten und Sehnsüchten“, sagte sie am Dienstagabend in der Saarbrücker Johanneskirche. Kernaufgabe der Kirche seien die Menschen. „Nehmen wir unser Evangelium in seiner politischen Dimension ernst, dann können wir nicht unpolitisch sein“, unterstrich die leitende Theologin der Evangelischen Kirche der Pfalz.

„Damit werden wir nicht zu Politikerinnen und Politikern“, betonte Wüst. Mit ihnen teile die Kirche jedoch das Interesse am Gemeinwohl und an einer Gesellschaft, „in der ein jeder Mensch sein Recht und seinen Platz hat“. „In diesem Sinne verstehen wir uns als Partner und Partnerinnen, manchmal auch als Gegenüber, auf jeden Fall als eine Stimme, die ihren eigenen und unverwechselbaren Klang und Wert hat im Konzert der vielen Stimmen dieser Tage“, erläuterte die Theologin.

Verabschiedung und Einführung des Saar-Beauftragten

Bei dem Gottesdienst und Empfang in der Saarbrücker Johanneskirche wurde der bisherige Beauftragte der Evangelischen Kirchen für das Saarland, Frank-Matthias Hofmann, in den Ruhestand verabschiedet und sein Nachfolger Thomas Bergholz eingeführt. Zu der Veranstaltung der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Evangelischen Kirche der Pfalz hatten sich rund 350 Menschen angemeldet - darunter die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD). Der Beauftragte der Evangelischen Kirchen für das Saarland pflegt im Auftrag der Kirchenleitungen die Beziehungen zwischen den Landeskirchen und dem Saarland.

Kirchenpräsidentin Wüst würdigte Hofmann als „evangelische Stimme und Gesicht am Ludwigsplatz“. „Sie waren im besten Sinne Brückenbauer zwischen Kirche und Politik, Netzwerker im Spiel gesellschaftlicher Kräfte und klarer Lobbyist für die Anliegen und Sorgen von Menschen“, sagte sie.

Der rheinische Präses Thorsten Latzel führte Bergholz in dessen neues Amt ein. Er sei „ein Brückenbauer, ein konsensorientierter Mensch, der gut zuhören kann, Ruhe hineinbringt, immer wieder die gemeinsame Basis sucht“, sagte der leitende Theologe der Evangelischen Kirche im Rheinland. Ein Kompromiss sei für Bergholz „kein politisches Schimpfwort, sondern im besten Fall das Ergebnis eines gelungenen gemeinsamen Verständigungsprozesses“.

„Und solch einen Geist der Versöhnung brauchen wir - gerade in unruhigen Zeiten“, erklärte der leitende Theologe der zweitgrößten evangelischen Landeskirche. „Spaltung, Hass und Hetze gibt es wahrlich mehr als genug in unserem Land.“ Bergholz war seit 2016 Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Saarbrücken-Mitte und damit der Ludwigskirche. Davor war er unter anderem wissenschaftlicher Mitarbeiter der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und Dozent für Neues Testament und Kirchengeschichte an einer Theologischen Hochschule in Indonesien.

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news-4310 Tue, 21 Apr 2026 14:56:00 +0200 Frauen-Power an Pult und Taste /frauen-power-an-pult-und-taste Die Kirchenmusik wird beim Thema Orgelspiel und Komposition zunehmend weiblicher. Bei der Bewerbung um Bezirkskantoratsstellen in der Pfalz dagegen liegt der Frauenanteil seit Jahren unverändert bei 15 bis 20 Prozent. Von Gertie Pohlit

LANDAU. „Frauen sollten nicht länger an der Küste herumlungern, nur weil sie Angst haben, in See zu stechen.“ Formuliert hat das sinngemäß die britische Komponistin Ethel Smyth (1858 – 1944), die immerhin zu jenen Tondichterinnen zählte, deren Werk schon zu Lebzeiten neben herablassender Schmähung des männlich dominierten Kulturbetriebs auch Wertschätzung etwa von Pjotr Tschaikowski erfuhr.

Am dritten Advent dieses Jahres soll das wohl bedeutendste Werk der damals 34-jährigen Komponistin, die „Messe in D“, in der Landauer Stiftskirche unter Leitung von Interimskantorin Charlotte Vitek erklingen. Sie hat ihre Bachelorarbeit zum A-Kirchenmusikexamen über diese mutige und streitbare Komponistin, Dirigentin und Autorin geschrieben, die sich fast zwangsläufig als Frauenrechtlerin im von Männern regierten Musikbetrieb profilierte.

Charlotte Vitek geht damit konsequenterweise in die Praxis, stellt ein Werk vor, das bis in die neuere Zeit ein Schubladendasein fristete. Darüber hinaus wird es in der Landauer Stiftskirche einen auf Frühjahr und Herbst verteilten „Orgelpunkt“-Zyklus geben, der ausschließlich Interpretinnen auf die Bank der Rieger-Orgel zitiert. Vitek gestaltet mit Pfarrerin Heike Messerschmitt und Dekanin i. R. Angelika Keller die Auftakt-Veranstaltung unter dem Titel „Starke Frauen“: ein Format, das nun schon in vierter Auflage bekannt macht mit außergewöhnlichen Frauengestalten der Bibel. Und eben Komponistinnen.

Anna Croissant, derzeit in Elternzeit, hatte für die ersten drei Jahrgänge wahre Schätze an unbekannter Orgelmusik gehoben. Kate Westrup, Marianna Stoll, Theophania Cecil, Mel Bonis oder Cécile Chaminade – je davon gehört?

Für Elisabeth Theisohn, Professorin für Musikpädagogik an der Musikhochschule Karlsruhe, ist das kein Mysterium. „Zu allen Zeiten war der Blick auf die schaffende wie ausübende Kunst ein einseitig männlicher. Die Musikwissenschaft war männlich dominiert, ebenso die Fachkritik, das Veranstaltungswesen. Und gerade im sakralen Bereich hatten Frauen bis ins 20. Jahrhundert schöpferisch wie ausübend erhebliche Barrieren zu überwinden.“

Blickt man auf die Sparte künstlerisches Orgelspiel, denkt man spontan an die Pariser Berühmtheiten Nadja Boulanger (1887 – 1979) und Marie Claire Alain (1926 – 2013). Sie waren mit ihrer Internationalität Ausnahmeerscheinungen.

Gleichzeitig fällt auf, dass Konzertorganistinnen im Vergleich zu männlichen Protagonisten zwar nach wie vor in der Minderheit sind (etwa zehn Prozent). Aber ganz offensichtlich existiert eine junge Riege – Els Biesemans, Anna Scholl, Sandra Nosteide, Angela Metzger, Marie Sophie Goltz, Eva Schad, Carlotta Ferrari oder Mona Hartmann etwa –, die erfolgreich im internationalen Diskurs mitmischt. Das könnte bedeuten, dass erstmals eine Generation selbstbewusster Künstlerinnen heranwächst.

Irgendwo dazwischen angesiedelt ist das Profil der Kantorin – Mehrkampfprofi zwischen vokalen und instrumentalen Ensembles, Kinder- und Seniorenarbeit sowie Orgelspiel in Gottesdiensten und Konzerten. Mit wenig Bewegung beim Frauenanteil, sagt Landeskirchenmusikdirektor Jochen Steuerwald, seit knapp 30 Jahren in Besetzungsgremien. „Der Frauenanteil bei Bewerbungen um Kantoratsstellen lag und liegt in der Regel so um 15 bis 20 Prozent. Eine signifikante Entwicklung ist nicht zu beobachten.“

Aufschlussreich ist eine Genderstudie der Direktor*innenenkonferenz Kirchenmusik von 2022. Evaluiert wurde sie durch die Evangelische Kirche in Baden in Kooperation mit der Universität Heidelberg. Die sehr detaillierten Untersuchungen konstatieren, dass das Berufsbild Kantor/Kantorin auf Grund der Abend- und Wochenenddienste nicht familienfreundlich ist. Als Lösungsansatz von weiblicher Seite werden eine mehr teilzeitbezogene sowie teamorientierte Ausschreibung von Führungsstellen genannt sowie eine paritätische Besetzung von Ausschreibungsgremien.

Dass im Bezirkskantorat Landau erstmals in der Evangelischen Kirche der Pfalz eine solide Elternzeit-Regelung für einen Zeitraum von mehr als einem Jahr greift, signalisiert immerhin Aufbruch. Eine Um frage in Bezirkskantoraten dagegen ergab wenig, wenn auch Germersheim und Homburg sich als gut aufgestellt im weiblichen Neben- und Ehrenamt outen. Aber der Prinzipal-Klang der Kirchenmusik wird weiblicher. Was sich noch wie die Quadratur des Kreises anfühlt, könnte irgendwann Alltag werden.

Dieser Artikel ist auch im Evangelischen Gemeindeblatt für die Pfalz erschienen.

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news-4309 Thu, 16 Apr 2026 16:33:45 +0200 Neue Intranetseite „Gemeinsam gesund“ /neue-intranetseite-gemeinsam-gesund Lange versprochen endlich da unsere Intranetseite vom Team „gemeinsam gesund“ startet und wird nun beständig wachsen. Intranet unter Aktuelles "gemeinsam gesund" finden Sie übersichtlich, dauerhaft und für die Kita über das Tagungshaus ist zur Kirchengemeinde Informationen und Nachrichten zu den Themen Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und zukünftig auch BEM und Gesundheitsförderung.

Dazu finden Sie:

  • Aktuelle Kontaktdaten unserer Ansprechpartner*innen
  • Betriebsanweisungen
  • Formulare und Checklisten
  • Unterweisungsvorlagen  

Damit erhoffen wir uns Ihnen einen leichteren Zugang zu wichtigen Informationen zu geben und eine Plattform für den die Themen Sicherheit und Gesundheit zu schaffen.

Wir laden Sie ein sich umzuschauen. Fehlt Ihnen etwas dann schrieben Sie uns wir freuen uns auf Ihre Anregungen und Feedback.

Ihr Team „Gemeinsam gesund“ Maximilian Renna, Corinna Marton und Christiane Feldhaus

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Arbeitsschutz
news-4308 Tue, 14 Apr 2026 11:43:58 +0200 Mit Kerze und WhatsApp-Segen /mit-kerze-und-whatsapp-segen Die Evangelische Kirche der Pfalz und das Bistum Speyer bieten an zentralen Abiturtagen einen digitalen Segensdienst an. Speyer/Homburg. Jetzt wird’s ernst: Schüler*innen im Saarland und teilweise in Rheinland-Pfalz (G8; BGY) schreiben ihre Abiturprüfungen – und die Kirchen zünden eine Kerze für sie an.

Unter dem Titel „Prüfungssegen für dich!“ bietet die Evangelische Kirche der Pfalz gemeinsam mit dem Bistum Speyer einen besonderen digitalen Service an: An jedem zentralen Prüfungstag können Abiturient*innen eine Kerze für sich anzünden lassen – inklusive persönlichem Segensvideo via WhatsApp.

Und so funktioniert’s: Wer mitmachen möchte, wählt über WhatsApp das Prüfungsfach aus, für das er oder sie sich besonders Unterstützung wünscht – sei es das Lieblingsfach oder das persönliche „Angstfach“. Am frühen Morgen der Prüfung erhalten die Teilnehmenden ein kurzes Video: Ein*e Pfarrer*in zündet in einer Kirche eine Kerze an, spricht einen Impuls und spendet den Segen. Das Ganze dauert maximal 60 Sekunden – und kann genau im richtigen Moment Kraft geben.

„Ich weiß noch ziemlich genau, wie schnell mein Herz in den Prüfungen gerast ist. Zu wissen, man ist damit nicht allein und andere denken an einen, tut unglaublich gut. Meine Oma hat damals eine Kerze für mich angezündet und für mich gebetet. Das möchte ich gerne für andere tun“, sagt Pfarrerin Meredith Schellhaas, die darauf vertraut, dass Gottes Segen Kraft gibt, „gerade dann, wenn die Nerven blank liegen.“

Maria Wünschel, Referentin für Jugendseelsorge im Bistum Speyer, ergänzt: „Am Morgen der Abiprüfungen wollen wir für die Schüler*innen da sein: Wir stehen früh mit ihnen auf, senden ihnen ein Segensvideo und fiebern jeden Tag mit. Für sie zünden wir eine Kerze an, die während der gesamten Prüfung brennt – und begleiten sie in diesen entscheidenden Momenten in Gedanken. Als Referentin für junge Erwachsene finde ich es schön, ein Teil dieser tollen Aktion zu sein.“

Die Idee stammt ursprünglich aus der Erzdiözese Wien, wo die Aktion gemeinsam mit der Evangelischen Kirche Österreich vor drei Jahren gestartet ist. Dort wurde sie schnell zum Erfolg: Von anfangs 800 Teilnehmenden wuchs die Zahl auf 16.000 – darunter viele Großeltern, die den Segen an ihre Enkel weiterleiteten.

Warum wird diese Aktion nur zum Abi angeboten und nicht zu anderen Schulabschlüssen? Die zentralen Prüfungstermine beim Abitur erleichtern die Arbeit bei diesem ersten Versuch enorm. Wenn der erste Durchgang erfolgreich läuft, wollen die Verantwortlichen auch andere Schul- und Prüfungsformen integrieren.

Weitere Informationen: www.abschlusssegen.de

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news-4307 Mon, 13 Apr 2026 13:58:26 +0200 Wie Tiere gegen Depressionen helfen https://www.indeon.de/gesellschaft/tiergestuetzte-therapie-wie-tiere-gegen-depressionen-helfen Tiergestützte Therapie kann helfen, einer Depression zu entkommen. Die Hunde, Pferde und Schildkröten von Psychotherapeutin Eva-Maria Barthel aus Katzweiler in Rheinland-Pfalz unterstützen Patient*innen bei der Suche nach Lebensfreude und Ruhe. news-4306 Thu, 02 Apr 2026 10:19:25 +0200 "Hoffnung wächst mitten im Grau" /hoffnung-waechst-mitten-im-grau Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst ruft in ihrer Osterbotschaft dazu auf, der Hoffnungslosigkeit zu widerstehen und dem Winter in Welt und Gesellschaft zu wehren Speyer (lk). Angesichts von Krieg, Leid und gesellschaftlicher Verrohung ruft Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst in ihrer Osterbotschaft dazu auf, an der Hoffnung festzuhalten und sich nicht mit Resignation abzufinden. Ostern stehe für die Kraft des Lebens, das sich selbst dort Bahn breche, wo alles dunkel und erstarrt erscheine.

Wüst spannt in ihrer Botschaft den Bogen von den Krisenherden der Welt bis in den Alltag vor Ort. Sie erinnert an die Not im Gazastreifen, an Menschen in der Ukraine, die ohne Heizung und Licht ausharren, an zerbombte Städte, erschöpfte Helfende und überfüllte Lager. Zugleich blickt sie auf die Lage in Deutschland: auf Hass in sozialen Netzwerken, einen rauer werdenden Ton in Politik und Gesellschaft und auf die Kälte, die auch das Miteinander im Alltag prägt.

"Glauben an das, was man noch nicht sieht. Das ist Ostern."

Ostern sei der Moment, in dem Menschen darauf vertrauen dürfen, dass neues Leben wächst, obwohl vieles dagegenspricht. Es gehe darum, sich nicht mit Hoffnungslosigkeit abzufinden, sondern auf die leisen Zeichen des Lebens zu achten.

Ein zentrales Bild ihrer Botschaft findet Wüst im eigenen Garten: Nach einem langen, harten Winter, in kahler Erde und unter grauem Himmel, blühen plötzlich Veilchen. Für sie ist das ein Osterbild. "Der grüne Halm der Hoffnung mitten im Grau" werde sichtbar – leise, zart und doch unübersehbar. Gerade darin zeige sich die Kraft von Ostern: neues Leben dort, wo niemand mehr damit rechnet.

Wüst erinnert daran, dass die biblische Ostergeschichte nicht in einer heilen Welt beginnt, sondern in Trauer, Gewalt und Hoffnungslosigkeit. Die Frauen am Grab seien mit einem "Winterherzen voller Trauer" gekommen und hätten erfahren, dass der Tod nicht das letzte Wort behält. Diese Erfahrung, so Wüst, spreche bis heute in eine zerrissene Welt hinein.

Ostern sei deshalb mehr als Trost. Es sei ein Auftrag, dem Frost der Gegenwart Menschlichkeit entgegenzusetzen: mit einem freundlichen Wort, mit einer ausgestreckten Hand, mit Standhaftigkeit und gegenseitiger Unterstützung. "Sich nicht mit der Hoffnungslosigkeit abfinden"; das sei die österliche Haltung, zu der Christinnen und Christen ermutigt würden.

Wo Menschen trotz allem weitergingen, einander trügen und auf Gottes lebensschaffende Kraft vertrauten, dort beginne Veränderung, betont Wüst. Ostern verweise nicht nur auf ein fernes Morgen, sondern auf eine Wirklichkeit, die schon jetzt spürbar werde: „Dass das Leben siegt – nicht irgendwann, sondern schon jetzt. Leise, verborgen, aber sehr real.“

Zum Schluss ihrer Botschaft verbindet die Kirchenpräsidentin die österliche Hoffnung mit einer klaren Bitte für Gegenwart und Gesellschaft: Die Osterbotschaft stärke dazu, „dem Winter in Welt und Gesellschaft zu wehren“  im Vertrauen darauf, dass Gott Leben will und schafft.

Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst predigt am Ostersonntag um 10 Uhr in der Gedächtniskirche Speyer.

 

Die Osterbotschaft im Wortlaut

Es war ein harter Winter.

Überschwemmungen und Not im Gazastreifen. Menschen ohne Heizung in der Ukraine, die in dunklen Wohnungen ausharren. Zerbombte Städte, erschöpfte Helfer, überfüllte Lager. Eiszeit in diplomatischen Beziehungen, während Worte kälter werden als der Frost. Kein grüner Halm der Hoffnung für die Kriegsgebiete dieser Welt – so scheint es.

Es war ein harter Winter.

Auch bei uns. Hass flutet die sozialen Netzwerke, schneller als jede Flutwelle. Parolen werden lauter, der Ton rauer, die Gräben tiefer. Zwischenmenschliche Kälte greift um sich – im Alltag, in der Politik, manchmal sogar in Familien. Und viel zu viele fühlen sich verloren im braunen und dürren Gestrüpp ihrer Gegenwart. Kein grüner Halm der Hoffnung.

Es war ein harter Winter.

Ich stehe in meinem Garten, in dem nichts so richtig grünt und blüht. Die Erde ist schwer, die Zweige kahl, der Himmel oft grau. Nichts lässt ahnen, dass es jemals anders sein soll. Und wie zur Bestätigung liegt zwischen den Bodendeckern eine tote Taube. Schwer, darin kein Zeichen zu sehen. Karfreitagszeichen.

Es war ein harter Winter.

Trotz milder Temperaturen. Damals in Jerusalem. Da schleppt einer sein Kreuz auf einen Hügel – durch Spott, Gewalt und Gleichgültigkeit hindurch. Unter dem kalten Hohn der Schaulustigen. Da stirbt einer einen einsamen Tod. Umgeben von eisiger Gleichgültigkeit und Herzenskälte. Sie nehmen ihn ab, tragen ihn in sein Grab. Und mit ihm alle Hoffnung. Zunächst.

Es wird Frühling.

Auch in meinem Garten. Da, wo die tote Taube lag, blühen Veilchen. Zart, trotzig-bunt, sehr lebendig. Wie auf ein geheimes Zeichen hin explodiert die Natur zu neuem Leben. Das tut sie jedes Jahr. Und doch ist es nie selbstverständlich. In diesem Jahr rührt es mich zu Tränen. Es war wirklich ein harter Winter. Und ist es noch.

In Jerusalem gingen Frauen an ein Grab. Mit einem Winterherzen voller Trauer. Mit Fragen, die keine Antworten kannten. Sie fanden kein Grab, sie fanden das Leben. Kaum zu glauben. Aber wer glaubt einem kahlen Zweig im Januar, dass er im April Blüten trägt? Wer sieht der dunklen Wintererde an, dass sie so voller Leben ist?

Glauben an das, was man noch nicht sieht. Vertrauen, dass Leben wächst, wo alles dagegen spricht. Das ist Ostern.

Der grüne Halm der Hoffnung mitten im Grau.

Das Stiefmütterchen, das aus den Ritzen blüht. Die Knospe am toten Strauch. Das freundliche Wort im kalten Tonfall. Die ausgestreckte Hand in einer zerrissenen Welt. Schwer, darin kein Zeichen zu sehen. Osterzeichen.

So ist Ostern: Glauben an das, was man noch nicht sieht.

Sich nicht mit der Hoffnungslosigkeit abfinden. Einander tragen, wo Kräfte fehlen, und standhalten, wo der Gegenwind hart ins Gesicht bläst. Denn genau dort geschieht Veränderung, blüht neues Leben: Wo Menschen trotz allem weitergehen, einander beistehen und darauf vertrauen, dass Gott Leben will und schafft. Dass das Leben siegt - nicht irgendwann, sondern schon jetzt. Leise, verborgen, aber sehr real. Auch wenn der Winter noch so hart ist. Auch wenn uns die Welt noch so sehr das Frieren lehrt.

Die Ostersonne wärmt uns Herz und Seele.

Sie lässt uns in aller Dunkelheit an das Licht glauben und dem Winter in Welt und Gesellschaft wehren. Auf dass uns Leben blüht.

Gott sei Dank.

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news-4305 Tue, 24 Mar 2026 11:45:53 +0100 Osterspaziergang und Musikabende /osterspaziergang-und-musikabende Das Osterfest feiern die pfälzischen und saarpfälzischen Kirchengemeinden mit besonderen Gottesdiensten und Veranstaltungen: Gethsemane-Erlebnis, Osterspaziergänge und -feuer sowie Musikabende gehören dazu. Von Lore Dohrenbusch

Speyer. Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst predigt am Ostersonntag ab 10 Uhr im Abendmahlsgottesdienst in der Speyerer Gedächtniskirche. Oberkirchenrat Markus Jäckle gestaltet bereits am Karfreitag mit Dekan Volker Janke den Gottesdienst ab 10 Uhr in der Landauer Stiftskirche. Dort wird abends ab 18 Uhr Bachs Johannespassion von Vokalsolisten, der Landauer Kantorei und dem Südpfälzischen Kammerorchester aufgeführt.

In Alsenborn beginnt am Gründonnerstag um 19 Uhr in der protestantischen Kirche eine konzertante Vesper mit dem Titel „Die Nacht im Garten Gethsemane – Gottvertrauen im Leid“. Für Livemusik sorgen Sabine Heinlein (Sopran), Constanze Akherraz-Kirchner (Mezzosopran), Sebastian Galwas (Violine) und Florian Jurzitza (Orgel und Harfe). Pfarrerin Katha Wolf übernimmt Lesung und Liturgie.

In Rülzheim beginnt am Grün­donnerstag bereits um 18 Uhr in der Christuskirche ein Gottesdienst mit Weinprobe. „Sechs Weine und sechs Essengänge gehören dazu, wir sind schon ausgebucht“, freut sich Pfarrer Jan Meckler über viel Interesse. „Aber im Herbst machen wir die nächste Weinprobe, einige Tage zuvor kann man sich auf unserer Homepage anmelden“, tröstet er. Die nordpfälzische Kirchengemeinde Rüssingen lädt für 18 Uhr zum Tischabendmahl an der langen Tafel in der protestantischen Kirche ein. „Wer kommen will, wird gebeten, etwas für das Büffet mitzubringen“, lädt Pfarrerin Lina Ehrmann ein.

Am Karfreitag beginnt um 10 Uhr in der Dreifaltigkeitskirche Speyer ein Abendmahlsgottesdienst unter dem Leitbegriff „Seven Last Words“. Pfarrerin Christel Gölzer übernimmt die Liturgie, musikalisch gestaltet ihn der Chor der Gedächtniskirche.

Am Karsamstag lädt die Kirchengemeinde Dörrmoschel Kinder im Grundschulalter von 10 bis 12 Uhr in die protestantische Kirche zur Kinderkirche mit Blick aufs Osterfest ein. Mitmachlieder, gemein­sames Essen und Bastelaktionen gehören dazu. „Die Kinder erfahren den Sinn von Ostern und ihre Eltern werden für zwei Stunden entlastet und können noch Besorgungen machen“, begründet Pfarrer Sebastian Best die Aktion.

Am Abend des Karsamstag gestalten viele Gemeinden eine Osternacht. So beginnt sie im nordpfälzischen Finkenbach um 20.30 Uhr in der trutzigen Wehrkirche von 1304, wenn sich die Besucher von der brennenden Osterkerze im Altarraum ihr eigenes Osterlicht abholen. Die Liturgie hält Pfarrer Andreas Echternkamp, an der Orgel begleitet Finn Rickenbach. Anschließend sind alle gegen Mitternacht im Kirchenschiff zum Umtrunk eingeladen.

In Göllheim wird gegen 22 Uhr das Osterfeuer in der Feuerschale im Garten an der protestantischen Kirche angefacht. Pfarrerin Lina Ehrmann entzündet gegen 22.30 Uhr daran die Osterkerze und trägt sie mit den Besuchern in die dunkle Kirche, wo alle ein Licht erhalten. Nach dem Osternachtgottesdienst folgt in der Turmschänke im Erdgeschoss des Kirchturms ein geselliger Umtrunk mit Hochprozentigem und alkoholfreien Getränken.

Das saarpfälzische Niederkirchen im Ostertal möchte seinem Namen gerecht werden und lädt ab 22 Uhr zu einer besonders anschaulichen Osternacht ein. Seit mehr als 20 Jahren entzünden die Besucher*innen traditionell im Bibelgarten vor der Margarethenkirche eine Kerze am Osterfeuer, ziehen mit ihrem Pfarrer Stefan Werner in die dunkle Kirche ein und versammeln sich um das Felsengrab Christi mit dem davorgerollten großen Stein. „Die Nachbildung hat unser damaliger Presbyter Herrmann Berg Anfang der 2000er-Jahre aus Styropor geschaffen, mit Moltofill modelliert und steinfarben an­gestrichen“, berichtet Werner. Die Arbeit, etwa zwei Meter mal zwei Meter und 1,50 Meter hoch, vermittle vielen Menschen seitdem eindrucksvoll die Ostergeschichte und das Wunder der Auferstehung.

Am Ostersonntag startet zeitig um 6 Uhr in Neustadt an der Martin-Luther-Kirche ein Osterspaziergang mit geistlichen Impulsen, um 7 Uhr folgt im Gemeindezentrum Branchweilerhof eine Auferstehungsfeier mit dem Posaunenchor. Im saarpfälzischen St. Ingbert beginnt um 10 Uhr in der Christuskirche ein Familiengottesdienst mit Ostereiersuche. In Kandel ist der Gottesdienst mit Musikbeiträgen des Chors Canta Kandela und anschließender Eiersuche zwischen Kirchenbänken für 11 Uhr geplant.

Den Ostermontag reserviert die Kirchengemeinde Lambrecht-Lindenberg für einen Osterspaziergang im Elmsteiner Tal. Er startet um 10 Uhr in Lindenberg in der protestantischen Kirche.

Dieser Artikel ist auch im Evangelischen Gemeindeblatt für die Pfalz erschienen.

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news-4302 Mon, 16 Mar 2026 12:17:00 +0100 "Kirche reagiert" /kirche-reagiert "Gewöhnen wir uns an die AfD?" - Warum Pfarrpersonen auf Social-Media Stellung beziehen Speyer (lk). Mit kurzen Videos auf TikTok und Instagram beteiligen sich Pfarrpersonen der Evangelischen Kirche der Pfalz derzeit an einer gesellschaftlichen Debatte: Wie gehen wir mit rechtspopulistischen und rechtsextremen Positionen in der Politik um? Unter dem Titel „Kirche reagiert“ greift eine Social-Media-Kampagne politische Aussagen von AFD-Poliker*innen auf und ordnet sie vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz aus kirchlicher Perspektive ein.

Zum Start der Kampagne auf den Kanälen von wersglaubt.wirdselig spricht die Social-Media-Pfarrerin der Landeskirche Mary Schellhaas über die Frage „Gewöhnen wir uns an die AfD?“. Sie thematisiert, wie sich politische Debatten in Deutschland in den vergangenen Jahren verändert haben und wie stark rechtspopulistische Positionen inzwischen im öffentlichen Diskurs präsent sind. Die Beiträge der Kampagne wollen dazu anregen, darüber nachzudenken, welche Folgen es hat, wenn politische Positionen, die Menschen gegeneinander ausspielen oder bestimmte Gruppen ausgrenzen, zunehmend als Teil des politischen Alltags wahrgenommen werden.

Dass Pfarrpersonen - von Vikar*innen über Pfarr*innen bis zur Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst - sich in dieser Kampagne äußern, ist keine spontane Entwicklung. In den vergangenen Jahren haben sowohl evangelische als auch katholische Kirchenleitungen mehrfach deutlich gemacht, wie kritisch sie rechtsextreme und völkisch-nationalistische Ideologien sehen. Grundlage dieser Position ist das christliche Verständnis von der Würde jedes Menschen.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat wiederholt darauf hingewiesen, dass völkischer Nationalismus mit dem christlichen Menschenbild nicht vereinbar ist. Auch die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat sich in einer Erklärung aus dem Jahr 2024 klar positioniert. Darin heißt es, rechtsextreme Ideologien und Parteien, die solche Positionen vertreten, stünden im Widerspruch zu zentralen Grundüberzeugungen des christlichen Glaubens.

Kirchen verstehen solche Aussagen jedoch nicht als parteipolitische Wahlempfehlungen. Sie sehen sich nicht als politische Akteure im Wettbewerb um Stimmen, sondern als Teil der Zivilgesellschaft. Wenn sie sich zu politischen Themen äußern, geschieht dies in der Regel dort, wo grundlegende ethische Fragen berührt sind – etwa der Schutz von Minderheiten oder das Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft.

Soziale Medien spielen in dieser Diskussion eine zunehmend wichtige Rolle. Plattformen wie TikTok und Instagram sind für viele Menschen – besonders für jüngere Generationen – zentrale Orte der Information und Meinungsbildung geworden. Politische Inhalte verbreiten sich dort häufig in kurzen, emotionalen Formaten und erreichen innerhalb kurzer Zeit ein großes Publikum.

Mit der Kampagne „Kirche reagiert“ möchte die Landeskirche deshalb bewusst auch in diesen digitalen Räumen präsent sein. Die Videos greifen aktuelle Themen auf, erklären Hintergründe und zeigen, welche Werte aus christlicher Perspektive im Mittelpunkt stehen: Menschenwürde, Respekt, Vielfalt und Nächstenliebe.

Zugleich geht es der Kampagne darum, gesellschaftliche Debatten nicht nur zu kommentieren, sondern zum Gespräch einzuladen. Kirche versteht sich traditionell als Ort des Dialogs – auch über kontroverse Fragen. Gerade in Zeiten, in denen politische Diskussionen oft zugespitzt geführt werden, möchte sie dazu beitragen, dass unterschiedliche Perspektiven gehört werden und respektvoll miteinander gesprochen wird.

Die Social-Media-Beiträge der Landeskirche sind damit Teil eines größeren gesellschaftlichen Diskurses. Sie erinnern daran, dass die Frage nach demokratischen Werten nicht nur ein poltisches Thema ist, sondern auch eine ethische und gesellschaftliche Herausforderung, zu der viele Stimmen beitragen können.

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news-4303 Mon, 16 Mar 2026 12:08:46 +0100 Evangelische Kirche veröffentlicht Mitgliedszahlen für das Jahr 2025 /evangelische-kirche-veroeffentlicht-mitgliedszahlen-fuer-das-jahr-2025 Hannover/Speyer(lk). Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat heute die Mitgliedschaftsdaten für das Jahr 2025 veröffentlicht. Nach vorläufigen Meldungen aus den Landeskirchen gehörten zum Stichtag 31. Dezember 2025 rund 17,4 Millionen Menschen einer der 20 Landeskirchen der EKD an. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies - bedingt durch Sterbefälle und Austritte- einem Rückgang um rund 3,2 Prozent.

Kirchen bieten Raum für Gottesdienst, Seelsorge und Begegnung und begleiten Menschen in wichtigen Momenten ihres Lebens. Zugleich engagieren sich Kirche und Diakonie bundesweit für Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen: Sie betreiben Kindertagesstätten und Schulen, unterhalten Beratungsstellen, begleiten Kranke und Pflegebedürftige und unterstützen Menschen in sozialen Notlagen. Mit ihrer Kirchenmitgliedschaft tragen evangelische Christinnen und Christen dazu bei, dass diese Angebote bestehen können.

Mit rund 105.000 Christinnen und Christen wurden im Jahr 2025 vergleichbar viele Menschen getauft wie im Vorjahr. Taufen finden dabei nicht nur im Kindesalter statt: Etwa jede zehnte evangelische Taufe betrifft Menschen über 14 Jahre. Darüber hinaus gab es 2025 rund 16.000 Aufnahmen in die evangelische Kirche. Demgegenüber standen rund 330.000 Sterbefälle. Die Zahl der Kirchenaustritte lag mit rund 350.000 auf dem Niveau des Vorjahres (2024: 351.664).

Auch die Evangelische Kirche der Pfalz hat im Jahr 2025 Mitglieder verloren. Zum Stichtag am 31. Dezember 2025 lag die Gesamtzahl der Kirchenmitglieder bei 415.536  im Vergleich zu 429.934 im Vorjahr.  Das entspricht einem Rückgang von 3,35 Prozent. Die Zahl der getauften, aufgenommenen und ausgetretenen Kirchenmitglieder  bezieht sich auf das Jahr 2024: Hier lag die Zahl der Austritte aus der Landeskirche bei 7.202 (im Vergleich zu 7.936). Im selben Zeitraum gab es landeskirchenweit 2.657 evangelische Taufen und 364 Eintritte (im Vergleich zu 3.643 Taufen und 425 Eintritten). Die für 2025 geschätzten Zahlen gehen von 2276 Taufen, 345 Eintritten und 7591 Austritten aus.

Die Zahl der Verstorbenen lag 2025 bei 8.185 (Vorjahr: 8.278).

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news-4304 Sat, 14 Mar 2026 14:20:00 +0100 Preise für innovative Projekte /preise-fuer-innovative-projekte Die Evangelische Kirche der Pfalz hat erstmals seit 2020 ihren Preis für Innovative Projekte in Speyer vergeben. Fünf Initiativen wurden ausgezeichnet, insgesamt wurden 37 000 Euro Fördergelder an die Preisträger ausgeschüttet. SPEYER. „Mit diesem Preis würdigt die Landeskirche Projekte, die neue Wege kirchlicher Arbeit ausprobieren und zeigen, wie Kirche heute kreativ und praxisnah gestaltet werden kann“, erklärte Oberkirchenrat Claus Müller, der die Preise überreichte.  Die ausgezeichneten Initiativen stünden exemplarisch für innovative Ansätze in Gemeinden und kirchlichen Arbeitsfeldern.

Eingereicht wurden zwölf Projekte. Eine Jury bewertete sie nach den Kriterien Innovation und Originalität, theologische Fundierung, Modellcharakter, Nachhaltigkeit und Umsetzbarkeit. Vier Initiativen wurden mit einem Förderpreis ausgezeichnet: Das Projekt „Flexibilisierung RU“, die Familienkathedrale Annweiler, der Pfälzer Kirchentag und das Projekt „Abschiede am Rhein“. Einen Sonderpreis erhielt das Projekt „Himmel & Hund“.

„Die ausgezeichneten Projekte zeigen, wieviel Innovationskraft in unserer Kirche steckt“, sagte Oberkirchenrat Müller. Sie verdeutlichten, dass Kirche dort lebendig sei, wo Menschen neue Ideen entwickeln und ausprobieren – im Religionsunterricht, in der Gemeindearbeit, in der Seelsorge oder in neuen Begegnungsformaten. „Genau solche Projekte helfen uns, als Kirche nah bei den Menschen zu bleiben und auf gesellschaftliche Veränderungen kreativ zu reagieren“, so der Theologe.  Müller kündigte an, dass jetzt die nächste Runde des Wettbewerbs beginne und Gemeinden, kirchliche Einrichtungen und Initiativen sich mit neuen Ideen bewerben könnten.

Das Projekt „Flexibilisierung RU“, das 5 000 Euro Fördergeld erhielt, entwickelt neue organisatorische und pädagogische Formen für den Religionsunterricht. Angesichts veränderter schulischer Rahmenbedingungen sollen Modelle erprobt werden, die den Religionsunterricht flexibler gestalten und stärker mit kirchlicher Bildungsarbeit vor Ort vernetzen. Ziel ist es, den Religionsunterricht auch unter schwieriger werdenden Bedingungen verlässlich anbieten zu können und neue Formen der Kooperation zwischen Schule und Kirche zu ermöglichen.

10 000 Euro Fördermittel erhielt die Initiative „Familienkathedrale Annweiler“. Sie möchte einen kirchlichen Ort schaffen, der speziell auf Familien mit Kindern ausgerichtet ist. Geplant ist eine Ausstattung und Infrastruktur, die neue Formen gemeinsamer Spiritualität, Begegnung und gemeinschaftlichen Erlebens ermöglicht. Familien sollen hier Kirche als offenen und gastfreundlichen Raum erleben können, der ihren Bedürfnissen und Lebenssituationen entgegenkommt.

Der „Pfälzer Kirchentag“ erprobt ein regionales Veranstaltungsformat nach dem Vorbild eines Kirchentages – in überschaubarem Rahmen. Ziel ist es, Menschen aus verschiedenen Gemeinden zusammenzubringen und neue Formen kirchlicher Begegnung, Diskussion und Beteiligung zu ermöglichen. Das Projekt will zeigen, dass auch regionale Formate Gemeinschaft, Austausch und geistliche Impulse stärken können. Das Projekt erhielt 15 000 Euro, der Kirchentag findet am 28. Juni statt.

Die Initiative „Abschiede am Rhein“ wurde mit 6000 Euro ausgezeichnet. Sie entwickelt neue Formen von Abschieds- und Trauerritualen im öffentlichen Raum. Menschen erhalten hier die Möglichkeit, in einem offenen Rahmen Abschied zu nehmen und Trauer zu gestalten. Seelsorge, Spiritualität und öffentliche Ritualformen werden miteinander verbunden und eröffnen neue Wege kirchlicher Begleitung in Übergangssituationen des Lebens.

Den Sonderpreis in Höhe von 1000 Euro erhielt das Projekt „Himmel & Hund“. Dies ist ein niedrigschwelliges Begegnungsformat für Menschen mit Hunden. Gemeinsame Spaziergänge bieten Gelegenheit zu Gesprächen über Lebens- und Glaubensfragen und schaffen unkomplizierte Kontaktmöglichkeiten. Das Projekt richtet sich bewusst auch an Menschen, die sonst selten mit Kirche in Berührung kommen.

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news-4301 Wed, 11 Mar 2026 11:56:56 +0100 "Prüft alles und behaltet das Gute" /prueft-alles-und-behaltet-das-gute Neue Arbeitshilfe der Evangelischen Kirche der Pfalz zum Umgang mit Rechtsextremismus und Rechtspopulismus „Als Kirche stehen wir ein für Menschenwürde und Menschenrechte, für Demokratie und Freiheit, für Gerechtigkeit und Solidarität. Darum können wir auch nicht schweigen, wenn rechtsextremistische Parteien populistische Lösungen anbieten.“

 

Mit diesen Worten unterstreicht Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst die Haltung der Evangelischen Kirche der Pfalz anlässlich der Veröffentlichung einer neuen Arbeitshilfe zum Umgang mit Rechtsextremismus und Rechtspopulismus.

Die Broschüre erscheint bewusst im Vorfeld der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am 22. März. Sie möchte Orientierung bieten, zur Meinungsbildung beitragen und Verantwortliche in Kirche und Gesellschaft dabei unterstützen, demokratische Werte klar zu vertreten.

Die Handreichung greift die Jahreslosung 2025 auf – „Prüft alles und behaltet das Gute“ (1. Thessalonicher 5,21) – und richtet sich an Kirchengemeinden, kirchliche Einrichtungen sowie alle Interessierten.

Exemplarisch werden Positionen der AfD analysiert und zentralen Grundüberzeugungen des christlichen Glaubens gegenübergestellt.

Thematisiert werden unter anderem Demokratie und Menschenwürde, Erinnerungskultur, Flucht und Migration, Europa, Wirtschafts- und Sozialpolitik, Inklusion, Geschlechtergerechtigkeit sowie Klima- und Schöpfungsverantwortung. Ziel ist es, Widersprüche sichtbar zu machen und Argumentationshilfen für sachliche Gespräche bereitzustellen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der praktischen Unterstützung für den Dialog: Begleitende Impulskästen geben konkrete Hinweise, wie Gespräche respektvoll geführt, populistische Parolen eingeordnet und menschenfeindlichen Aussagen klar widersprochen werden kann. Die Broschüre ermutigt dazu, Haltung zu zeigen und zugleich Gesprächsräume offen zu halten.

Hier können Sie die Broschüre herunterladen.

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news-4300 Mon, 09 Mar 2026 10:31:41 +0100 Wechsel in bewegten Zeiten /personalwechsel-im-bau-und-finanzdezernat-der-landeskirche Die ehemalige Bau- und Finanzdezernentin der pfälzischen Landeskirche, Oberkirchenrätin Karin Kessel, wurde in einem Festgottesdienst in Speyer in den Ruhestand verabschiedet. Nachfolgerin Juliane Danz verspürt "Lust an Gestaltung". Von Uwe Rauschelbach

Speyer. Der Personalwechsel im Bau- und Finanzdezernat der Landeskirche ist vollzogen: Oberkirchenrätin in Ruhe Karin Kessel wurde bei einem Festgottesdienst in der Speyerer Gedächtniskirche offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Ihre Nachfolgerin, Oberkirchenrätin Juliane Danz, wurde von Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst ins Amt eingeführt. Dekane*innen, Pfarrer*innen, Verwaltungsleiter*innen der Kirchenämter, Vertreter*innen der gemeindlichen Dienste sowie der benachbarten Landeskirchen wohnten dem Gottesdienst bei. Unter den Gästen auch der Vorsitzende der Pfarrvertretung, Thomas Jakubowski, der Beauftragte der Evangelischen Kirchen in Rheinland-Pfalz, Kirchenrat Wolfgang Schumacher sowie die emeritierten Kirchenpräsidenten Eberhard Cherdron und Christian Schad. Die musikalische Gestaltung lag in den Händen von Kirchenmusikdirektor Robert Sattelberger und dem Posaunenchor Speyer unter der Leitung von Philipp Neidig.

Bei der Verabschiedung Karin Kessels bezeichnete Dorothee Wüst ihre ehemalige Kollegin im Landeskirchenrat als „Herzstück unseres Kollegiums“. Und sie stellte fest: „Wir wären nicht da, wo wir sind, ohne dich.“ Kessel habe fachliche Kompetenz, Loyalität, Disziplin und Zuverlässigkeit bewiesen. „Für mich bist und bleibst du unersetzlich“, sagte Wüst: „Ich werde dich vermissen.“ Nach der Segnung folgte eine herzliche Umarmung zwischen beiden Frauen, begleitet vom lang anhaltenden Applaus der Gäste.

Nachfolgerin Juliane Danz wurde von der Kirchenpräsidentin für ihr neues Amt gesegnet. „Dir ist Einiges zuzutrauen“, sprach ihr Dorothee Wüst zu. So bringe die neue Bau- und Finanzdezernentin im Landeskirchenrat fachliche und personale Kompetenzen mit. Sie gelte als teamfähig, kommunikativ, empathisch und kritikfähig. Eigenschaften, die Wüst als Voraussetzungen für eine solche Führungsrolle bezeichnete. Die 1987 in Schmalkalden geborene Juliane Danz wurde von der Landessynode für die Dauer von sieben Jahren ernannt.

In ihrer Predigt stellte Dorothee Wüst für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Landeskirche fest: „Wir ziehen den Pflug nicht mit stolz geschwellter Brust aus dem Acker.“ Die Arbeit in der Nachfolge Jesu sei „kein Rosinenpicken“. Doch wer sich hierfür entscheide, gehöre dem „Gewinnerteam Golgatha“ an. Dabei gelte es, mit konsequenter und entschiedener Orientierung an den christlichen Werten und Tugenden den Horizont nicht aus dem Blick zu verlieren.

Auch der Präsident der Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz, Hermann Lorenz, rühmte die Arbeit Karin Kessels. Diese habe in ihrem Amt, das sie vor 28 Jahren angetreten habe, einen „langen Atem“ bewiesen. Reformen, wie sie auch seinerzeit angestanden hätten, seien „kein Zeichen von Krise, sondern von Bewegung“. Der Präsident des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Hans Ulrich Anke, betonte, die gesamte EKD habe von der Verlässlichkeit Kessels profitiert. Eine derart uneingeschränkte Anerkennung in den kirchlichen Institutionen und Ämtern habe er „noch nie erlebt“. Auch überbrachte Anke einen Gruß von EKD-Ratspräsidentin Kirsten Fehrs, die Karin Kessel als „Grande Dame“ der Kirche bezeichnete.

Generalvikar Markus Magin, der die Diözese Speyer und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (Region Südwest) vertrat, wies darauf hin, dass auch die Kirche Fachleute in finanziellen Angelegenheiten benötige. Karin Kessel habe sich auch in der ökumenischen Zusammenarbeit bewährt, etwa bei der Frage der gemeinsamen Nutzung von Gebäuden. Die Speyerer Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler rechnete es zum zentralen Auftrag der Kirche, „für die Menschen da zu sein“. Um diesen Auftrag zu erfüllen, brauche es Mitarbeiterinnen wie Karin Kessel. Mit ihr habe sich die Kirche als „verlässlicher Partner“ der Stadtgesellschaft erwiesen.

In ihrem Dankeswort würdigte Karin Kessel die „sehr gute Zusammenarbeit“ mit dem Kollegium im Landeskirchenrat wie mit den Mitgliedern der Landessynode, die sie vor knapp drei Jahrzehnten zur ersten Frau an die Spitze der Landeskirche gewählt hatten. Ihre Abschiedsrede, die auch emotionale Momente aufwies, war geprägt von großer Dankbarkeit für die Menschen, mit denen sie in ihrem Amt zu tun hatte.

Unterdessen bezeichnete Juliane Danz den Wechsel im Bau- und Finanzdezernat der Landeskirche als Zeichen für „Beständigkeit im Wandel“. Sie dankte für die offene Aufnahme im Landeskirchenrat, in dem sie „Lust an Gestaltung“ verspüre. Mit Blick auf die kirchlichen Herausforderungen stellte sie fest: „Wir sitzen alle in einem Boot.“ Finanzen stellten „Möglichkeitsräume“ für die kirchliche Arbeit bereit. Die Kirche müsse ihre Ressourcen solide einsetzen, um auch in Zukunft Ort der Begegnung von Menschen zu sein.

Dieser Artikel erscheint auch im Evangelischen Gemeindeblatt für die Pfalz.

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news-4299 Wed, 04 Mar 2026 13:34:49 +0100 Zwischen Schmerz und Hoffnung: Begegnungen in Israel und dem Westjordanland /zwischen-schmerz-und-hoffnung-begegnungen-in-israel-und-dem-westjordanland Kurz vor Ausbruch des Krieges zwischen Israel und Iran besuchte eine Delegation der Evangelischen Kirche der Pfalz Israel und das Westjordanland. Der Reisebericht erzählt von Menschen, die sich dem Hass verweigern und davon, warum Kirche gerade jetzt für Deeskalation, Menschenwürde und eine Sprache des Friedens einstehen muss. Als wir vom 20. bis 25. Februar Israel und das Westjordanland besuchten, erlebten wir eine Region voller Schmerz, Angst und Wut. Und doch gibt es Menschen, die sich weigern, ihre Menschlichkeit an den Hass zu verlieren. Kurz danach bricht der Krieg zwischen Israel und Iran aus. Seitdem blicken wir täglich auf Bilder von Raketeneinschlägen und Drohnenangriffen, auf Tote und Verletzte, auf Familien in Schutzräumen, auf Menschen im Iran, die ohnehin seit Jahren unter Repression leiden und nun auch noch den Schrecken des Krieges erleben.

Gerade deshalb veröffentlichen wir diesen Reisebericht. Nicht als Statement oder Position zur aktuellen Lage, sondern als Erfahrungsbericht von Begegnungen mit Menschen. Es gibt Stimmen, die den Raum „dazwischen“ offenhalten: zwischen Schuldzuweisungen und Lagerdenken, zwischen „sie oder wir“. Wir haben Menschen getroffen, die sagen: Ich lasse nicht zu, dass der Hass mein Herz vergiftet. Wir haben erlebt, wie Trauer nicht zwangsläufig in Vergeltung münden muss, sondern – mühsam zwar, aber möglich – in die Entscheidung, den anderen wieder als Menschen zu sehen. Solche Erfahrungen sind ernüchternd und ermutigend zugleich. Und sie leben von der Erkenntnis: Frieden beginnt dort, wo jemand die Logik der Entmenschlichung unterbricht.

Deshalb teilen wir als Kirche die klaren Linien, die Kirchen weltweit jetzt ziehen: Militärische Konfrontation schafft keinen Frieden. Eine Spirale aus Angriff und Vergeltung bringt neues Leid und vergrößert die Gefahr, dass ein regionaler Flächenbrand entsteht. Darum rufen wir zur Deeskalation auf, zum Schutz der Zivilbevölkerung und zur Einhaltung des humanitären Völkerrechts. Wir drängen auf eine Rückkehr zur Diplomatie und zu ernsthaften Verhandlungen auch über Rüstungskontrolle und nukleare Nichtverbreitung. Und wir beten. Nicht als Ersatz für Verantwortung, sondern als Kraftquelle, damit aus Gebet Haltung und aus Haltung konkretes Handeln wird.

Die Lage ist komplex, und einfache Antworten tragen nicht. Und doch ist manches nicht verhandelbar: die Würde eines jeden Menschen, das Recht auf Leben in Frieden und Sicherheit. In allen Gesprächen wurden wir gebeten, uns als Kirche auch hier in Deutschland für eine Sprache des Friedens stark zu machen. Menschenleben dürfen nicht gegeneinander aufgerechnet werden, Waffen dürfen nicht das letzte Wort haben, der unbedingte Wille zum Frieden muss leitend sein für alles Handeln. Damit Gerechtigkeit und Sicherheit für alle überhaupt eine Chance haben. Oder mit den Worten des Autors und Musikers Ofer Waldman: "Hoffnung ist, was wir tun."

Dorothee Wüst
Kirchenpräsidentin

 

Menschlichkeit bewahren

SPEYER – Eine Delegation der Evangelischen Kirche der Pfalz hat Israel und das Westjordanland besucht. Im Mittelpunkt standen Begegnungen, um unterschiedliche Meinungen wahrzunehmen und zu hören, was Menschen von der Kirche inmitten des Konflikts erhoffen. 

Von Florian Riesterer

„Ich unterscheide klar zwischen denen, die diese Taten begangen haben, und der Mehrheit der Palästinenser. Das tun viele Israelis nicht. Für sie gibt es Sätze wie: „Es gibt keine Unschuldigen“ oder „Im Hintergrund steckt immer Hamas.“

Das sagt die Jüdin Roni Kedar. Kedar wohnt im Moshav Netiv Ha'asara an der Grenze zum Gazastreifen. Am 7. Oktober wurde ihre Siedlung überfallen, Terroristen landeten mit Fallschirmen. 18 Menschen starben.

Seit 2008 schon versucht die mittlerweile über 80-Jährige mit der Initiative „The Other Voice“ den Kontakt mit den Menschen im Gazastreifen aufrechtzuerhalten, Gewalt und Hass etwas entgegenzusetzen, etwa durch gemeinsame Theaterprojekte. Und die ehemalige Lehrerin verweigert sich auch nach dem 7. Oktober Pauschalisierungen, selbst wenn sie deshalb angefeindet wird.

„Wir leben alle hier und wir wollen leben, nicht sterben. Wenn wir so weitermachen wie bisher, wird es nicht ,sie oder wir‘ heißen – es wird ,weder sie noch wir‘ heißen. Also müssen wir einen Weg finden, das zu stoppen.“

Für Roni beginnt das mit Begegnungen. „Manche sagen, es sei meine Schwäche, dass ich Menschen verstehe, die mir nicht zustimmen. Aber ich glaube, es ist meine Stärke. Die Leute hören mir zu – selbst, wenn sie nicht einverstanden sind.“

Verschiedene Positionen hören, sich selbst vor Ort ein Bild der Lage zu machen, genau mit diesem Wunsch war eine Delegation der Landeskirche um Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst für fünf Tage nach Israel und in das Westjordanland gereist.

Das Ziel: in der Debatte in Deutschland, die oft nur zwischen Pro-Israel und Pro-Palästina unterscheidet, unterschiedliche Schattierungen wahrzunehmen, sprachfähiger zu werden. Zu lernen, welchen Beitrag Kirche leisten kann – auch in der immer polarisierteren Gesellschaft hierzulande.

Die Kirche solle konsequent die Sprache des Friedens, der Versöhnung und der Würde jedes Menschen sprechen – unabhängig von politischem Druck oder emotionaler Aufladung, erklärte etwa der Erzbischof von Jerusalem, Hosam Naoum, im Gespräch. „Ich bin Palästinenser – aber ich sorge mich sowohl um Israel als auch um Palästina. Ich sorge mich um alle Menschen Jerusalems: Muslime, Christen und Juden. Weil es meine christliche Pflicht ist, jeden Menschen als Ebenbild Gottes zu achten. Christus ist für alle Menschen gestorben, nicht nur für Christen.“ Naoum sieht in der Wurzel des Konflikts Angst und das Bedürfnis nach Sicherheit. Diese Gefühle würden von der Politik für eigene Machtinteressen missbraucht, Religion diene oft als Deckmantel.

Gleichzeitig verstehe er natürlich, dass Menschen, die Angehörige verlieren, Hass empfinden. Aber es gebe Menschen, die sich bewusst dagegen entscheiden.

Diese Erfahrung machten die Delegationsteilnehmer im Gespräch mit dem Israeli Ofer und der Palästinenserin Leyla, Mitglieder des Parents Circle Family Forum. In der NGO vernetzen sich Menschen, die im Konflikt Familienangehörige verloren haben.

Leyla schilderte den Hass, den sie gegenüber Israelis empfand, nachdem ihr sechsmonatiger Sohn durch Tränengas der israelischen Armee ums Leben gekommen war. Wie sie ein Freund hartnäckig überredete, zu den Treffen des Family Forum zu kommen. Und wie sie zum ersten Mal hörte, wie Israelis darüber sprachen, wie sie mit dem Verlust ihrer Liebsten umgehen. „Es war das erste Mal, dass ich sie als Menschen sah, genauso wie mich. Wir teilen die gleichen Tränen.“

Er sei kein Heiliger, kein Engel, sagt Ofer, der seinen Bruder verloren hat, über sein Engagement im Parents Circle. Nutznießer sei an erster Stelle er selbst. „Auf diese Weise bewahre ich mir meine Menschlichkeit.“ Aber natürlich bewirke ihr Engagement auch, dass sich andere Menschen mit der jeweils anderen „Seite“ auseinandersetzen. Es sei ein Symbol für Verständigung und werde wohl auch deshalb von der israelischen Regierung nicht gern gesehen. Inzwischen sei es der NGO verboten, in Schulen zu kommen.

Wie groß der Wunsch nach Frieden ist und was er im Alltag bedeuten würde, machten Schülerinnen und Schüler in der deutschen Schule Talitha Kumi im palästinensischen Beit Jala deutlich: „Frieden ist für mich, wenn ich zur Schule nur zehn ­Minuten brauche und nicht eineinhalb Stunden, weil Checkpoints geschlossen sind“, sagen Majd und Jacoub. Und Lehrer spüren, dass der Alltag der Schüler sich auf deren Verhalten auswirkt, die teilweise nicht wissen, wohin sie mit ihren Aggressionen sollen.

Klare Worte fand auch Imad Haddad, Bischof der evangelisch-lutherischen Kirche in Jordanien und Jerusalem: „Oft möchte man in Europa, dass wir, wenn wir über uns als Palästinenser sprechen, gleichzeitig Israel erwähnen – um ‚ausgewogen‘ zu sein. Aber meine Identität ist eine eigenständige Identität“, sagte Haddad. Wenn man über Verhandlungen oder Staatlichkeit spreche, brauche es Ausgewogenheit. „Aber wenn ich meine eigene Situation beschreibe, dann spreche ich über meine Realität.“

Haddad forderte die Kirchen dazu auf, Haltung beim Konflikt zu beziehen. Schwarz-weiß-Denken bringe niemanden weiter. Aber Unrecht müsse klar benannt werden, Neutralität heiße nicht, zu schweigen. Hilfreich sei, sich selbst vor Ort ein Bild zu machen, den Menschen zuzuhören, so Sally Azar, erste palästinensische Pfarrerin in Jerusalem.

Joachim Lenz, evangelischer Propst in Jerusalem, zitierte in seiner Analyse den israelischen Historiker Yuval Noah Harari. Es gehe für Außenstehende des Konflikts darum, einen Raum des Friedens und des Mitgefühls aufrechtzuerhalten, in dem Hoffnung gelebt werden könne. Die Kirche, so Lenz, könne hier einen wichtigen Beitrag leisten.

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news-4298 Wed, 04 Mar 2026 12:05:55 +0100 Kirchen in Rheinland-Pfalz rufen zur Teilnahme an der Landtagswahl auf /kirchen-in-rheinland-pfalz-rufen-zur-teilnahme-an-der-landtagswahl-auf Ökumenischer Wahlaufruf: "Aufstehen für …" eine Politik mit Werten, Respekt und Solidarität Speyer. „Machen Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch und entscheiden Sie mit über die Zukunft unseres Bundeslandes!“: Mit diesem Appell an die Bürgerinnen und Bürger rufen die evangelischen und katholischen Kirchen in Rheinland-Pfalz zur Teilnahme an der Landtagswahl am 22. März auf. Mit der Wahlbeteiligung sei Verantwortung für gesellschaftlichen Zusammenhalt, eine lebendige Demokratie und einen sozialen Rechtsstaat verbunden, heißt es in dem ökumenischen Wahlaufruf. 

Auf die vielfältigen Herausforderungen in Rheinland-Pfalz gebe es keine einfachen Antworten, schreiben die acht beteiligten leitenden Geistlichen. Das betreffe den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturwandel, die Chancengerechtigkeit im Bildungsbereich, soziale Sicherheit und Teilhabe sowie die Folgen des Klimawandels gleichermaßen. „Umso mehr braucht es Politikerinnen und Politiker, die sich an klaren Werten orientieren und sachlich argumentieren; die respektvoll miteinander umgehen und gemeinsam nach Lösungen suchen; die einem solidarischen Miteinander und einer guten Zukunft für alle Menschen in unserem Bundesland dienen.“ 

Gemeinsame Kampagne „Aufstehen für …“ 

Die Kirchenleitungen verweisen auf die gemeinsame Kampagne „Aufstehen für …“ anlässlich der Kommunalwahl in Hessen und der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. Die Kampagne setzt sich ein für Menschenwürde, Offenheit und Solidarität in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft. Die Wahlberechtigten werden aufgefordert zu prüfen, ob Parteiprogramme und öffentliche Äußerungen von Kandidierenden die Würde jedes Menschen achten, den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und ein friedliches sowie gerechtes Miteinander fördern. Wer am Wahltag verhindert ist, kann auch noch bis zwei Tage vor der Wahl Briefwahl beantragen

Fünf Bistümer und drei Landeskirchen beteiligt 

An dem Aufruf beteiligen sich die Bistümer Trier, Limburg, Mainz und Speyer, das Erzbistum Köln, die Evangelische Kirche im Rheinland, die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau sowie die Evangelische Kirche der Pfalz. 

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news-4297 Tue, 24 Feb 2026 14:35:01 +0100 Vier Jahre Krieg in der Ukraine – ein Gebet für Frieden und Hoffnung /vier-jahre-krieg-in-der-ukraine-ein-gebet-fuer-frieden-und-hoffnung Inmitten von Zerstörung und Angst, wenn Leid und Hoffnung so dicht beieinander liegen. Wie kann Frieden wachsen? Am 24. Februar 2026 jährt sich der Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine. Ein Krieg mitten in Europa, der die ganze Welt bis ins Mark erschüttert. Seit vier Jahren dauern die Kämpfe an: Städte wurden zerstört; Millionen Menschen ihrer Heimat beraubt, unzählige Menschen verletzt, getötet oder traumatisiert. Dieser Jahrestag erinnert uns an die Notwenigkeit von Frieden, Mitgefühl und Solidarität – nicht nur in der Ukraine, sondern überall dort, wo Gewalt das Leben bedroht.

Wir halten inne:

Gott des Lebens,
schon vier Jahre ist Krieg in der Ukraine,
vier Jahre Flucht, Angst, Zerstörung und Tod.
Wir bringen vor dich die Wunden dieses Krieges.
Du siehst das Leid in der Ukraine und überall dort,
wo Macht über Menschlichkeit gestellt wird.
Du kennst die Namen der Opfer auf allen Seiten.
Wir denken an die Menschen in den bombardierten Städten,
an die Geflüchteten, an die Verletzten, an die Trauernden.
Schenke den Trauernden Trost, den Mächtigen Mut zum Frieden.
Bewahre in uns die Hoffnung heute und morgen und alle Tage.
Amen.

Dieses Gebet erinnert uns daran, dass Frieden nicht nur das Ende von Kämpfen ist, sondern aus Mitgefühl, Solidarität und dem Willen zur Gerechtigkeit und Versöhnung wächst.

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news-4296 Wed, 18 Feb 2026 14:00:00 +0100 Kirchen starten ökumenische Kampagne zu den Wahlen /kirchen-starten-oekumenische-kampagne-zu-den-wahlen Mit der Kampagne „Aufstehen für…“ positionieren sich die Kirchen klar für eine offene, solidarische und gerechte Gesellschaft. Speyer. Mit der gemeinsamen Kampagne „Aufstehen für …“ setzen die Kirchen in Rheinland-Pfalz und Hessen ein starkes Zeichen für Demokratie, Menschenwürde, Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mit Blick auf die Kommunalwahl in Hessen am 15. März sowie die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am 22. März rufen die evangelischen Landeskirchen, die katholischen Bistümer und die Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen (ACK) Südwest und Hessen-Rheinhessen dazu auf, Verantwortung für das demokratische Gemeinwesen zu übernehmen, extremistischen Tendenzen entschieden entgegenzutreten und das Wahlrecht bewusst wahrzunehmen.

Die Kirchen positionieren sich klar für eine offene, solidarische und gerechte Gesellschaft – ohne parteipolitische Empfehlungen, aber mit einer deutlichen Haltung für die Grundwerte der Demokratie. Ziel der Kampagne ist es, die Vielfalt der christlichen Kirchen als Stärke sichtbar zu machen und gemeinsam Verantwortung für das gesellschaftliche Miteinander zu übernehmen.

Die Kampagne startet am Aschermittwoch, 18. Februar 2026. Zeitgleich geht die zentrale Internetseite online. Unter www.aufstehen-fuer.de finden sich grundlegende Informationen zur Kampagne ebenso wie Grafiken, Videobotschaften und Wahlaufrufe. Die Kampagne setzt bewusst auf positive Botschaften, persönliche Beteiligung und kreative Formen des Mitmachens – unter dem Leitgedanken: „Wofür stehst du auf?“ 

So können sich Menschen beteiligen

Alle Interessierten sind eingeladen, sich aktiv einzubringen – durch das Teilen von Kampagnenbeiträgen in den sozialen Medien, den Einsatz der Materialien vor Ort, eigene Aktionen in Gemeinden und Einrichtungen oder persönliche Statements für Demokratie und Menschenwürde. Beispiele guter Praxis werden auf der Kampagnenseite vorgestellt und weiterverbreitet.

Gemeinsame Verantwortung für die Zukunft

Die Kirchen machen deutlich: Demokratie lebt vom Mitmachen, von gegenseitiger Achtung und vom Einsatz für die Würde jedes Menschen. Mit der Kampagne „Aufstehen für…“ wollen sie Orientierung geben, Mut machen und dazu beitragen, dass die kommenden Wahlen in einem Klima der Verantwortung, des Respekts und der Solidarität stattfinden.

Weitere Informationen, Materialien und mit Mitmachmöglichkeiten finden sich ab sofort auf www.aufstehen-fuer.de. Stickerbögen können voraussichtlich ab Mitte nächster Woche im Webshop der Evangelischen Kirche der Pfalz bestellt werden.

An der Kampagne beteiligen sich die katholischen Bistümer Fulda, Limburg, Mainz, Paderborn, Speyer und Trier. Von evangelischer Seite wirken die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), die Evangelische Kirche der Pfalz, die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) sowie die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) mit. Ebenso tragen die Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen (ACK) Südwest und Hessen-Rheinhessen die Kampagne.

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news-4295 Mon, 16 Feb 2026 14:06:59 +0100 Tönender Pfeiler der Kirche /toenender-pfeiler-der-kirche Die Kirchenmusik gehört nicht zu den Sorgenkindern der pfälzischen Landeskirche. Dennoch fehlen derzeit drei hauptamtliche Stellen. Und im Zuge der Umstrukturierung müssen sich auch die Kirchenmusiker umstellen. Noch sind die Konsequenzen nicht abzusehen. Von Uwe Rauschelbach

SPEYER. Die Zahlen sprechen für sich: Seit Jahren verzeichnet die Chorstatistik der Landeskirche annähernd kon­stante Zahlen. Zumindest rauschen diese nicht ähnlich dramatisch in den Keller, wie es in Bereichen des kirchlichen Ehrenamts oder des theologischen Nachwuchses der Fall ist. Landeskirchenmusikdirektor ­Jochen Steuerwald sieht in der Musik denn auch einen starken ­Pfeiler der Kirche.

Tatsächlich sind die Kirchen voll, wann immer das Weihnachtsoratorium oder eine Passion von Bach erklingt, eines der Oratorien Mendelssohns aufgeführt wird oder ein Requiem von Brahms oder Verdi auf dem Programm steht. Auch die Orgel, zuweilen als in die Jahre gekommene „Königin der Instrumente“ verschrien, lockt bei Konzerten noch immer Menschen in die Kirchen, selbst wenn die Gottesdienste schwach besucht sind. Die Aufgabe von Gotteshäusern betrifft freilich auch eine ungewisse Zahl von Orgeln, deren Zukunft als nicht gesichert gilt. Sollte dereinst die Christuskirche der protestantischen Gemeinde im Norden von Speyer für immer geschlossen werden – dies war zumindest das Kalkül der Landeskirche –, dann wäre guter Rat teuer. Die in Rundbauweise installierte Orgel wäre in einer anderen Kirche kaum vermittelbar.

Gleichwohl scheint die Attraktivität der Orgel bei jungen Menschen wieder zuzulegen, wie die teilweise steigenden Zahlen dokumentieren, die bei der Ausbildung des Nachwuchses erfasst werden. Auch Posaunenchöre und Instrumentalkreise können sich über mangelnden Zuspruch nicht beklagen. Waren in den 15 Kirchenbezirken 2012 noch 513 Ensembles mit insgesamt 12 700 Musizierenden gezählt worden, stieg die Zahl der Gruppen und Kreise bis 2024 gar auf 540 an. Gut 11 000 Musikbegeisterte wirken in einem kirchenmusikalischen Ensemble mit.

Eine verhältnismäßig konstante ­Entwicklung verzeichnet auch die Chormusik der pfälzischen Landeskirche, wie der Vergleich von 2012 und 2024 zeigt: Die Zahl der Chöre sank in diesen zwölf Jahren von 391 auf 377, die der Sängerinnen und Sänger von 10 800 auf 9200. Spitzenreiter ist hier der Kirchenbezirk Bad Dürkheim-Grünstadt mit 38 und der Kirchenbezirk Neustadt mit 36 Chören und jeweils mehr als 1000 Sängerinnen und Sängern. Analog sind die beiden Kirchenbezirke auch die Hochburgen für Instrumentalkreise, die in Dürkheim-Grünstadt 61 und in Neustadt 54 Ensembles zählen, mit jeweils mehr als 1000 Mitwirkenden.

Generell macht Landeskirchenmusikdirektor Jochen Steuerwald ein Nord-Süd- sowie ein West-Ost-Gefälle in der kirchenmusikalischen Aktivität der pfälzischen Protestant*innen aus. Traditionell weise die Pfalz mit nur einer Musikhochschule (in Mainz) im Vergleich mit den anderen Landeskirchen den kleinsten Anteil an hauptamtlichen Kirchenmusiker*innen auf. Im Zuge des Transformationsprozesses der Landeskirche seien drei weitere Stellen für hauptamtliche Kirchenmusiker beantragt worden. Deren Aufgaben würden vielfältiger; gesucht würden „Allrounder“, die ein möglichst großes kirchenmusikalisches Spektrum abdecken könnten: von der Barock- bis zur ­Popmusik. „Aber keiner kann alles machen“, schränkt Steuerwald realistischerweise ein. So hätten sich in den vergangenen Jahren durchaus stilistische und gattungsmäßige Schwerpunkte in einzelnen Kirchenbezirken gebildet.

Die Landeskirche sollte die Chancen, die die Kirchenmusik bietet, verstärkt nutzen, findet der Landeskirchenmusikdirektor, der Organist ist und selbst zwei Chöre – die Evangelische Jugendkantorei sowie den Evangelischen Oratorienchor der Pfalz – leitet. Musik weise über die Grenzen von Sprache hinaus und eigne sich als Medium für Inhalte, die sich durch Sprache allein nicht vermitteln ließen. Gerade für Kinder erweise sich die Chorarbeit als Einstieg in die Kirchenmitgliedschaft, während sich Posaunenchöre dadurch auszeichneten, dass sie Menschen unterschiedlicher Generationen und Milieus vereinten. Könne die Orgel auch keinen Alleinvertretungsanspruch mehr anmelden, so werde ihr Klang noch immer stark mit dem Gottesdienst verknüpft. Gleichwohl überrasche es ihn immer wieder, so Steuerwald, wie viele Menschen die Orgel nach wie vor für unverzichtbar hielten.

Der Landeskirchenmusikdirektor kam 2008 ins Amt. Seither habe sich die Kirchenmusik weit für moderne Formen geöffnet. Berührungsängste vor der Popularmusik seien inzwischen „gründlich überwunden“. Auch sei eine gewisse „Eventisierung“ im Gang, wie sich an projektorientierten Konzerten mit Bandauftritten zeige. Konventionen würden etwa auch durch Crossover-Projekte oder besondere Formen wie eine keltische Messe hinterfragt.

Gleichwohl biete die Ausbildung für nebenamtliche Kirchenmusiker*innen noch keinen eigenen Popularmusik-Studiengang an. Wer sich darin üben wolle, müsse Angebote jenseits der landeskirchlichen Grenze suchen. Im Erprobungsraum „Pop and Go“ im Kirchenbezirk Kusel werde mit modernen Formen der Kirchenmusik experimentiert. Hier sei noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht, meint Steuerwald. Dass Popmusik das Allheilmittel gegen rückläufige Kirchenbesucherzahlen sei, will er allerdings nicht unterstreichen.

Im Verlauf des Zukunftsprozesses, der zur Bildung größerer Einheiten führt, dürfte es nach Steuerwalds Einschätzung künftig auch im Bereich der Kirchenmusik zu Regio­nalisierungen kommen. Haupt- wie ehrenamtliche Kirchenmusiker*innen fänden womöglich neue Arbeitsfelder vor, doch geht der Landeskirchenmusikdirektor davon aus, dass es zumindest bei den Nebenamtlichen bei einer starken Bindung an die Heimatgemeinde bleibt. All das sei jedoch noch nicht zu Ende gedacht, etwa was die künftigen Einsatzgebiete der Bezirks­kantor*innen anbelangt, die mit jeweils 0,8 Hauptamtlichen auf die Regionalteams verteilt werden müssen.

Dieser Artikel ist auch im Evangelischen Gemeindeblatt für die Pfalz erschienen.

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news-4294 Tue, 10 Feb 2026 10:00:41 +0100 Pop-Experimente vor vollem Haus /pop-experimente-vor-vollem-haus Nach Harry Potter und Nick Cave stand jetzt die Musik von Coldplay im Mittelpunkt eines Gottesdienstes. Von Florian Riesterer

LUDWIGSHAFEN. Liturgie trifft Popkultur, so könnte das heißen, was seit einiger Zeit der Kirchenbezirk Ludwigshafen erprobt. Das Publikum klatscht rhythmisch. „This could be paradise“ singt Lorena Huber vor dem Altar ins Mikrofon, begleitet von ihren vier Bandkollegen an Keyboard, Gitarre und Schlagzeug. Über ihnen breitet Jesus Christus segnend seine Arme aus, schaut herab auf die mehr als 300 Besucher. „A Tribute to Coldplay – Konzert trifft Gottesdienst“ heißt es an diesem Abend in der Ludwigshafener Friedenskirche.

„Ich find’s cool, wie voll das Haus ist“, sagt Tassilo Grün zur Begrüßung. Der 34-Jährige Presbyter ist bekennender Coldplayfan – das Konzept des Abends hat er sich überlegt. Unterstützung kommt von Dekan Paul Metzger und den Pfarrerinnen Cornelia Zeißig und Frauke Fischer.

„And so we pray“, betet die Gemeinde im anschließenden Gebet als Kehrvers, so wie im Liedtext des Songs „We pray“ der britischen Band. Von Stärke, Vergebung der Sünden, Segen und Hoffnung singt die Band. „Coldplay höre ich gerne und die Texte haben christliche Anklänge, oft auch etwas Mystisches“, sagt Grün. Deshalb habe er den Coldplay-­Gottesdienst vorgeschlagen.

Pfarrerin Frauke Fischer trägt ihre Gedanken zu „Speed of Sound“ vor. Der eigene Reflex, schnelle Ant­worten zu finden bei der Frage nach dem Sinn des Lebens. Und dann aber zu spüren, dass man selbst nicht der Mittelpunkt des Universums ist. Der Fokus hin zu etwas viel Größerem. Eine entlastende Erfahrung: „Ich muss nicht alles wissen und kann auf Gott vertrauen.“

Das Verschmelzen von Popkultur und Gottesdienst ist in Ludwigshafen nichts Neues. Erst Anfang November lauschten rund 100 Be­sucher in der Melanchthonkirche den Songs und Texten von Musiker und Autor Nick Cave – mit Standing Ovations. Zwei Mal fand dort schon ein Harry-Potter-Gottesdienst vor vollem Haus statt.

„Wir experimentieren im Kirchenbezirk mit alternativen Gottesdienstformaten, die Reihe könnte man ­zusammenfassen unter dem Begriff Liturgie und Popkultur, das trifft es vielleicht am ehesten“, sagt Dekan Paul Metzger. Vorbild waren die Taylor-Swift-Gottesdienste in der Heilig-Geist-Kirche in Heidelberg. Letztlich komme es darauf an, wer sich ehrenamtlich einbringt. „Was habt ihr für Ressourcen, was könnt ihr anbieten? Weniger: Was wünscht ihr euch?“, so fasst Grün die Ge­danken zusammen.

Dass es dem promovierten Chemiker nicht schwerfällt, die Songtexte auf sein Leben zu beziehen als Christ, wird in seinen Worten zum Song „Fix You“ deutlich. „Ich fühle mich leer und überfordert gleichzeitig, müde, obwohl ich so lange geschlafen habe.“ Er schildert gleichnishaft, wie ein Einkauf im Supermarkt die wirklichen Bedürfnisse nicht stillt: „Wenn du alles bekommst, was du willst, aber nicht, was du brauchst“. Und dann, wenn es nicht mehr schlimmer kommen kann, ist da Gott, der ihm Kraft gibt: „Ich bin an deiner Seite und werde dich aufrichten.“

Popkultur und christliche Inhalte – für Dekan Paul Metzger ist dies eine weite Spielwiese. „Ich bin da offen, es muss nur authentisch sein.“ Biblische Anknüpfungspunkte gibt es viele. In seinem Text über den Song „Clocks“ von Coldplay outet er sich als „Trekkie“, spricht über Star-Trek-Bösewicht Doktor Soran, der versucht, der Zeit zu entkommen, die ihm als „Raubtier“ erscheint. „Die Zeit muss ich nicht besiegen, sie liegt bei Gott“, sagt Metzger. Das Publikum hört aufmerksam zu.

Für Tassilo Grün ist wichtig, Menschen zu erreichen, die Bock haben auf gute Musik oder einen guten Gottesdienst, vielleicht sogar beides. Dazu die Hoffnung, aus der ­eigenen Bubble herauszukommen. Und tatsächlich, beim Blick auf die Gemeinde stellt Pfarrerin Kerstin Bartels, die stellvertretende Dekanin fest: Es waren nicht nur Gemeindemitglieder, die den Weg in die Friedenskirche gefunden haben.

Kritik, die Kirche betreibe mit solchen Gottesdiensten Ausverkauf, kontert Paul Metzger. „Wenn Leute von Anbiedern sprechen, sage ich, kommt von eurem Elfenbeinturm ­herunter. Wir können als Kirche in Schönheit sterben, aber wir sterben dann trotzdem.“ Lebensnäher müsse die Sprache werden. Und für Gemeindeaufbau gebe es doch nichts besseres, als wenn die Gemeinde sich selbst beteiligt.

„Ich bin rundum glücklich“, sagt Grün, während Lorena Huber nach dem Segen weiter singt, während die Besucher inzwischen tanzen. Die nächsten Popkultur-Liturgie-Formate sind bereits in Planung: Am 26. Juni folgt ein Beatles-Gottesdienst. „Jemand aus der Gemeinde könnte sich ‚Herr der Ringe‘ vorstellen“, sagt Paul Metzger, der über Taylor Swift nachdenkt. Für Tassilo Grün wäre Bruce Springsteen eine Idee. Oder Rapper Apache 207. „Das wäre mal was für jüngere Leute.“

Dieser Artikel ist auch im Evangelischen Gemeindeblatt für die Pfalz erschienen.

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news-4293 Thu, 05 Feb 2026 10:57:41 +0100 "Landauer Erklärung" zu Kitas in RLP /landauer-erklaerung-zu-kitas-in-rlp In einem offenen Brief wenden sich die öffentlichen Träger der Jugendhilfe und der Kirchen der Pfalz an die Landesregierung, um auf die finanzielle Schieflage der Kita-Finanzierung aufmerksam zu machen. Die öffentlichen Träger der Jugendhilfe und die Kirchen der Pfalz, das Bistum Speyer und die Evangelische Kirche der Pfalz, haben sich im Rahmen ihrer regelmäßigen vertrauensvollen Gespräche in Landau getroffen und entschieden, folgende Erklärung abzugeben: Seit dem 1. Juli 2021 ist das neue Kindertagesstättengesetz (KiTaG) in Kraft. Schon im Gesetzgebungsverfahren haben kommunale Spitzenverbände und freie Träger – insbesondere die Kirchen – vor erheblichen Finanzierungsproblemen gewarnt.

Die Verhandlungen über einen landesweiten Rahmenvertrag stocken seit Jahren, weil die Festlegung eines „angemessenen Eigenanteils“ vollständig an die örtlichen Verhandlungspartner abgegeben wurde. Zwar konnte für die Jahre 2021 bis 2024 eine Übergangsvereinbarung geschlossen werden, doch diese führt zu hohen Zusatzbelastungen bei Kommunen und freien Trägern.

Die kirchlichen Träger erhalten zwar 99 % der anerkannten Personalkosten und einen Sachkostenzuschlag von 3,5 %, doch die Mehrkosten tragen allein die Jugendämter. Gleichzeitig sind die kirchlichen Träger aufgrund sinkender Kirchensteuereinnahmen, erheblicher Teuerungen – insbesondere durch tarifliche Anpassungen, gestiegene Sozialkosten sowie gesetzliche Vorgaben etwa im Brandschutz – nicht länger in der Lage, die Tageseinrichtungen trotz kommunaler Zuschüsse zu finanzieren. Gemeinsam mit den öffentlichen Trägern arbeiten sie seit Jahren engagiert an einer verlässlichen, qualitativ hochwertigen und pluralen Kita-Landschaft in Rheinland-Pfalz.

Doch gerade die vom Land selbst gewünschte Trägervielfalt gerät nun akut in Gefahr. Rheinland-Pfalz gehört heute bereits zu den Bundesländern mit dem niedrigsten Anteil freier Trägerschaft. Setzt sich die derzeitige Entwicklung fort, wird sich dieser Trend dramatisch verstärken. Die gesetzgeberische Intention des KiTaG – ein pluraler, vielfältiger Träger- und Angebotsmix – ist ohne eine stärkere finanzielle Beteiligung des Landes nicht erfüllbar. Die bestehenden Verhandlungen sind ins Stocken geraten, weil ohne klare landesgesetzliche Rahmenbedingungen und ohne eine angemessene finanzielle Mitverantwortung des Landes keine tragfähige Finanzierungslösung möglich ist.

Wir, die öffentlichen Träger der Jugendhilfe der Pfalz und die Kirchen der Pfalz, fordern die Landesregierung daher eindringlich auf:

1. Erhöhen Sie die finanzielle Beteiligung des Landes an der Kita-Finanzierung deutlich – insbesondere bei den Personalkosten. Dies kann sowohl durch eine Anhebung der Landesbeteiligungsquote als auch durch die gesetzliche Festlegung eines klaren, tragfähigen Trägereigenanteils erfolgen.

2. Schaffen Sie verbindliche und verlässliche Rahmenbedingungen, die es den Verhandlungspartnern ermöglichen, zu einer dauerhaften und fairen Einigung zu gelangen.

3. Setzen Sie das vielfach eingeforderte Konnexitätsprinzip konsequent um – auch in der Verantwortung gegenüber den freien Trägern, die staatliche Aufgaben übernehmen und damit wesentliche Verantwortung für die frühkindliche Bildung tragen.

Ohne diese Schritte wird die Trägervielfalt in Rheinland-Pfalz unweigerlich gefährdet – und zahlreiche kirchliche Träger werden den Betrieb ihrer Einrichtungen nicht mehr aufrechterhalten können. Für eine faire Finanzierung, für verlässliche Partnerschaft und für die Sicherung der vielfältigen Kinder und Familienlandschaft in Rheinland-Pfalz bitten wir Sie daher dringend: Handeln Sie jetzt!

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news-4292 Wed, 04 Feb 2026 10:22:11 +0100 Brot für die Welt - Positive Spendenbilanz /positive-spendenbilanz Die Evangelische Kirche der Pfalz und das Diakonische Werk Pfalz danken allen Spenderinnen und Spendern sowie den Gemeinden für ihr Engagement. Die Evangelische Kirche der Pfalz und das Diakonische Werk Pfalz blicken mit Dankbarkeit und Zuversicht auf die Spendenbilanz 2025, die die Organisation Brot für die Welt im vergangenen Kalenderjahr in der Pfalz und Saarpfalz erwirtschaftet hat. Sowohl die eingegangenen Spenden als auch die Kollekten zugunsten der weltweit agierenden Organisation sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Dieses Ergebnis erfreut besonders in einer Zeit, in der vielfach von wirtschaftlicher Not, globalen Krisen und gesellschaftlicher Verdrossenheit die Rede ist. In Summe sind im Jahr 2025 in der Pfalz und Saarpfalz über 1.168.000 Euro an Spendenmitteln eingegangen.

„Dass die Unterstützung für Brot für die Welt zunimmt, ist ein Signal der Menschlichkeit und Solidarität“, so Martina Gemmar, Referentin für Ökumenische Diakonie. Viele Menschen seien trotz eigener Sorgen bereit, Verantwortung zu übernehmen und sich für mehr Gerechtigkeit weltweit einzusetzen.

Die Spenden tragen dazu bei, vielfältige Projekte von Brot für die Welt zu ermöglichen. Dazu gehören unter anderem Initiativen für den besseren Zugang zu sauberem Trinkwasser, z.B. in Uganda. In anderen Regionen, wie auf den pazifischen Inseln Fidschis, unterstützen die Projekte den Bau sturmsicherer Häuser, damit Menschen sich besser gegen die Folgen des Klimawandels schützen können.

Diese Beispiele zeigen, dass der Blick vieler Spenderinnen und Spender aus der Pfalz weit über die eigenen Grenzen hinausgeht. „Die Menschen hier engagieren sich bewusst für eine gerechtere Welt und stehen mit Partnerorganisationen an der Seite derjenigen, die besonders unter Armut, Hunger und den Folgen globaler Ungleichheit leiden“, so Gemmar weiter. In Friedelsheim feierte ein Brot für die Welt gewidmeter Weihnachtsmarkt 2025 bereits sein 40. Jubiläum.

Die Evangelische Kirche der Pfalz und das Diakonische Werk Pfalz danken allen Spenderinnen und Spendern sowie den Gemeinden für ihr Engagement. Die positive Spendenentwicklung ermöglicht es Brot für die Welt wichtige Projekte in den Bereichen Ernährungssicherung, Bildung, Menschenrechte und Klimagerechtigkeit fortzuführen und auszubauen.

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news-4291 Tue, 27 Jan 2026 10:06:12 +0100 Einladung zum Klimafasten 2026 /einladung-zum-klimafasten-2026 Gemeinsam für Klimaschutz und Gerechtigkeit aktiv werden! In der kommenden Fastenzeit laden Kirchen, Verbände und Initiativen aus ganz Deutschland wieder alle Menschen herzlich zur ökumenischen Fastenaktion „Klimafasten“ ein. Vom Aschermittwoch, 18. Februar bis zum Ostersonntag, 5. April 2026 stehen Klimaschutz und Gerechtigkeit im Zentrum einer Zeit der inneren Einkehr, des bewussten Lebens und des gemeinsamen Engagements. Seit diesem Jahr ist erstmals die Evangelische Kirche der Pfalz beim Kreis der Träger mit dabei.

Unter dem Motto „So viel du brauchst“ geben die Veranstalter*innen Anregungen, wie ein Alltag so gestaltet werden kann, dass er sowohl dem Klima als auch einer gerechten Welt zugutekommt. Für Oberkirchenrat Markus Jäckle steht im Mittelpunkt: „Klimafasten lädt dazu ein, bewusst wahrzunehmen, was im Leben wesentlich ist – und wie wir gemeinsam eine lebenswerte Zukunft gestalten können. Wie ein Leben gelingen kann, das unsere natürlichen Ressourcen nicht überstrapaziert und die Erderhitzung nicht weiter beschleunigt. Und das gleichzeitig nicht eng und kleinlich ist, sondern die Fülle feiert: Den Reichtum und die Schönheit der Natur, die unzähligen Sinneseindrücke, die wir jeden Tag sehen, fühlen, hören, riechen und schmecken, alle Mitgeschöpfe, mit denen wir zur Gemeinschaft eingeladen sind, und nicht zuletzt die 86.400 Sekunden jedes neuen Tages, die wir geschenkt bekommen.“

Klimafasten gliedert die Passionszeit in sieben Wochen, in denen jeweils ein Thema im Fokus steht.

  1. Genug. Beschenkt. Wovon habe ich genug? Was macht mich heute reich?
  2. Gerecht. Lebenswert. Wie sieht Gerechtigkeit aus? Ich habe genug – und andere?
  3. Gut. Versorgt. Vom Gesund-Sein und Sich-Versorgt-Wissen
  4. Gemeinsam. Leben. Wie leben wir Gemeinschaft mit allem Lebendigen?
  5. Geschenkt. Zeit. Zeit erfüllend nutzen, für mich – für andere(s)
  6. Glückselig. Liebevoll. Mit allen Sinnen wahrnehmen. Offen, sinnlich, empfänglich.
  7. Gesegnet. Bereichert. Vom Segen und von der Verantwortung

Jede Aktions-Woche bietet Impulse, praktische Anregungen, einen begleitenden Bibelvers und Ideen zum Ausprobieren – sei es für Einzelne, Familien, Freundeskreise oder Gemeinden.

Mitmachen ist ganz einfach
Jeder und jeder kann sich beteiligen – unabhängig von Alter oder Glaubenszugehörigkeit. Klimafasten lebt von der Vielfalt der Teilnehmenden und dem gemeinsamen Austausch über klimafreundliches Handeln. Ob in Fastengruppen vor Ort, als digitale Austauschmöglichkeiten oder im eigenen Alltag – jede Teilnahme zählt und ist herzlich willkommen.

Zur Unterstützung stehen Materialien wie die Klimafasten-Broschüre, Wochenplakate, Postkarten, Anregungen für Kindertagesstätten und Schulen sowie thematische Impulse kostenlos zur Verfügung. Druckversionen können bei der Arbeitsstelle Frieden und Umwelt der Evangelischen Kirche der Pfalz unter umwelt@frieden-umwelt-pfalz.de bestellt werden. Alle Infos stehen auf der Webseite: www.klimafasten.de

Social Media
www.instagram.com/sovieldubrauchst
www.facebook.com/sovieldubrauchst
www.youtube.com/@klimafasten994

Die Fastenaktion wird getragen von einem ökumenischen Netzwerk aus 25 Partnerorganisationen:
Bistum Eichstätt | Bistum Mainz | Bistum Münster | Bistum Osnabrück | Bistum Trier | Bremische Evangelische Kirche | Brot für die Welt | Diözesanrat der Katholik*innen im Bistum Aachen | Diözesanrat der Katholik*innen im Erzbistum Berlin | Diözesanrat der Katholik*innen im Bistum Hildesheim | Diözese Rottenburg-Stuttgart | Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz I Evangelische Kirche der Pfalz I Evangelische Kirche im Rheinland | Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck | Evangelische Kirche in Hessen und Nassau | Evangelische Kirche von Westfalen | Evangelische Landeskirche in Baden | Evangelische Landeskirche in Württemberg | Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland | Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers | Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland | Erzbistum Paderborn |Erzdiözese Freiburg | Misereor

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news-4287 Mon, 26 Jan 2026 10:20:00 +0100 Gemeinschaft vorleben /gemeinschaft-vorleben Konzerte, Diskussionen, Gottesdienste, ein Markt der Möglichkeiten und mehr: Zwei Jahre nach seiner Premiere 2024 findet am 28. Juni erneut ein Pfälzer Kirchentag in Otterbach statt – und wird mit dem Tag der Familie des Landkreises Kaiserslautern verbunden sein. Von Florian Riesterer

Der Pfälzer Kirchentag in Otterbach fusioniert mit dem Tag der Familie des Landkreises Kaiserslautern. „Familien-, Kinder- und Jugendarbeit waren beim Kirchentag 2024 ein starkes Team, das großartig angenommen wurde. Als die Anfrage kam, uns zusammenzuschließen, musste ich nicht lange überlegen“, sagt Tanja Schraß, Vorsitzende des Landesausschusses Kirchentag Pfalz.

Vor zwei Jahren hatten rund 2800 Menschen die Erstauflage des „Kleinen Pfälzer Kirchentags“ besucht. In diesem Jahr „rechnen wir mit bis zu 8000 Menschen“, sagt Schraß. Durch die Fusion werde vor allem das Familien- und Kinderprogramm und der Markt der Möglichkeiten noch größer. Logistisch sei das eine Herausforderung.

Einige Themen sind schon gesetzt. Dazu zählt ein Podium zu Naturspiritualität, bei dem der Autor und Theologe Jan Frerichs von „Barfuß und wild“, die Theologin Leonie Orit Büchele, bei der Evangelischen Kirche Bayern für Spiritualität zuständig, und der Pfälzer Oberkirchenrat Markus Jäckle miteinander sprechen. Anna Böck, Autorin von „Ausgeschöpft – Glaube in der Klima­krise“, bietet eine Lesung an.

Diskutiert werden soll auf weiteren Podien unter anderem über das neue Bestattungsgesetz in Rheinland-Pfalz und die Folgen für Kirche und Gesellschaft, das Thema Organspende, soziale Gerechtigkeit sowie den Wandel in der Landeskirche. Vorträge halten unter anderem Pfarrer und Autor Ludwig Burgdörfer, der Ludwigshafener Dekan Paul Metzger und der Friedensbeauftragte Gregor Rehm. Vertreten ist ferner das Segensbüro „Blessed Pfalz“. Besucher haben die Chance, sich spontan trauen zu lassen, auch ein Motorradgottesdienst ist in Planung.

Zugesagt hat außerdem eine Delegation des 40. Deutschen Evangelischen Kirchentags in Düsseldorf. Sie will fleißig die Werbetrommel für das Großereignis vom 5. bis 9. Mai 2027 rühren, bei dem das Wort aus Jesaja „Du bist kostbar“ im Mittelpunkt stehen wird.

Angefragt sind außerdem Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Ministerpräsident Alexander Schweitzer, Ex-FCK-Spieler und Europameister Stefan Kuntz sowie der ehemalige Ministerpräsident Kurt Beck, verrät Tanja Schraß.

Noch ist vieles im Programm offen, „wir hoffen, dass noch viele Menschen interessante Formate für uns haben und sich bei uns melden“. Auch Helfende, Mitwirkende oder Spender sucht Schraß noch. Sie selbst freut sich jetzt schon besonders auf die vielen musikalischen Höhepunkte – von Chor- und Bandauftritten bis hin zu Musicals und Konzerten. Unter anderem wird der Münchner Liedermacher Andi Weiss auf den Pfälzer Kirchentag kommen. Hören werden die ­Besucher dann auch den Kirchentagssong, den der Kuseler Bezirkskantor Tobias Markutzik schreibt und komponiert. „Er wird uns an dem Tag überall begleiten“, sagt Schraß.

Immer noch blickt die 51-jährige Prädikantin gerne auf den ersten „kleinen“ Kirchentag in der Pfalz zurück. „Die positiven Rückmeldungen aus 2024 begleiten uns bis heute“, erklärt sie. Das Ereignis lebe von regionaler Vielfalt, Gemeinschaft und dem Austausch über Glaube, Kultur und Zukunft der ­Region. „Wir möchten Vielfalt, Gemeinschaft und Offenheit vorleben, zeigen, dass eine moderne Kirche lebendig, zugänglich und zukunftsfähig sein kann. Trotz Priorisierung bleibt sie glaubwürdig und nah am Menschen.“

Weitere Infos unter Pfälzer Kirchentag 2026

Dieser Artikel ist zuerst im Evangelischen Gemeindeblatt für die Pfalz erschienen.

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news-4290 Wed, 21 Jan 2026 14:21:20 +0100 Zukunft Kirche: Digitalisierung erleben /zukunft-kirche-digitalisierung-erleben KI und digitale Werkzeuge für Kirche und Diakonie – Chancen entdecken, Praxis kennenlernen. Mannheim/Speyer. Wie Künstliche Intelligenz und digitale Werkzeuge kirchliche Arbeit verändern und welche Chancen und Herausforderungen damit verbunden sind, steht im Mittelpunkt des zweiten Kirchenforums Digitalisierung am Freitag, 6. Februar 2026, im Ökumenischen Bildungszentrum sanctclara in Mannheim. Die Evangelische Kirche der Pfalz beteiligt sich gemeinsam mit der Evangelischen Landeskirche in Baden an der ganztägigen Veranstaltung.

Zwei Impulsvorträge eröffnen den Tag und geben Einblicke in aktuelle Entwicklungen der Künstlichen Intelligenz sowie deren Bedeutung für kirchliche Praxis, Kommunikation und Verantwortung. Am Nachmittag vertiefen Workshops die Themen praxisnah: Sie reichen vom Einstieg in den Umgang mit KI-basierten Anwendungen über digitale Öffentlichkeitsarbeit und Social Media bis hin zu Fragen nach den Auswirkungen von Digitalisierung und KI auf Arbeitswelt, Ethik und Kirche.

Das Kirchenforum richtet sich an haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende aus Kirche und Diakonie, die digitale Entwicklungen reflektieren und für ihre Arbeit nutzbar machen möchten. Beginn ist um 9.30 Uhr, das Ende ist gegen 17 Uhr vorgesehen. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung erforderlich.

Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung unter:
https://ev-akademie-baden.de/kirchenforum-digitalisierung

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news-4289 Wed, 21 Jan 2026 11:23:29 +0100 Kirchen und Diakonie laden Betroffene von sexualisierter Gewalt zum Austausch ein /kirchen-und-diakonie-laden-betroffene-von-sexualisierter-gewalt-zum-austausch-ein-2 Drittes Forum für Betroffene sexualisierter Gewalt am 28. Februar in Mannheim. Mannheim/Speyer/Karlsruhe. Die Evangelische Kirche der Pfalz und die Evangelische Landeskirche in Baden laden gemeinsam mit ihren Diakonischen Werken zum dritten Forum für Betroffene sexualisierter Gewalt ein. Das Treffen findet am Samstag, 28. Februar 2026, in Mannheim statt.

Im Rahmen des Forums möchten die Verantwortlichen aus Kirche und Diakonie einerseits den Austausch mit Betroffenen fortsetzen. Sowohl die pfälzische Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst als auch die badische Landesbischöfin Heike Springhart stehen für den Dialog zur Verfügung. Andererseits soll Betroffenen mit dem Forum ein betroffenensensibler Raum für die gegenseitige Vernetzung geboten werden.

Des Weiteren wird im Rahmen des Forums über den aktuellen Stand der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in Kirche und Diakonie berichtet. Die Teilnehmer werden zudem über die Arbeit der Unabhängigen Regionalen Aufarbeitungskommission (URAK) Südwest informiert und erhalten die Möglichkeit, ihre Anliegen über die Betroffenenvertretungen in die Unabhängige Regionale Aufarbeitungskommission einzubringen. Ein weiteres Thema beim Treffen am 28. Februar wird die jüngst erfolgte Umsetzung der EKD-weiten Anerkennungsrichtlinie sein.

Betroffene und/oder Angehörige, die am 28. Februar 2026 am Forum für Betroffene sexualisierter Gewalt in Mannheim teilnehmen möchten, werden gebeten, sich per E-Mail bei  ansprechstelle@ekiba.de oder ansprechstelle@evkirchepfalz.de anzumelden. Alternativ sind Anmeldungen auch telefonisch unter den Rufnummern 0721 9175-626 und 06232 667-173 sowie postalisch möglich. Letztere sind zu richten an die Stabsstelle „Schutz vor sexualisierter Gewalt“, Bernd Lange, Blumenstraße 1-7, 76133 Karlsruhe oder die Meldestelle „Schutz vor sexualisierter Gewalt“, Barbara Hocke, Domplatz 6, 67346 Speyer.

Weitere Informationen zum Thema gibt es auf der EKD-Themenseite unter www.ekd.de/sexualisiertegewalt.

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news-4288 Mon, 19 Jan 2026 10:53:33 +0100 „Wir sind Kirche im Plural“ /wir-sind-kirche-im-plural Zentraler ökumenischer Gottesdienst anlässlich der Gebetswoche für die Einheit der Christen. Grünstadt. Am vergangenen Sonntag haben Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der koptischen Kirche, der Mennonitengemeinde und der evangelischen Stadtmission in der katholischen Kirche St. Peter in Grünstadt den zentralen ökumenischen Gottesdienst anlässlich der Gebetswoche für die Einheit der Christen gefeiert.

Die Texte und Impulse für die diesjährige Gebetswoche wurden von den christlichen Kirchen in Armenien vorbereitet. Sie haben das biblische Leitwort „Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung in eurer Berufung“ (Eph 4,4) aus dem Epheserbrief gewählt. Musikalisch gestalteten Kantorin Katja Gericke-Wohnsiedler, die Kantorei Grünstadt und Organist Christoph Fernkeß die Feier.

Grünstadt als „Stadt der Hoffnung“

Bischof Wiesemann begrüßte die Anwesenden und erinnerte an den Vers aus dem Epheserbrief. Er unterstrich, dass dieser kein „harmloser frommer Wunsch“ an die Gemeinde in Ephesus sei, sondern „eine fundamentale Erinnerung an ihre Existenzgrundlage“.

Wiesemann warnte vor wohlfeilem Optimismus: Echte christliche Hoffnung sei „keine naive ‚Alles-wird-gut‘-Mentalität, die die Augen vor der Realität verschließt oder die Krisen unserer Tage einfach ausblendet“. Vielmehr müsse sie eine „Leidenschaft für das Mögliche“ mitten in einer oft unmöglichen Welt sein – dort „grünen, wo menschlich gesehen nur Dürre herrscht“.

Die armenischen Kirchen, deren Liturgie im Gottesdienst im Mittelpunkt stand, würden dies exemplarisch zeigen: Ihre „Mutterkathedrale“ in Etschmiadsin sei trotz jahrhundertelanger Zerstörungen, Entweihungen und Zweckentfremdungen immer wieder auferstanden. „Sie ist ein steinernes Zeugnis der Resilienz“, so der Bischof. Erst im Herbst 2024 sei die Kathedrale nach langer Renovierung neu gesalbt worden.

„Warum berührt uns das heute hier in der Pfalz, tausende Kilometer entfernt und in scheinbar sicheren Verhältnissen? Weil wir spüren, dass auch wir in einer Zeit leben, in der die Selbstverständlichkeiten des Glaubens wanken. Auch wir als Kirchen im Westen kennen die Risse im Mauerwerk. Wir erleben einen schmerzhaften Vertrauensverlust und spüren die Wunden, die wir uns in unserer eigenen Geschichte geschlagen haben: durch Abgrenzung, durch Hochmut, durch das Betonen dessen, was uns trennt, statt dem, was uns eint.“ Angesichts gesellschaftlicher Zentrifugalkräfte betonte der Bischof, dass „unsere konfessionelle Trennung geradezu absurd“ erscheine und dass Christen ihrer Verantwortung nachkommen müssten: „Wenn wir als Christen nicht vorleben, wie Einheit in Vielfalt gelingt – wer sollte es dann tun?“ Die Einheit sei „kein Selbstzweck für interne kirchliche Wohlfühlrunden, sie ist ein Dienst an der Glaubwürdigkeit des Evangeliums“.

Abschließend rief Wiesemann dazu auf, den Ortsnamen Grünstadt als geistlichen Auftrag zu verstehen: „Machen wir diesen Ort heute zu einer wirklichen ‚Stadt der Hoffnung‘. Zu einem Ort, an dem der Glaube gegen alle Widerstände neu aufbricht, Wurzeln schlägt und ‚grünt‘.“

„Wir sind alle zusammen und gemeinsam christliche Kirche“

Auch Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst nutzte den Vers aus dem Epheserbrief als Ausgangspunkt ihrer Predigt, in der sie die Bedeutung christlicher Einheit in einer krisenhaften Zeit hervorhob.

Wüst nahm gesellschaftliche Debatten in den Blick und verwies auf die immer häufigere Verwendung von Begriffen wie „Demokratie“, „Frieden“, „Zuversicht“ und „Hoffnung“. Diese Worte seien so präsent, weil „unser gesamtgesellschaftliches Gefühl uns sagt, dass es genau dort krankt oder mangelt“. An viel zu vielen Stellen dieser Welt sei die Abwesenheit von Frieden zu beklagen. Angesichts von „Dauerkrise, Unsicherheit, Verdrossenheit und schlichter Zukunftsangst“ sei es notwendig, diese Themen wachzuhalten.

Die Kirchenpräsidentin betonte, dass Kirche immer im jeweiligen gesellschaftlichen Kontext stehe. „Wir sind alle zusammen und gemeinsam christliche Kirche in einem geopolitischen und gesamtgesellschaftlichen Kontext“, sagte sie. Zugleich erinnerte sie daran, dass Krisen keine neue Erfahrung seien – weder für die Gesellschaft noch für die Kirchen mit ihrer 2000 Jahre umfassenden Geschichte.

Mit Blick auf die Ökumene stellte Wüst klar: „Wir sind Kirche im Plural. Schon in unserem Land. Und ganz gewiss und noch viel mehr weltweit.“ Die Geschichte der Kirchen sei geprägt von Schuld, Konkurrenz und Spaltung. „Wir sind gewachsen und geworden, blicken zurück auf unsere je eigene Geschichte und Traditionen, auf sehr verschiedene Kontexte, Bedingungen und Herausforderungen. (…) Wir haben einander das Wasser abgegraben, uns in Konkurrenz gesehen, einander die Wahrheit streitig gemacht. Wir haben einander misstraut, verfolgt, bekämpft, den Garaus gemacht.“

Doch das sei nur die halbe Wahrheit. Gerade in den letzten Jahren habe sich gezeigt, „dass Kirchen auch anders können“. Als Beispiel nannte sie die armenischen Kirchen, und erinnerte an ein Schreiben der armenisch-apostolischen Kirche in Deutschland vom August 2023, einen „Hilfeschrei nach Unterstützung“. Dabei sei es um „die Solidarität innerhalb des einen Leibes Christi“, um „die Sehnsucht danach, von den christlichen Geschwistern gesehen zu werden“ und um „die Kraft von Gebet und Fürbitte“ gegangen.

Diese Einheit sei keine Option, sondern Auftrag. „Sie ist unsere Berufung. Sie ist das, was Gott von uns will und was wir können, weil Gott es uns zutraut“, sagte Wüst. Ökumene zu leben bedeute, diese Berufung ernst zu nehmen – auch wenn der Begriff selbst öffentlich weniger präsent sei. Vielleicht, so Wüst, liege das daran, „dass Ökumene unter den christlichen Kirchen längst an der Tagesordnung ist“.

Abschließend rief Wüst zur Solidarität auf – mit verfolgten Christinnen und Christen, mit Schwesterkirchen und mit den Schwachen. „In der Einheit liegt Stärke“, betonte sie. Einheit sei nicht selbstverständlich, sondern müsse immer wieder eingelöst werden. Doch sie sei „ohne Wenn und Aber aller Mühe wert“, weil Christen „als Leib ein Haupt“ hätten: Jesus Christus.

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news-4286 Tue, 13 Jan 2026 15:39:00 +0100 Iglus für Obdachlose /iglus-retten-obdachlose Bei Minustemperaturen ist Obdachlosigkeit lebensgefährlich. In der Pfalz bieten die Tagesbegegnungsstätte Lichtblick in Neustadt und die Pfarrgemeinde Heiliger Martin in Kaiserslautern Kälte-Iglus zum Übernachten an. Neustadt/ Kaiserslautern. Etwa 1,20 Meter hoch und zwei Meter lang sind die Kälte-Iglus, die wie Wärmewunder wirken. Die Boxen bestehen aus wetterfestem Isoliermaterial und schützen zuverlässig gegen Auskühlung. Nutzer*innen können hineinsteigen und den Eingang von innen verschließen. Der Innenraum wird schnell durch die Körpertemperatur erwärmt.

Auf der Festwiese in Neustadt stehen drei Iglus auf Euro-Paletten in einem abgetrennten Bereich. Eine Dixie-Toilette befindet sich daneben. Die Tagesbegegnungsstätte Lichtblick für obdach- und wohnungslose Menschen in Neustadt hat sie gemeinsam mit der Stadt Neustadt eingerichtet. Eine zwei Meter hohe mobile Drahtgitter-Absperrung sorgt nachts dafür, dass Schlafende geschützt bleiben. An der Absperrung hängt ein großes Transparent von Lichtblick mit sechs Nutzungsregeln: Rauchen verboten, Iglus sauber halten und nicht mitnehmen, keinen Müll hinterlassen, Aufenthalt nur im markierten Bereich, kein offenes Feuer oder Grillen.

Es wirkt ordentlich: Kaum Spuren, nur ein dunkelblauer Beutel mit Abfällen, der am Gitter befestigt wurde. Sonstige Spuren haben die Schlafgäste nicht hinterlassen. Laut einem Anwohner sind diese tagsüber kaum sichtbar. "Unsere Kälte-Iglus werden von Durchreisenden genutzt. Die wenigsten von ihnen kommen aber zu uns für eine warme Mahlzeit, Duschen oder frische Wäsche in die Tagesstätte, die ja rund zwei Kilometer entfernt in der City ist“, erklärt Lichtblick-Mitarbeiter Winfried Lutz. In Zusammenarbeit mit der Stadt Neustadt wurden die Boxen erstmals im Winter 2024 aufgestellt – möglicherweise wurden dadurch Kältetode verhindert. Wie viele Menschen sie nutzen, weiß Lutz nicht.

In Kaiserslautern sind derzeit alle acht Kälte-Iglus belegt, so Pfarrer Andreas Keller von der Pfarrei Heiliger Martin. Sie stehen auf der Pfarrwiese neben der Kirche St. Martin, darüber sind weiße Zeltdächer zum Schutz vor der Witterung gespannt. Das Pfarramt hält auch Schlafsäcke und Decken bereit. Morgens und abends können sich die Wohnungslosen einen Imbiss und ein heißes Getränk abholen, Toiletten nutzen und sich ärztlich nebenan in der „Pflasterstube“ der Gemeinde behandeln lassen. Nachts wird das Gelände geschlossen.

In der Kälte nutzen die Menschen die Iglus auch tagsüber, weshalb es unter den Zeltdächern eine Biertischgarnitur, eine Kochplatte, Beleuchtung und einen Heizlüfter gibt. „Möglich ist die Anschaffung von Kälte-Iglus nur durch Spenden von Bürgern in Kaiserslautern geworden“, sagt Keller.

Ganzjährige Übernachtungsmöglichkeiten für Obdachlose gibt es in Rheinland-Pfalz vor allem in Not- und Gemeinschaftsunterkünften, etwa in Mainz, Trier oder Ludwigshafen. Auch Kältebusse sind im Einsatz. Sie suchen Menschen im Freien auf und bieten ihnen warme Mahlzeiten, Kleidung und Schlafsäcke an. Bekannte Sammelplätze sind etwa an Bahnhöfen.

Wie viele Menschen in Rheinland-Pfalz aktuell ohne Obdach sind, kann das Mainzer Sozialministerium nicht beziffern. Genauer ist dagegen seine Erhebung der Wohnungslosen von Ende Januar 2025: sie nennt rund 14.500 Personen. Bundesweit waren nach Angaben des Statistischen Bundesamts Ende Januar 2025 in Deutschland rund 474.700 Menschen wegen Wohnungslosigkeit in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht – acht Prozent mehr als im Vorjahr mit 439.500 Personen.

Dieser Artikel ist auch im Evangelischen Gemeindeblatt für die Pfalz erschienen.

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news-4284 Mon, 05 Jan 2026 12:39:25 +0100 Prüfungssegen per Whatsapp /pruefungssegen-per-whatsapp Im Januar wird’s ernst: Schüler*innen in ganz Rheinland-Pfalz schreiben ihre Abiturprüfungen. Und wir zünden eine Kerze für sie an. Unter dem Titel „Prüfungssegen für dich!“ bietet die Evangelische Kirche der Pfalz gemeinsam mit dem Bistum Speyer einen besonderen digitalen Service an: An jedem zentralen Prüfungstag können Abiturient*innen eine Kerze für sich anzünden lassen – inklusive persönlichem Segensvideo via WhatsApp.

Und so funktioniert’s:

  • Wer mitmachen möchte, wählt über WhatsApp das Prüfungsfach aus, für das er oder sie sich besonders Unterstützung wünscht – sei es das Lieblingsfach oder das persönliche „Angstfach“.
  • Am frühen Morgen der Prüfung erhalten die Teilnehmenden ein kurzes Video: Ein*e Pfarrer*in zündet in einer Kirche eine Kerze an, spricht einen Impuls und spendet den Segen.
  • Das Ganze dauert maximal 60 Sekunden – und kann genau im richtigen Moment Kraft geben.

Die Idee stammt ursprünglich aus der Erzdiözese Wien, wo die Aktion gemeinsam mit der Evangelischen Kirche Österreich vor drei Jahren gestartet ist. Dort wurde sie schnell zum Erfolg: Von anfangs 800 Teilnehmenden wuchs die Zahl auf 16.000 – darunter viele Großeltern, die den Segen an ihre Enkel weiterleiteten.

Warum bieten wir diese Aktion nur zum Abi an und nicht zu anderen Schulabschlüssen? Die zentralen Prüfungstermine beim Abitur erleichtern uns die Arbeit bei diesem ersten Versuch enorm. Wenn der erste Durchgang erfolgreich läuft, wollen wir auch andere Schul- und Prüfungsformen integrieren.

Weitere Informationen: www.abschlusssegen.de

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news-4282 Tue, 23 Dec 2025 10:05:21 +0100 "Und Frieden auf Erden" /und-frieden-auf-erden Die Weihnachtsbotschaft von Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst „Und Frieden auf Erden“

frohlocken die Engel über den nächtlichen Feldern bei Bethlehem. Worte, die in jedem Jahr der Seele runtergehen wie Öl. Bis sie auf Widerstand stoßen. Weil unsere Welt doch so weit entfernt vom Frieden wie nie. Ist sie das?

„Und Frieden auf Erden“

war noch nie Realitätsbeschreibung, sondern immer Verheißung. Mitten hinein in den jeweiligen Unfrieden, der schon immer zu unserer Menschheitsgeschichte gehört. Seit es uns gibt, gibt es Neid, Hass, Gewalt und Krieg. Jede Zeit war so weit entfernt vom Frieden wie nie.

„Und Frieden auf Erden“

jubilieren die Engel damals in tiefer Nacht. In der auch kein Friede herrscht. Ein Volk wird grausam unterjocht, Menschen vegetieren am Rande der Gesellschaft, selbst für den Heiland der Welt ist kein Raum in der Herberge. Und jetzt?

„Und Frieden auf Erden“

klingt es unverdrossen vom Himmel. Nicht nur in jener Nacht. In allen Nächten trotzt Gottes hoffnungssture Friedensbotschaft den Schatten dieser Welt. Kein Eiapopeia vom Himmel, sondern Gottes Realpolitik für diese Welt. Glaubt es oder nicht. Glauben wir’s?

„Und Frieden auf Erden“

hören die Hirten in jener Nacht. Sie haben’s geglaubt. Oder sich doch wenigstens auf den Weg gemacht. Und der beginnt mit dem ersten Schritt. Frieden kommt aus den Himmeln, aber er fällt nicht vom Himmel. Er ist ein Weg. Und den müssen wir gehen. Können wir das?

„Und Frieden auf Erden“

singen die Engel in jener Heiligen Nacht. Sie singen mir den Weg frei. Und auf dem Weg begegne ich all denen, die mit mir durch die Nacht gehen. Tastend, zögerlich, zweifelnd. Aber mit einem neuen Lied auf den Lippen. Eines, das vom Himmel kommt und durch uns die Welt verändern kann. Wäre das was? Das wäre was. Ehre sei Gott in der Höhe!

 

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