SPEYER. „Mit diesem Preis würdigt die Landeskirche Projekte, die neue Wege kirchlicher Arbeit ausprobieren und zeigen, wie Kirche heute kreativ und praxisnah gestaltet werden kann“, erklärte Oberkirchenrat Claus Müller, der die Preise überreichte. Die ausgezeichneten Initiativen stünden exemplarisch für innovative Ansätze in Gemeinden und kirchlichen Arbeitsfeldern.
Eingereicht wurden zwölf Projekte. Eine Jury bewertete sie nach den Kriterien Innovation und Originalität, theologische Fundierung, Modellcharakter, Nachhaltigkeit und Umsetzbarkeit. Vier Initiativen wurden mit einem Förderpreis ausgezeichnet: Das Projekt „Flexibilisierung RU“, die Familienkathedrale Annweiler, der Pfälzer Kirchentag und das Projekt „Abschiede am Rhein“. Einen Sonderpreis erhielt das Projekt „Himmel & Hund“.
„Die ausgezeichneten Projekte zeigen, wieviel Innovationskraft in unserer Kirche steckt“, sagte Oberkirchenrat Müller. Sie verdeutlichten, dass Kirche dort lebendig sei, wo Menschen neue Ideen entwickeln und ausprobieren – im Religionsunterricht, in der Gemeindearbeit, in der Seelsorge oder in neuen Begegnungsformaten. „Genau solche Projekte helfen uns, als Kirche nah bei den Menschen zu bleiben und auf gesellschaftliche Veränderungen kreativ zu reagieren“, so der Theologe. Müller kündigte an, dass jetzt die nächste Runde des Wettbewerbs beginne und Gemeinden, kirchliche Einrichtungen und Initiativen sich mit neuen Ideen bewerben könnten.
Das Projekt „Flexibilisierung RU“, das 5 000 Euro Fördergeld erhielt, entwickelt neue organisatorische und pädagogische Formen für den Religionsunterricht. Angesichts veränderter schulischer Rahmenbedingungen sollen Modelle erprobt werden, die den Religionsunterricht flexibler gestalten und stärker mit kirchlicher Bildungsarbeit vor Ort vernetzen. Ziel ist es, den Religionsunterricht auch unter schwieriger werdenden Bedingungen verlässlich anbieten zu können und neue Formen der Kooperation zwischen Schule und Kirche zu ermöglichen.
10 000 Euro Fördermittel erhielt die Initiative „Familienkathedrale Annweiler“. Sie möchte einen kirchlichen Ort schaffen, der speziell auf Familien mit Kindern ausgerichtet ist. Geplant ist eine Ausstattung und Infrastruktur, die neue Formen gemeinsamer Spiritualität, Begegnung und gemeinschaftlichen Erlebens ermöglicht. Familien sollen hier Kirche als offenen und gastfreundlichen Raum erleben können, der ihren Bedürfnissen und Lebenssituationen entgegenkommt.
Der „Pfälzer Kirchentag“ erprobt ein regionales Veranstaltungsformat nach dem Vorbild eines Kirchentages – in überschaubarem Rahmen. Ziel ist es, Menschen aus verschiedenen Gemeinden zusammenzubringen und neue Formen kirchlicher Begegnung, Diskussion und Beteiligung zu ermöglichen. Das Projekt will zeigen, dass auch regionale Formate Gemeinschaft, Austausch und geistliche Impulse stärken können. Das Projekt erhielt 15 000 Euro, der Kirchentag findet am 28. Juni statt.
Die Initiative „Abschiede am Rhein“ wurde mit 6000 Euro ausgezeichnet. Sie entwickelt neue Formen von Abschieds- und Trauerritualen im öffentlichen Raum. Menschen erhalten hier die Möglichkeit, in einem offenen Rahmen Abschied zu nehmen und Trauer zu gestalten. Seelsorge, Spiritualität und öffentliche Ritualformen werden miteinander verbunden und eröffnen neue Wege kirchlicher Begleitung in Übergangssituationen des Lebens.
Den Sonderpreis in Höhe von 1000 Euro erhielt das Projekt „Himmel & Hund“. Dies ist ein niedrigschwelliges Begegnungsformat für Menschen mit Hunden. Gemeinsame Spaziergänge bieten Gelegenheit zu Gesprächen über Lebens- und Glaubensfragen und schaffen unkomplizierte Kontaktmöglichkeiten. Das Projekt richtet sich bewusst auch an Menschen, die sonst selten mit Kirche in Berührung kommen.

