Die ehemalige Bau- und Finanzdezernentin der pfälzischen Landeskirche, Oberkirchenrätin Karin Kessel, wurde in einem Festgottesdienst in Speyer in den Ruhestand verabschiedet. Nachfolgerin Juliane Danz verspürt "Lust an Gestaltung".

Von Uwe Rauschelbach

Speyer. Der Personalwechsel im Bau- und Finanzdezernat der Landeskirche ist vollzogen: Oberkirchenrätin in Ruhe Karin Kessel wurde bei einem Festgottesdienst in der Speyerer Gedächtniskirche offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Ihre Nachfolgerin, Oberkirchenrätin Juliane Danz, wurde von Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst ins Amt eingeführt. Dekane*innen, Pfarrer*innen, Verwaltungsleiter*innen der Kirchenämter, Vertreter*innen der gemeindlichen Dienste sowie der benachbarten Landeskirchen wohnten dem Gottesdienst bei. Unter den Gästen auch der Vorsitzende der Pfarrvertretung, Thomas Jakubowski, der Beauftragte der Evangelischen Kirchen in Rheinland-Pfalz, Kirchenrat Wolfgang Schumacher sowie die emeritierten Kirchenpräsidenten Eberhard Cherdron und Christian Schad. Die musikalische Gestaltung lag in den Händen von Kirchenmusikdirektor Robert Sattelberger und dem Posaunenchor Speyer unter der Leitung von Philipp Neidig.

Bei der Verabschiedung Karin Kessels bezeichnete Dorothee Wüst ihre ehemalige Kollegin im Landeskirchenrat als „Herzstück unseres Kollegiums“. Und sie stellte fest: „Wir wären nicht da, wo wir sind, ohne dich.“ Kessel habe fachliche Kompetenz, Loyalität, Disziplin und Zuverlässigkeit bewiesen. „Für mich bist und bleibst du unersetzlich“, sagte Wüst: „Ich werde dich vermissen.“ Nach der Segnung folgte eine herzliche Umarmung zwischen beiden Frauen, begleitet vom lang anhaltenden Applaus der Gäste.

Nachfolgerin Juliane Danz wurde von der Kirchenpräsidentin für ihr neues Amt gesegnet. „Dir ist Einiges zuzutrauen“, sprach ihr Dorothee Wüst zu. So bringe die neue Bau- und Finanzdezernentin im Landeskirchenrat fachliche und personale Kompetenzen mit. Sie gelte als teamfähig, kommunikativ, empathisch und kritikfähig. Eigenschaften, die Wüst als Voraussetzungen für eine solche Führungsrolle bezeichnete. Die 1987 in Schmalkalden geborene Juliane Danz wurde von der Landessynode für die Dauer von sieben Jahren ernannt.

In ihrer Predigt stellte Dorothee Wüst für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Landeskirche fest: „Wir ziehen den Pflug nicht mit stolz geschwellter Brust aus dem Acker.“ Die Arbeit in der Nachfolge Jesu sei „kein Rosinenpicken“. Doch wer sich hierfür entscheide, gehöre dem „Gewinnerteam Golgatha“ an. Dabei gelte es, mit konsequenter und entschiedener Orientierung an den christlichen Werten und Tugenden den Horizont nicht aus dem Blick zu verlieren.

Auch der Präsident der Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz, Hermann Lorenz, rühmte die Arbeit Karin Kessels. Diese habe in ihrem Amt, das sie vor 28 Jahren angetreten habe, einen „langen Atem“ bewiesen. Reformen, wie sie auch seinerzeit angestanden hätten, seien „kein Zeichen von Krise, sondern von Bewegung“. Der Präsident des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Hans Ulrich Anke, betonte, die gesamte EKD habe von der Verlässlichkeit Kessels profitiert. Eine derart uneingeschränkte Anerkennung in den kirchlichen Institutionen und Ämtern habe er „noch nie erlebt“. Auch überbrachte Anke einen Gruß von EKD-Ratspräsidentin Kirsten Fehrs, die Karin Kessel als „Grande Dame“ der Kirche bezeichnete.

Generalvikar Markus Magin, der die Diözese Speyer und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (Region Südwest) vertrat, wies darauf hin, dass auch die Kirche Fachleute in finanziellen Angelegenheiten benötige. Karin Kessel habe sich auch in der ökumenischen Zusammenarbeit bewährt, etwa bei der Frage der gemeinsamen Nutzung von Gebäuden. Die Speyerer Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler rechnete es zum zentralen Auftrag der Kirche, „für die Menschen da zu sein“. Um diesen Auftrag zu erfüllen, brauche es Mitarbeiterinnen wie Karin Kessel. Mit ihr habe sich die Kirche als „verlässlicher Partner“ der Stadtgesellschaft erwiesen.

In ihrem Dankeswort würdigte Karin Kessel die „sehr gute Zusammenarbeit“ mit dem Kollegium im Landeskirchenrat wie mit den Mitgliedern der Landessynode, die sie vor knapp drei Jahrzehnten zur ersten Frau an die Spitze der Landeskirche gewählt hatten. Ihre Abschiedsrede, die auch emotionale Momente aufwies, war geprägt von großer Dankbarkeit für die Menschen, mit denen sie in ihrem Amt zu tun hatte.

Unterdessen bezeichnete Juliane Danz den Wechsel im Bau- und Finanzdezernat der Landeskirche als Zeichen für „Beständigkeit im Wandel“. Sie dankte für die offene Aufnahme im Landeskirchenrat, in dem sie „Lust an Gestaltung“ verspüre. Mit Blick auf die kirchlichen Herausforderungen stellte sie fest: „Wir sitzen alle in einem Boot.“ Finanzen stellten „Möglichkeitsräume“ für die kirchliche Arbeit bereit. Die Kirche müsse ihre Ressourcen solide einsetzen, um auch in Zukunft Ort der Begegnung von Menschen zu sein.

Dieser Artikel erscheint auch im Evangelischen Gemeindeblatt für die Pfalz.

Oberkirchenrätin in Ruhe Karin Kessel (rechts) wurde bei einem Festgottesdienst in der Speyerer Gedächtniskirche offiziell in den Ruhestand verabschiedet und ihre Nachfolgerin, Oberkirchenrätin Juliane Danz, von Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst ins Amt eingeführt. Foto: lk/Krümpelmann

Festgottesdienst zur Verabschiedung von Karin Kessel und Einführung ihrer Nachfolgerin als Oberkirchenrätin Juliane Danz. Foto: lk/Krümpelmann

Festgottesdienst zur Verabschiedung von Karin Kessel und Einführung ihrer Nachfolgerin als Oberkirchenrätin Juliane Danz. Foto: lk/Krümpelmann

Festgottesdienst zur Verabschiedung von Karin Kessel und Einführung ihrer Nachfolgerin als Oberkirchenrätin Juliane Danz. Foto: lk/Krümpelmann

Festgottesdienst zur Verabschiedung von Karin Kessel und Einführung ihrer Nachfolgerin als Oberkirchenrätin Juliane Danz. Foto: lk/Krümpelmann

Festgottesdienst zur Verabschiedung von Karin Kessel und Einführung ihrer Nachfolgerin als Oberkirchenrätin Juliane Danz. Foto: lk/Krümpelmann