Bibellese

Sonntag, 18. April, Psalm 23

Gottes „pastorale“ Güte

Der „Barmherzigkeits“-Sonntag: Das Bild des guten Hirten bleibt wohl immer aktuell – trotz der Staubschicht, die sich mittlerweile über die Kulturgeschichte gelegt hat. Ein Hirte ist und bleibt eine warme, Geborgenheit vermittelnde Metapher im Alten und dann auch Neuen Testament (hier mit Jesus Christus in Verbindung gebracht) – ähnlich der biblischen Äquivalenzgleichung göttlicher und mütterlicher „Misericordia-Eigenschaften“. Die Güte Gottes gipfelt für mich im Bekenntnis: „Du bist bei mir!“

Montag, 19. April, Kolosser 3, 18–4, 1

Begegnung in Liebe

Der über allen und allem stehende Friede Christi ist eine göttliche Gabe, die für uns Menschen zur Aufgabe wird: Auch wir sollen den Frieden in die Welt tragen und etablieren – was für den Briefschreiber zwangsläufig zu einem auf Wechselseitigkeit beruhenden Verhalten in Sachen Liebe führt. Hier zählen nun keine Schwächeren und Stärkeren im Gegeneinander, sondern im Gegenteil: Ein gegenseitiges Unterordnen ist angesagt, das sich am Maßstab der Liebe zu richten hat – mit Beachtung der gesellschaftlichen Stellung.

Dienstag, 20. April, Kolosser 4, 2–6

Stets am Ball bleiben

Beten, beten, beten heißt es nun für die Zukunft in Kolossä: Gott loben, Fürbitte halten … und dann natürlich auch Auskunft über den eigenen Glauben geben! Der Schreiber des Briefs legt größten Wert auf Beharrlichkeit, die Gemeindemitglieder sollen nicht müde werden und sich davor hüten, in ihren Gebeten und Glaubensäußerungen (in Wort und Tat) nachzulassen. Wer im Garten arbeitet, weiß um die Wichtigkeit des beharrlichen und kontinuierlichen Unkrautjätens – nach­lassende Unkrautbekämpfung wird schnell bestraft!

Mittwoch, 21. April, Kolosser 4, 7–18

Menschliche „Knotenpunkte“

Grüße (hier ganz konkret) sind Zeichen der (ganz konkreten) Wertschätzung. Sie bekunden ein persönliches Interesse an den Adressaten und nicht zuletzt auch eine fürsorgliche Geste gegenüber ihnen. Besonders zwei dem Schreiber sehr am Herzen liegende „Brüder“ im Herrn rücken zudem in den Mittelpunkt, Tychikus und Onesimus. Darüber hinaus wird für drei ambitionierte Mitarbeiter plädiert und regelrecht geworben. Weitere Nennungen im Rahmen von wohlwollenden Grüßen zeigen, wie verwoben die Missionsarbeit ist. Oliver Böß

Donnerstag, 22. April, Daniel 1, 1–21

Sich treu bleiben im Exil

Ein junger, vornehmer Jude als ­Diener des babylonischen Königs Nebukadnezar: Gemeinsam mit einigen Gleichaltrigen „von königlichem Stamm“ wird Daniel nach der Niederlage Israels gegen Babylon deportiert, um am Herrschersitz dem König zu dienen. Dabei meint es der König gut mit den Exilanten: Beste Nahrung sollen sie erhalten, eine Ausbildung erhalten und dabei Sprache und Kultur ihrer neuen Herrscher erlernen können. Wie bleibt man dabei seinem Glauben treu? Mit Empathie und Klugheit gleichermaßen! Daniel rebelliert nicht, sondern findet einen konstruktiven Lösungsweg.

Freitag, 23. April, Daniel 2, 1–23

Treue zu Gott zahlt sich aus

Können Wahrsager wirklich wahrsagen? Nebukadnezar macht die Probe aufs Exempel: Wenn Wahrsager angeblich Träume sehen und sie deuten können, dann sollen sie den Traum des Königs auch richtig wiedergeben und nicht nur eine Deutung. Doch daran scheitern die selbst ernannten „Weisen“. Ein umfassendes Todesurteil ist die Folge, das auch Daniel treffen soll. Doch im Vertrauen auf seinen Gott stellt sich Daniel der Anforderung des Königs. Seine Treue wird belohnt: Gott erhört Daniels Gebet und offenbart ihm den Traum des Königs, Daniel und die anderen Weisen werden so durch Gott gerettet.

Samstag, 24. April, Daniel 2, 24–49

Nur ein Reich hat Bestand

Die Deutung von Nebukadnezars Traum bezieht sich auf die künftige Weltgeschichte: Vier Reiche wird es geben; das babylonische Reich Nebukadnezars ist das erste davon. Es folgen Meso-Persien, welches schließlich durch das Reich der Griechen abgelöst wird. Das vierte Reich schließlich ist das Römische Reich, welches seinerseits zwar untergehen, aber nicht mehr durch ein neues Weltreich ersetzt werden wird. Stattdessen wird der Gott des Himmels ein Reich errichten, das dauerhaft Bestand haben wird. Nebukadnezar erkennt Daniels Deutung an – dadurch steigt Daniel in der Gunst des Königs. Sascha Müller

Veröffentlichung der Bibellese mit freundlicher Genehmigung des "Evangelischen Kirchenboten"