Bibellese

Sonntag, 7. August, Psalm 48

Geschützt durch Gott

In diesem Zionspsalm wird zunächst Gott gelobt und mit ihm der heilige Berg in Jerusalem verherrlicht. Der Glanz Zions strahlt dabei über Jerusalem hinaus in alle Welt. Gott schützt dabei die Bewohner Jerusalems, auch vor anrückenden Feinden, er schenkt den Bewohnern Jerusalems Sicherheit. Das gilt selbst, als fremde Könige miteinander gegen Jerusalem heranziehen, sie fliehen aber ängstlich. Letztlich wird deutlich, dass die Psalmbeter nicht nur von der Größe Gottes gehört haben, sondern sie auch selbst immer wieder erlebt haben. Daher kommen sie auch immer wieder zum Tempel, feiern dort ihren Gott.

Montag, 8. August, Johannes 9, 24–34

Was nicht sein darf …

Die Gegner Jesu geben keine Ruhe: Wie kann er, den sie ablehnen, einen Blinden heilen? Die Gegner versuchen, den Blinden unter Druck zu setzen, doch dieser steht zu Jesus. Niemand konnte ihm seit seiner Geburt helfen, bis Jesus kam – das ist dem Blinden Beweis genug, dass Jesus im Namen Gottes unterwegs ist, denn Gott erhört nur die Gottesfürchtigen, nicht die Sünder. Die Gegner Jesu sehen ihr sorgsam aufgebautes Feindbild bedroht. Doch statt es zu überprüfen, halten sie daran fest und übertragen es auch auf den Blinden.

Dienstag, 9. August, Johannes 9, 35–41

Sehend und dadurch Sünder

Der Blinde bekennt sich zu Jesus, denn er hat am eigenen Leib durch Jesu Handeln die heilende Kraft Gottes und seine vergebende Liebe erfahren. Wie ihm wird es noch vielen anderen gehen: Bestehende Verletzungen werden geheilt und zweifelhafte Gewissheiten auf den Kopf gestellt. Jesus kommt zum Gericht und wird neue Maßstäbe setzen. Das verunsichert die Pharisäer: Werden sie noch auf der richtigen Seite stehen? Das wird darauf ankommen, ob sie Gottes Zeichen erkennen – sehen können sie diese ja! Doch wer sich dann nicht dazu bekennt, der wird in die Irre gehen.

Mittwoch, 10. August, Johannes 10, 1–10

Der gute Hirte

Jesus führt seine Geradlinigkeit und Offenheit als Beleg für seine Vollmacht durch Gott an. Wie ein guter Hirte kommt er durch die Tür zu den Schafen. Jesus macht kein Geheimnis aus seinem Anspruch, er kommt in aller Offenheit und Öffentlichkeit – und viele Menschen folgen ihm. Jesus hat es nicht nötig, wie ein Dieb durch die Hintertür zu kommen und Menschen zu fangen. Gerade in seinem offenen Auftreten verdeutlicht er, dass er vor nichts und niemandem Angst haben muss, denn Gott ist bei ihm! Und wie ein guter Hirte wird Jesus seinen Auftrag mit aller Konsequenz umsetzen.

Donnerstag, 11. August, Johannes 10, 11–21

Konsequent bis zum Schluss

Jesus macht deutlich: Ein guter Hirte verteidigt seine Schafe bis zum Äußersten! Anders dagegen ein „Mietling“, der fürs Hüten angeheuert wurde: Der macht sich bei der ersten drohenden Gefahr aus dem Staub. Doch Jesus wird seinen Weg unbeirrt weitergehen, denn er weiß Gottes Vollmacht bei sich: Selbst wenn er dabei sein Leben lässt, wird er neues Leben erhalten, denn er kann nie tiefer fallen als in Gottes Hand. Verdeutlicht wird auch der allumfassende Auftrag Jesu, der weit über Israel hinausreicht und letztlich die ganze Welt umfasst.

Freitag, 12. August, Johannes 10, 22–30

Eins mit Gott

Jesus ist eins mit Gott – unerhört und anmaßend müssen diese Worte für die Gläubigen damals geklungen haben. Doch Jesus verweist auf das, was er bereits getan hat: Wer wäre dazu ohne Gottes Segen in der Lage? Manche glauben Jesus, sie folgen seiner Stimme, doch andere lehnen diese unerhörte Botschaft ab: Zu gering ist die Bereitschaft, sich auf diese neue Situation einzulassen. Auf den Messias zu warten, ist das eine – ihn zu erkennen und ihm dann auch zu folgen, ist anscheinend ein weit schwerwiegenderer Schritt, den nicht alle Gläubigen zu gehen bereit sind. Doch das ändert nichts daran: Jesus ist eins mit Gott!

Samstag, 13. August, Johannes 10, 31–42

Gotteslästerung

Jesus kann nicht der Messias sein, er ist nicht eins mit Gott – Jesu Gegner sind sich einig. Doch Jesus verweist auf das, was er bisher gesagt und getan hat. Wie soll das möglich sein, wenn er nicht zutiefst göttlich inspiriert ist? Und kennt nicht die eigene Tradition der Gegner Jesu das Bild, eins mit den Göttern zu werden? Zu wortmächtig ist Jesus, als dass es seinen Gegnern gelingt, ihn zum Schweigen zu bringen. Jesus kann unbehelligt weiterziehen und Menschen für seine befreiende Botschaft begeistern und diese um sich sammeln. Sascha Müller

Veröffentlichung der Bibellese mit freundlicher Genehmigung des "Evangelischen Kirchenboten"