Bibellese

Sonntag, 5. Dezember, 1. Samuel 2, 1–10

Göttliche Gerechtigkeit

Dieser Text beinhaltet den Lobgesang der Hanna. Hanna war eine gottesfürchtige Frau, die lange Zeit darunter litt, dass der Herr ihren Leib „verschlossen“ hatte. Nachdem sie inniglich um Gnade gebeten hatte, wurde sie erhört und gebar ihren Sohn Samuel, wofür sie Gott preist: „Mein Herz ist fröhlich in dem Herrn, … denn ich freue mich deines Heils.“ Ähnlich dem Lobgesang der Maria in Lukas 1 sieht sie Gott als den Gerechten: Er wird den Bogen der Starken zerbrechen und die Schwachen mit Stärke umgürten.

Montag, 6. Dezember, Sacharja 5, 1–11

Verbannung des Bösen

Während der Duktus des Sacharjabuchs bislang im Zeichen von Heilsverheißungen stand, handelt dieses Kapitel von Unrecht und von Gottlosigkeit. Der Prophet erschaut eine fliegende Schriftrolle, die eine Art Anklageschrift ist über die Diebe im Land und über die, die falsch schwören bei Gott. Sie werden mit einem Fluch belegt. Sünde und Gottlosigkeit werden symbolisiert durch die Frau in der Tonne. Die Tonne wird fest verschlossen, und sie wird hinweggetragen durch zwei Frauen, die „Flügel wie Storchenflügel“ haben, in das Land Schinar, aus dem es keine Wiederkehr gibt. So werden die Mächte des Bösen aus Israel verbannt.

Dienstag, 7. Dezember, Sacharja 6, 1–8

Geistiger Kampf

Diese Vision klingt rätselhaft: Vier Wagen, mit Rossen bespannt, kommen zwischen zwei Bergen hervor, die aus Kupfer bestehen. Der Engel, der zu Sacharja spricht, deutet die vier Wagen als die vier Winde, da sie in verschiedene Richtungen ziehen. Und die Kupferberge? Die Alchimie ordnet Metalle gewissen Planeten zu – so das Kupfer der Venus, die für Schönheit und Wollust steht. Der Wind, weil er weht, wo er will, versinnbildlicht die Allgegenwart und Unberechenbarkeit Gottes. Die Winde, die nach Norden ziehen, lassen Gottes Geist „ruhen im Land des Nordens“.

Mittwoch, 8. Dezember, Sacharja 6, 9–15

Mitwirkung zur Ehre Gottes

Die Krönung des Hohepriesters Jeschua, in Kapitel 3 bereits angesprochen, wird vollzogen. Zu seiner Krönung wird er Schmuck tragen aus Gold und Silber, und er erhält den Namen „Sproß“, „denn unter ihm wird’s sprossen und er wird bauen des Herrn Tempel“. Der Schmuck, den er tragen wird, und der Thron, auf dem er sitzen wird, sind nicht Zeichen menschlicher Eitelkeit, sondern sichtbarer Hinweis auf seine Berufung durch Gott. Unter Jeschuas Herrschaft „werden kommen von Ferne, die am Tempel des Herrn bauen werden“. Ihre Mitwirkung am Bau des Tempels ist Zeichen der Gottesverbundenheit.

Donnerstag, 9. Dezember, Sacharja 7, 1–14

Barmherzigkeit statt Opfer

Dieser Text liefert eine Erklärung, warum Gott die Israeliten zerstreut hat und ihr Land und die Stadt Jerusalem verwüsten ließ: Die Menschen sind von Gott abgefallen. Auf die Worte früherer Propheten haben sie nicht gehört. Ihr Fasten, das zu einem vordergründigen Ritual verkommen ist, hielten sie für ein Gott dargebrachtes Opfer. Wie – etwa 200 Jahre zuvor – der Prophet Amos, prangert nun Sacharja an, dass Arme, Witwen, Waise und Fremdlinge bedrückt werden, weil die Reichen ihre Herzen verstockt haben. Darum die Weisung: „Richtet recht, und ein jeder erweise seinem Bruder Güte und Barmherzigkeit.“

Freitag, 10. Dezember, Sacharja 8, 1–8

Zeit der Fülle

Gott offenbart sich so, dass er um Zion eiferte „mit großem Eifer und mit großem Zorn“, je nachdem, ob sein Volk seine Weisungen befolgte oder von ihm abfiel. Nach der Strafe des Exils bekundet Gott seinen Willen, wieder auf Zion zurückzukehren. Zion ist als der Gottesberg mit dem Tempel der Ort, an welchem der jenseitige Gott als in dieser Welt wohnend vorgestellt wird. Gott schenkt Sacharja die Vision, dass „hinfort wieder sitzen auf den Plätzen Jerusalems alte Männer und Frauen … und die Plätze der Stadt sollen voll sein von Knaben und Mädchen, die dort spielen.“

Samstag, 11. Dezember, Sacharja 8, 9–19

Wahrheit und Frieden

Gott zeigt ganz menschliche Züge. Er gibt sich selbstkritisch. Und er zeigt Reue! Gott verkündet eine „Saat des Friedens“. Der Weinstock soll Trauben hervorbringen, und das Land soll fruchtbar sein. Und der Himmel soll darüber regnen lassen. Die Menschen sollen Gottes Weisung befolgen, die mit „Wahrheit“ und „Frieden“ beschrieben wird. Wahrheit ist die Tugend, die Verlässlichkeit im Umgang miteinander bewirkt. Und Frieden ist die Voraussetzung für Gerechtigkeit und Wohlergehen. Dieter Leppla

Veröffentlichung der Bibellese mit freundlicher Genehmigung des "Evangelischen Kirchenboten"