Aufladen und einkehren 

Saisonstart für Radwegekirchen

Gommersheim/Niederkirchen (lk). Die protestantischen Kirchen in Gommersheim (Kirchenbezirk Neustadt) und Niederkirchen im Ostertal (Kirchenbezirk Kusel) laden Radfahrerinnen und Radfahrer wieder zum Innehalten ein: Ein Logo weist sie als „Radwegekirchen“ im Bereich der pfälzischen Landeskirche aus.

Gommersheim liegt an zwei Radwegen: am Kraut-und-Rüben-Radweg und am Radweg vom Rhein zum Wein. Seit 2016 prangt das Logo an der Kirche. „Unsere Radwegekirche lädt zum Aufladen innerer und äußerlicher Kräfte ein. Vom 1. April bis zum 31. Oktober bleibt die Kirche tagsüber als Einkehrmöglichkeit offen“, sagt Pfarrerin Martin Horak-Werz. Für „Notfälle“ gebe es Flickzeug, Pflaster, Trinkwasser, eine Pedelec-Aufladestation und eine Toilette in Reichweite. In ein Gästebuch könnten Gedanken, Gebete oder auch nur Namen eingetragen werden. „Leseratten dürfen sich an unserem Bücherregal bedienen und die Urlaubslektüre mitnehmen. Und falls jemand mehr Informationen braucht, als wir auf dem Informationstisch ausliegen haben, bieten wir einen kostenlosen Internetzugang an.“ Vor der Kirche unter der über 100 jährigen Linde lade eine Bank zum Ausruhen ein, so Horak-Werz.

Am Sonntag, 5. Mai, um 11 Uhr gebe es einen „schwungvollen ökumenischen Fahrradgottesdienst“, der mit einer Sternfahrt beginne. Start sei jeweils um 10 Uhr in Altdorf (Kirche), Böbingen (Parkplatz vor dem Dorfgemeinschaftshaus), Freimersheim (katholische Kirche), Freisbach (Park) und Geinsheim (Schule) gestartet werden, teilt die Pfarrerin mit. In Gommersheim biete dann der protestantische Kirchbauverein erfrischende Stärkungen an. Die Protestantische Kirche in Gommersheim ist als „Pfarrkirche s. Martini ep.“ seit 1483 aus Flurbezeichnungen belegt, wurde aber vermutlich schon im 12. Jahrhundert auf dem Kirchenplatz erbaut. Das heutige Gebäude wurde 1730 eingeweiht.

Die am Saarlandradweg gelegene protestantische Margarethenkirche in Niederkirchen im Ostertal (Kirchenbezirk Kusel) ist seit 2014 Radwegekirche. Sie gilt als eine der besterhaltenen gotischen Dorfkirchen im Saarland. Um 800 als Kapelle im romanischen Stil erbaut, erhielt sie 1517 ihre heutige spätgotische Gestalt. Ein besonderer Anziehungspunkt sei auch der christlich-biblische Garten bei der Kirche, sagt Pfarrer Stefan Werner. „Viele Radfahrer machen an unserer Kirche halt, sehen sich Kirche und Garten an und machen auf unseren Ruhebänken eine Pause, bevor es dann weitergeht.“ Saison sei das ganze Jahr über, die Kirche täglich geöffnet, informiert Werner. Seit 2017 weisen eine Jakobsmuschel und ein entsprechendes Hinweisschild am Eingangsportal darauf hin, dass sie auch am Sternenweg/Chemin des Étoiles liegt. Der Sternenweg wirbt unter dem Motto „Pilgerwandern– Innehalten – Entdecken – neue Wege gehen – Frieden stiften“ für ein weltoffenes, vereintes Europa.

Radwegekirchen sind im Zeitraum von Ostern bis zum Reformationstag frei zugänglich, sie laden zur geistlichen Besinnung und Andacht ein, garantieren einen Platz für die Rast, Zugang zu Toiletten und Trinkwasser, und halten Informationen zur Ortsgemeinde und Sehenswürdigkeiten der Region vor, informiert die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) auf ihrer Seite www.radwegekirchen.de. Mit dem Logo Radwegekirche dürfe sich eine Kirche schmücken, wenn sie sich an der Route eines Radwanderweges befinde und die Kirchengemeinde damit verbundene Aufgaben übernehme.

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