"Weißer Ring" 

Pfälzer Pfarrer übernimmt Beschwerdestelle

Herbert Fischer-Drumm. Foto: lk

Mainz/Lübeck (epd-lmw). Die Opferschutzorganisation „Weißer Ring“ hat als Reaktion auf die Belästigungsvorwürfe gegen ihren früheren Lübecker Dienststellenleiter eine bundesweite Beschwerdestelle eingerichtet. Als Vertrauensperson für Beschwerden von Verbrechensopfern stehe künftig der frühere pfälzische Polizeiseelsorger Herbert Fischer-Drumm zur Verfügung, teilte die Bundesgeschäftsstelle des „Weißen Rings“ in Mainz mit.

Im Frühjahr war bekanntgeworden, dass mehrere Verbrechensopfer aus Schleswig-Holstein von einem der Opferhelfer sexuell belästigt worden sein sollen. Wie der schleswig-holsteinische Landesverband des "Weißen Rings" im Juni mitteilte, liegen mittlerweile 28 Strafanzeigen gegen einen ehemaligen Polizeibeamten vor, der die Außenstelle in Lübeck leitete. In 19 Fällen habe die Staatsanwaltschaft bereits einen Anfangsverdacht bestätigt.

Der „Weiße Ring“ reagierte mit einem Maßnahmenpaket auf die Vorfälle. Frauen, die Opfer von Sexualdelikten wurden, sollen künftig bei der ersten persönlichen Kontaktaufnahme von einer Opferhelferin betreut werden. Außerdem erhielt der Bundesvorstand das Recht, regionale Mitarbeiter von ihren Aufgaben zu entbinden.

Der 1976 gegründete „Weiße Ring“ berät seit mehr als 40 Jahren Kriminalitätsopfer und bietet ihnen Unterstützung bei Behörden- und Gerichtsterminen an. Deutschlandweit unterhält die Organisation mit Sitz in Mainz rund 420 Außenstellen mit insgesamt 3.200 ehrenamtlichen Mitarbeitern. Fischer-Drumm unterstützt den Weißen Ring bereits seit mehreren Jahren als Referent für Fortbildungen. Der Ruhestandspfarrer ist über die Mobilnummer 0151/55164831 sowie über die E-Mail-Adresse vertrauensperson@weisser-ring.de zu erreichen.

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