Landessynode 

Jubiläum der Kirchenunion steht im Mittelpunkt

Die "Alte Eintracht" in Kaiserslautern ist Tagungsort der Frühjahrssynode. Foto: Klaus Braun

Speyer/Kaiserslautern (lk). Die Frühjahrssynode der Evangelischen Kirche der Pfalz tagt vom 23. bis 26. Mai 2018 an historischer Stätte, in Kaiserslautern: Hier hatte 1818 eine Generalsynode die Union vormals reformierter und lutherischer Kirchengemeinden beschlossen und damit die Protestantische Landeskirche begründet. Dem Schwerpunktthema „200 Jahre Pfälzer Kirchenunion“ widmet sich die Synode am Freitag, 25. Mai, mit Vorträgen und einer Podiumsdiskussion. Die Kirchenunion steht auch im Mittelpunkt des Berichtes von Kirchenpräsident Christian Schad am Mittwoch, 23. Mai.

Wesentlicher Aspekt der Union sei nicht nur ihr Beteiligungscharakter mit einer von Anfang an presbyterial-synodal aufgebauten Landeskirche, erklärte Kirchenpräsident Christian Schad am Dienstag. Auch für die innerevangelische Ökumene in Deutschland und europaweit seien von der Union reformierter und lutherischer Kirchen wesentliche Impulse ausgegangen, sagte Schad. Der Kirchenpräsident führt am Freitag, 25. Mai, um 11.15 Uhr in das Schwerpunktthema ein. Vorträge zum Thema Kirchenunion halten um 11.45 Uhr der Historiker und ehemalige Direktor des Instituts für Pfälzische Geschichte und Volkskunde, Roland Paul, und um 15 Uhr der emeritierte Professor für Systematische Theologie und Direktor des Seminars für Reformierte Theologie an der Universität Münster, Michael Beintker. Eine Podiumsdiskussion mit Michael Beintker sowie dem Leiter des Amtes der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Horst Gorski (Hannover), der Präses des EKD-Synode, Irmgard Schwaetzer (Berlin) und Kirchenpräsident Christian Schad findet um 16.30 Uhr statt. Die Moderation hat Reinhard Mawick von der Zeitschrift „Zeitzeichen“.

Die Wahl einer geistlichen Oberkirchenrätin oder eines Oberkirchenrates steht am Donnerstag, 24. Mai, auf der Tagesordnung. Um die Stelle eines geistlichen Oberkirchenrates in Nachfolge von Oberkirchenrat Michael Gärtner, der im Frühjahr 2019 in den Ruhestand geht, bewerben sich vier Kandidaten: Der 48-jährige promovierte Theologe Alexander Bitzel ist Pfarrer der badischen Landeskirche in Mannheim-Feudenheim und Privatdozent für Kirchengeschichte am wissenschaftlich-theologischen Seminar der Universität Heidelberg. Friedemann Fritsch ist Pfarrer der pfälzischen Landeskirche und seit September 2005 freigestellt zum Dienst bei der Landeskirche in Baden. Der 56-jährige promovierte Theologe ist Pfarrer in St. Georgen im Schwarzwald und war zuvor in Gundersweiler im Donnersbergkreis tätig. Claus Müller ist Dekan des Kirchenbezirks Germersheim. Der 48-jährige promovierte Pfarrer war zuvor von 2003 bis 2009 Pfarrer an der Gedächtniskirche Speyer. Dorothee Wüst war Pfarrerin in der Lutherkirchengemeinde Kaiserslautern und in der Kirchengemeinde Weilerbach. Seit 2012 ist die 52-Jährige Dekanin des Kirchenbezirks Kaiserslautern. Wüst und Müller sind auch Mitglieder der pfälzischen Landessynode.

Die mittelfristige Finanzplanung der Landeskirche für die Haushaltsjahre 2019 bis 2024 stellt am Samstag, 26. Mai, Finanzdezernentin Karin Kessel vor. Trotz einer aufgrund der konjunkturellen Lage zurzeit guten Kirchensteuersituation seien weitere Konsolidierungsnahmen notwendig, erklärte die Oberkirchenrätin im Vorfeld der Synode. Sie rechnet bis 2024 mit einem Rückgang des Kirchensteueraufkommens und mit einem Anstieg des Haushaltsdefizits. Auch in den nächsten Jahren könne der landeskirchliche Haushalt voraussichtlich nicht ausgeglichen werden. Größter Ausgabeposten seien die Personalkosten. Hier schlagen nach Kessels Worten vor allem Tarifsteigerungen und Versorgungsleistungen zu Buche. Die mittelfristige Finanzplanung dient der Vorbereitung des Doppelhaushaltes 2019/2020, den die Synode auf ihrer Herbsttagung verhandelt.

Auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzungen steht desweiteren am Mittwoch, 23. Mai, das Rahmenkonzept zur Erprobung neuer Struktur- und Arbeitsformen in den Gemeinden. Dabei geht es nach den Worten von Oberkirchenrätin Marianne Wagner unter dem Stichwort „LabORAtorien“ um die Ermutigung zu Initiativen missionarischen Gemeindeaufbaus und die Förderung von Zusammenarbeit „über bisherige Grenzen hinaus“. Der Veränderungsprozess soll von der Basis ausgehen und diese stärken – „geistlich, spirituell, aber auch finanziell“, so Wagner. „Reformen müssen von unten wachsen. Die Zukunft der Kirche ist davon abhängig, wie lebendig ihre einzelnen Mitglieder sind.“ Für Beratung und Begleitung des langfristig angelegten Projektes sollen im Doppelhaushalt 2019 und 2020 jeweils 250.000 Euro bereitgestellt werden.

Der Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz gehören 70 Synodale an – 46 weltliche und 24 geistliche. Acht der 70 Mitglieder sind berufen, davon zwei als Jugendvertreter. Synodalpräsident ist der Kaiserslauterer Jurist Hermann Lorenz. Dem Präsidium gehören außerdem der Dekan des Kirchenbezirks An Alsenz und Lauter, Matthias Schwarz, als erster Vizepräsident und Ministerialrat Joachim Schäfer aus Birkenheide als zweiter Vizepräsident sowie Rommi Keller-Hilgert und Daniela Freyer als Beisitzerinnen an. Die Landessynode ist als kirchliche Volksvertretung die Inhaberin der Kirchengewalt. Sie trifft wesentliche Entscheidungen in den geistlichen, rechtlichen und finanziellen Bereichen der Landeskirche. Ihre Amtszeit beträgt sechs Jahre.

Hinweis: Die Synode der Evangelischen Kirche der Pfalz tagt vom 23. bis 26. Mai 2018 im Gemeindezentrum „Alte Eintracht“, Unionsstraße 2, in Kaiserslautern. Schwerpunkt ist „200 Jahre Pfälzer Kirchenunion“. Die Tagung wird am Mittwoch, 23. Mai, um 9 Uhr mit einem Abendmahlsgottesdienst in der „Kleinen Kirche“ eröffnet. Die Predigt hält die Kaiserslauterer Dekanin Dorothee Wüst. Die öffentlichen Sitzungen im Gemeindezentrum „Alte Eintracht“ (Unionsstraße 2) beginnen am Mittwoch um 10.45 Uhr, am Donnerstag, Freitag und Samstag jeweils um 9 Uhr.

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