Platz für die Rast 

Kraft und Ruhe tanken in der Radwegekirche

Radwegekirche in Gommersheim. Foto: Horak-Werz

Oase der Ruhe: Der christlich-biblische Garten bei der Margarethenkirche in Niederkirchen im Ostertal. Foto: Werner

Gommersheim/Niederkirchen im Ostertal (lk). Die protestantischen Kirchen in Gommersheim (Kirchenbezirk Neustadt) und Niederkirchen im Ostertal (Kirchenbezirk Kusel) laden Radfahrerinnen und Radfahrer wieder zum Innehalten ein: Ein Logo weist sie als „Radwegekirchen“ im Bereich der pfälzischen Landeskirche aus. Besonders in der Ferienzeit kommen auch Auswärtige und Touristen vorbei und hinterlassen in den Gästebüchern ihre Eintragungen.

„Die Radfahrsaison kann beginnen“, teilt die Gommersheimer Pfarrerin Martina Horak-Werz mit. Bis 31. Oktober sei die Kirche tagsüber als Einkehrmöglichkeit geöffnet. Die Protestantische Kirche in Gommersheim liegt an zwei Radwegen: am „Kraut-und-Rüben-Radweg“ und am Radweg „Vom Rhein zum Wein“. Die Kirche und eine Ruhebank unter einer 100-jährigen Linde würden zum Aufladen innerer und äußerer Kräfte einladen, sagt Horak-Werz. In der Kirche gebe es eine Tauschbibliothek und kostenloses WLAN, für „Notfälle“ Flickzeug und Pflaster. Trinkwasser, eine Pedelec-Aufladestation und eine Toilette seien in Reichweite. In ein Gästebuch könnten Gedanken, Gebete oder auch nur Namen eingetragen werden.

Seit Mai 2016 prangt das Logo „Radwegekirche“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an der protestantischen Kirche in Gommersheim. Als „Pfarrkirche s. Martini ep.“ ist sie seit 1483 aus Flurbezeichnungen belegt, wurde aber vermutlich schon im 12. Jahrhundert auf dem Kirchenplatz erbaut. Das heutige Gebäude wurde 1730 eingeweiht.

Die am Saarlandradweg gelegene protestantische Margarethenkirche in Niederkirchen im Ostertal gilt als eine der besterhaltenen gotischen Dorfkirchen im Saarland. Um 800 als Kapelle im romanischen Stil erbaut, erhielt sie 1517 ihre heutige spätgotische Gestalt. Ein besonderer Anziehungspunkt sei auch der christlich-biblische Garten bei der Kirche, sagt der Niederkirchener Pfarrer Stefan Werner. „Viele Radfahrer machen an unserer Kirche halt, sehen sich Kirche und Garten an und machen auf unseren Ruhebänken eine Pause, bevor es dann weitergeht.“

Die Margarethenkirche gehört zum Kirchenbezirk Kusel und ist seit 2014 Radwegekirche. Pfarrer Stefan Werner hat damit bisher beste Erfahrungen gemacht. Die Kirche sei täglich geöffnet – das ganze Jahr über. Seit 2017 weisen eine Jakobsmuschel und ein entsprechendes Hinweisschild am Eingangsportal darauf hin, dass sie auch am Sternenweg/Chemin des Étoiles liegt, so Werner. Der Sternenweg wirbt unter dem Motto „Pilgerwandern– Innehalten – Entdecken – neue Wege gehen – Frieden stiften“ für ein weltoffenes, vereintes Europa.

Radwegekirchen sind im Zeitraum von Ostern bis zum Reformationstag frei zugänglich, sie laden zur geistlichen Besinnung und Andacht ein, garantieren einen Platz für die Rast, Zugang zu Toiletten und Trinkwasser, und halten Informationen zur Ortsgemeinde und Sehenswürdigkeiten der Region vor, informiert die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) auf ihrer Seite www.radwegekirchen.de. Mit dem Logo Radwegekirche dürfe sich eine Kirche schmücken, wenn sie sich an der Route eines Radwanderweges befinde und die Kirchengemeinde damit verbundene Aufgaben übernehme.

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