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Modellprojekt lesen und schreiben lernen

Evangelische Regionalstelle koordiniert Alphabetisierungsmaßnahmen – Modellprojekt

Rockenhausen (lk). Etwa 350.000 Rheinland-Pfälzer haben Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben. Damit das nicht so bleibt, hat sich die Regionalstelle Nordpfalz der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft mit ihrem Kursangebot „Alphabetisierung und Grundbildung“ dem landesweiten Modellprojekt „AlphaNetz“ angeschlossen. Als eine von sieben Stellen in Rheinland-Pfalz habe die Regionalstelle vom Mainzer Bildungsministerium den Auftrag erhalten, die Vernetzung von Alphabetisierungs-Kursen kirchlicher und nichtkirchlicher Bildungsträger in der Nordpfalz vorwärts zu bringen, erklärt Ruprecht Beuter, Referent für Erwachsenenbildung der Evangelischen Kirche der Pfalz.

So seien beispielsweise die Förderinitiative Donnersberg und die Volkshochschule Rockenhausen bereits in das Netzwerk einbezogen. Mitte Juli sollen nach Beuters Angaben Kooperationsgespräche mit weiteren Trägern stattfinden. Die Koordination in der Nordpfalz sei Ursel Grünewald übertragen worden, die lange Erfahrungen in Lese- und Schreiblehrgängen einbringe. Mit „AlphaNetz“ fördere die Landesregierung für die kommenden zwei Jahre einen Trägerverbund, dem die Evangelische Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung, die Landesarbeitsgemeinschaft „anderes lernen“ und der Verband der Volkshochschulen von Rheinland-Pfalz angehören. „AlphaNetz will dazu beitragen, den Anteil ‚funktionaler Analphabeten‘ in Rheinland-Pfalz drastisch zu senken“, sagt Beuter. Die Regionalstelle Nordpfalz engagiere sich bereits seit einigen Jahren mit ehrenamtlichen Fachleuten für das Modellprojekt „Alphabetisierung und Grundbildung“ – in Lauterecken in Zusammenarbeit mit der Tafel und dem Protestantischen Dekanat und in Kirchheimbolanden mit einer Grundschule. Die nächsten Kurse in Lauterecken und Kirchheimbolanden starteten nach den Sommerferien, weitere Projekte seien in Planung, so Beuter.

Nach Angaben von „AlphaNetz“ fördert das rheinland-pfälzische Bildungsministerium die Regionen, die sich als Modellstandorte beworben haben, mit insgesamt 257.000 Euro. Unter anderem werden von den Koordinierungsstellen so genannte „Lernbegleiter“ geschult. „Um Betroffene mit unseren Kursangeboten zu erreichen, müssen wir sie gezielt ansprechen“, sagt Karola Büchel, Projektleiterin und Geschäftsführerin der Evangelischen Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung. Partner in den regionalen Netzwerken seien Kommunen, kirchliche Beratungsstellen, Einrichtungen der Diakonie, der Caritas und anderer Träger der freien Wohlfahrtspflege, außerdem Tafeln, Arbeitsgemeinschaften, Schulen, Kindertagesstätten und Sportvereine.

Laut der Universität Hamburg erstellten Studie „leo. – Level-One“ können etwa 2,3 Millionen Menschen in Deutschland zwar einzelne Wörter lesend verstehen oder schreiben, nicht jedoch ganze Sätze. Insgesamt sind der Studie zufolge mehr als vier Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung in Deutschland von Analphabetismus betroffen. Deutlich höher als bislang vermutet sei die Zahl der „funktionalen“ Analphabeten: Etwa 7,5 Millionen beziehungsweise 14 Prozent der erwerbsfähigen Deutschen könnten zwar einzelne Sätze lesen oder schreiben, nicht jedoch zusammenhängende, auch kürzere Texte wie zum Beispiel eine Arbeitsanweisung, verstehen. Analog zu dieser Studie hat „AlphaNetz“ Zahlen für Rheinland-Pfalz errechnet.

Hinweis: Kontakt und weitere Informationen: Evangelische Arbeitsstelle in der Nordpfalz, Ursel Grünewald, Telefon: 06355 / 446 und 06361 / 5559, E-Mail: urselgruenewald@web.de.

04.07.2012, Rockenhausen
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