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Altes Gemäuer mit jungem Kern

Bund, Land und evangelische Kirchen investieren drei Millionen Euro in die Ebernburg

Bad Münster a. St.-Ebernburg (lk/ekir). Die Ebernburg präsentiert sich nach einer umfangreichen Sanierung als moderne Tagungsstätte. Der Ebernburg-Verein stellte die Evangelische Familienferien- und Bildungsstätte in einer kleinen Feierstunde der Öffentlichkeit vor. Der Bund, das Land Rheinland-Pfalz und drei evangelische Landeskirchen, Rheinland, Hessen-Nassau und Pfalz, sowie zwei Stiftungen haben das drei Millionen Euro teure Projekt finanziert. Rund 10.000 Gäste übernachten pro Jahr in den 70 Zimmern oder Familien-Appartements. Elf Tagungsräume stehen für Freizeiten und Seminare  zur Verfügung. 

"Es hat sich gelohnt, in dieses schöne alte Bauwerk zu investieren", erklärte Pfarrer Gerd Kiefer, Vorsitzender des Ebernburg-Vereins, der Träger der Bildungsstätte ist. Vor Repräsentanten der Landeskirchen betonte Kiefer: „Wir sind stolz auf dieses Erbstück der Reformation“. Die Burganlage sei jetzt im Hinblick auf Brandschutz, Energieverbrauch und Kommunikationstechnik den Anforderungen der heutigen Zeit gewachsen. In drei Bauabschnitten vom Herbst 2008 bis heute erhielt die Burg neue Fenster, eine Holzpellets-Anlage, Internet-Zugang in den Zimmern und eine neue Ausstattung mit moderner Kommunikationstechnik für die Tagungsräume. Das Haus „Palas“, das Kaminzimmer und der Eingangsbereich bekamen einen neuen Anstrich. 

Von den Kosten übernehmen jeweils ein Drittel Bund und Land, den Rest teilen sich die drei Landeskirchen: Die Evangelische Kirche der Pfalz gibt einen Zuschuss in Höhe von 174.000 Euro sowie ein zinsloses Darlehen von 150.000 Euro, die Evangelische Kirche im Rheinland investiert 121.000 Euro als Zuschuss und den gleichen Betrag als Darlehen und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau 65.000 Euro als Zuschuss und 178.000 Euro als Darlehen. Mit im Boot sind die Stiftung Rheingrafenstein mit 33.000 Euro und die Ebernburg-Stiftung mit 20.000 Euro. 

Viel Kraft und Konzentration habe die Sanierung der Burg gekostet, sagte Gerd Kiefer Er sprach die Hoffnung aus, „dass die Menschen, die hier zusammenkommen, ein Stück des Geistes, der die Ebernburg belebt, mitnehmen“. Die Gäste, darunter Oberkirchenrätin Karin Kessel aus Speyer, der Superintendent des Kirchenkreises An Nahe und Glan, Marcus Harke, Eckart Schwab von der rheinischen Kirche und Volker Lahr von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, machten sich selbst ein Bild von der neuen Ausstattung des alten Gemäuers. 

Die Ebernburg am Zusammenfluss von Nahe und Alsenz ist für die drei evangelischen Landeskirchen in Rheinland-Pfalz eine der wichtigsten Stätten der Reformation. In der Epoche des Humanismus und der Reformation war sie so etwas wie eine politisch-strategische und theologisch-philosophische Denkfabrik. Erbaut von Franz von Sickingen erhielt sie von dem Humanisten Ulrich von Hutten den Beinamen „Herberge zur Gerechtigkeit“. Er beschrieb damit die mächtigen Mauern der Renaissance-Festung als Zufluchtsstätte der ersten Generation bedeutender Reformatoren im 16. Jahrhundert. 1522 wurde in der Burgkapelle der erste Abendmahlsgottesdienst nach lutherischer Liturgie gefeiert.

04.07.2012, Bad Münster a. St.-Ebernburg
Pressemeldung 153/2012

Abschluss der Ebernburg-Sanierung gefeiert: Kirchenrat Eckart Schwab, Geschäftsführer Ralf Rauschenplat, Oberkirchenrätin Karin Kessel, Superintendent Marcus Harke und Pfarrer Gerd Kiefer (von links).

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