Kirchenpräsident kritisiert Betreuungsgeld
Schad spricht sich für Investitionen in Personal und Gebäude aus
Weilerbach (lk). Der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad hat sich gegen das geplante Betreuungsgeld ausgesprochen. Die Summe von 400 Millionen Euro im Jahr 2013 beziehungsweise 1,2 Milliarden Euro ab 2014, die von der Bundesregierung für das Betreuungsgeld genannt würden, „sind aus meiner Sicht besser für den Ausbau von Kinderkrippen und Kindertagesstätten und die stete Qualifizierung des Fachpersonals angelegt“, sagte Schad am Montag bei einem Besuch der Protestantischen Kindertagesstätte und des Hauses der Familie in Weilerbach.
Die Debatte um das Betreuungsgeld habe zwar die Frage nach der Aufgabe und dem Ziel der Kinderbetreuung in die öffentliche Diskussion gebracht, er bedauere jedoch, „dass allein durch den Begriff ‚Betreuung‘ die Aspekte von Erziehung, Bildung und Vereinbarkeit von Beruf und Familie unter den Tisch fallen“, sagte Schad in einem Gespräch mit Erzieherinnen und Vertretern des Hauses der Familie.
„Die frühkindliche Erziehung und Bildung ist eine Zukunftsaufgabe, die der gesamten Gesellschaft dient. Gemeinsam spielen, die Umwelt erkunden, altersgerecht lernen und Gemeinschaft erfahren sind wichtige Schritte in der Kindheit und Jugend“, betonte der Kirchenpräsident. Kindertagesstätten seien ein wesentlicher Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit, „sie eröffnen gerade auch benachteiligten Kindern bessere Lebenschancen“. Dazu brauche es qualifiziertes und hoch motiviertes Personal und eine den Anforderungen an die verschiedenen Altersgruppen angemessene Ausstattung.
Schad wies darauf hin, dass auch Eltern in ihrer Erziehungskompetenz gestärkt werden müssten. Dies könne zum Beispiel durch den Ausbau von Kindertagesstätten zu Familienzentren geschehen. Die Konzeption des Hauses der Familie in Weilerbach mit seiner nicht nur räumlichen Nähe zur Kindertagesstätte, sei vorbildlich für die Landeskirche.



















