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Gewaltige Umbrüche in der Gesellschaft

Die Direktorin des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte, Irene Dingel, hat aus Anlass des Reformationsjubiläums in der Kirchenbibliothek referiert

Speyer (lk). Die Geschehnisse der Reformation vor 500 Jahren blieben nicht ohne gravierende Auswirkungen auf das Kirchenrecht, das Bildungs- und Ständewesen und das politische Gefüge der damaligen Zeit. „Die Veränderungen waren gewaltig“, sagte die Direktorin des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte, Irene Dingel, bei einer Vortragsveranstaltung der Bibliothek und Medienzentrale der Evangelischen Kirche der Pfalz am Dienstag in Speyer.

In ihrem Vortrag aus Anlass des Reformationsjubiläums stellte Dingel die Entwicklungen in den Mittelpunkt, an denen das typisch Reformatorische und die langfristig wirkenden Veränderungen deutlich würden. Die von Wittenberg und anderen Zentren der Reformation ausgehenden Impulse hätten Kirche und Frömmigkeit, Familie und Gesellschaft sowie die rechtlichen und politischen Dimensionen der damaligen Lebenswelt verändert, führte die Referentin aus.

Manches, was sich im „Umbruch der Zeiten“ entwickelt habe, sei bis heute prägend. So werde die Ehe nicht mehr als Sakrament verstanden und sogar unter bestimmten Bedingungen Scheidung und Wiederverheiratung zugelassen. Ferner wurde Jungen und Mädchen der Zugang zur schulischen Bildung eröffnet und das weltliche Recht über das kirchliche Recht gestellt.

Kirchenpräsident Christian Schad begrüßte die rund 100 Besucher der Vortragsveranstaltung in der landeskirchlichen Bibliothek und Medienzentrale. Er wies auf die existentielle Nähe und geistliche Aktualität der Reformation hin: „Leben wir heute nicht wieder in einer Art vorreformatorischer Zeit, in der fundamentale Selbstverständlichkeiten in Frage gestellt sind?“ Der Kirchenpräsident dankte Bibliotheksleiterin Traudel Himmighöfer für die Organisation und Barbara Baun für die musikalische Begleitung der Veranstaltung am Konzertflügel.

Dingel, die auch Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz ist, ist Herausgeberin des aktuell erschienenen Kulturführers „Auf den Spuren der Reformation in Rheinland-Pfalz“. Passend zum Thema präsentiert die Bibliothek und Medienzentrale weitere Bücher und Medien.

15.03.2017, Speyer
Pressemeldung 53/2017

Referentin Irene Dingel.

Von links: Oberkirchenrat Manfred Sutter, Bibliotheksleiterin Traudel Himmighöfer, die Referentin und Herausgeberin des Kulturführers „Auf den Spuren der Reformation in Rheinland-Pfalz", Irene Dingel und Kirchenpräsident Christian Schad. Fotos: lk


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