Konstruktiver Austausch zwischen Kirche und Landesregierung
Ministerpräsidentin und Kirchenpräsident betonen Stärken des Föderalismus‘
Speyer (lk). Die Stärken des staatlichen und kirchlichen Föderalismus‘ haben die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad betont. Bei einem Gespräch im Landeskirchenrat in Speyer erklärten Kramp-Karrenbauer und Schad, dass die Bundesländer und Landeskirchen die unterschiedliche Geschichte und Kultur bewahrten und damit auch die regionale Identität stärkten. „Bürgernähe und Transparenz gelingen in kleinen Einheiten besser“, sagten die Ministerpräsidentin und der Kirchenpräsident. Ein zukunftsweisender Föderalismus sei sich aber immer der Verantwortung für das Ganze bewusst.
Dass Landeskirchengrenzen und die Grenzen der Bundesländer bis auf wenige Ausnahmen nicht übereinstimmten, sei kein Hindernis für eine effektive Zusammenarbeit, sagte Schad. Vielmehr stellten zum Beispiel die saarpfälzischen Kirchengemeinden, die politisch zum Saarland und kirchlich zur pfälzischen Landeskirche gehören, ein Bindeglied auch zwischen den Ländern dar. In der wechselvollen Geschichte des Saarlandes seien immer wieder Versuche unternommen worden, eine eigene Landeskirche zu gründen. Diese Versuche seien am Widerstand der Gemeinden gescheitert. Dass die alte kirchliche Zuordnung erhalten geblieben sei, zeige, „wie sehr sich die rund 42.000 Protestanten in den saarpfälzischen Gemeinden der Kirchenbezirke Homburg, Zweibrücken und Kusel mit der Landeskirche verbunden fühlen", sagte Schad.
Kramp-Karrenbauer unterstrich dabei die gute Zusammenarbeit mit den Kirchen, sowohl der katholischen als auch der evangelischen. „Ich bedanke mich für den stetigen und konstruktiven Austausch zwischen den Kirchen, den Kommunen und der Landesregierung. Wir wollen den regelmäßigen Dialog auch in Zukunft aufrechterhalten und fortsetzen“, sagte die Ministerpräsidentin.
Weitere zentrale Gesprächsinhalte beim Besuch Kramp-Karrenbauers in Speyer waren Fragen der Religionslehrerausbildung sowie des Strukturwandels nach dem Ende des Bergbaus. Für die Jahre der Reformationsdekade und des Reformationsjubiläums 2017 sprachen sich Schad und Kramp-Karrenbauer für gemeinsame Veranstaltungen aus. Auf dem Programm des Besuchs der Ministerpräsidentin in Speyer standen ebenfalls die Besichtigung der Gedächtniskirche der Protestation sowie der Dreifaltigkeitskirche.
06.08.2012, Speyer


















