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Historienspiel „Verraten und verkauft“: Auf den Spuren der Protestation in Speyer

Mittelalterliches Treiben rund um die Dreifaltigkeitskirche – Pfarrer-Ehepaar Gölzer federführend

Speyer (lk). Speyer gilt als die „Geburtsstadt“ der Protestation. Am 19. April 1529 erhob auf dem Reichstag zu Speyer eine evangelische Minderheit von sechs deutschen Fürsten und 14 Reichsstädten Einspruch gegen einen Mehrheitsbeschluss, der die Reformation zum Stillstand bringen wollte. Aus dem Protest von 1529 entwickelte sich allmählich die Gewissens-, Glaubens- und Religionsfreiheit. Wie haben die Menschen zur Zeit der Reformation gelebt? Die geschichtlichen und theologischen Zusammenhänge jener Zeit beleuchtet ein Historienspiel, das die protestantische Dreifaltigkeitskirchengemeinde in Speyer vom 22. bis 24. April zeigt. Titel der ebenso historischen wie vergnüglichen Schau: „Verraten und verkauft“.

Das bunte Treiben mit Spielleuten und Lagerleben, Gauklern und Mittelaltermarkt spielt sich nach Auskunft des Pfarrer-Ehepaares Christine und Ralph Gölzer mitten in Speyer ab: Im „Paradiesgarten“ bei der Dreifaltigkeitskirche, auf dem Geschirrplätzel und im Domgarten. Für die Veranstaltung hat sich die Dreifaltigkeitskirchengemeinde mit der Interessengemeinschaft „Winelandgames“ zusammengetan, die auf die Organisation von Mittelaltermärkten spezialisiert ist. Unterstützt werden die Planungen von der Stadt Speyer und der Landeskirche, erklären Christine und Ralph Gölzer.

Das Historienspiel stammt aus der Feder von Ralph Gölzer, der als Protokollarius durch das Stück führt. Die Regie übernimmt der Leiter des Speyerer Kinder- und Jugendtheaters, Matthias Folz. Christine Gölzer, Pfarrerin an der zurzeit wegen umfangreicher Renovierungsarbeiten geschlossenen Dreifaltigkeitskirche, freut sich auf das Spektakel: Das Spiel, in das verschiedene Gruppen aus der Gemeinde eingebunden seien, werde die Reformationszeit dramaturgisch beleuchten, aber auch den Humor nicht zu kurz kommen lassen.

„Wir verstehen die Veranstaltung als unseren Beitrag zum Reformationsjubiläum 2017“, sagt Gölzer. Zugleich erhoffen sich die Pfarrerin, der Bauverein Dreifaltigkeitskirche und das Presbyterium auch Unterstützung für die 300 Jahre alte, barocke Kirche, deren Restaurierung im kommenden Jahr abgeschlossen sein soll. Nach den Worten der Veranstalter werden die Besucher gebeten, für den Eintritt zu Mittelaltermarkt und Historienspiel einen kleinen Obolus zu entrichten.

Hintergrund: Die Speyerer Protestation von 1529 war eines der zentralen Ereignisse der Reformation. Die Stadt Speyer ist daher von der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) mit dem Titel „Reformationsstadt Europas“ ausgezeichnet worden und wird Teil des Europäischen Stationenweges, mit dem 2017 das Jubiläumsjahr 500 Jahre Reformation beginnt. Die Evangelische Kirche der Pfalz ist zudem die einzige evangelische Landeskirche in Deutschland, die in Erinnerung an 1529 den Zusatz „protestantisch“ im Namen trägt.

21.03.2016, Speyer
Pressemeldung 55/2016

Die Dreifaltigkeitskirche steht im Mittelpunkt...

...des Veranstaltungs-Wochenendes in Speyer.

Pfarrer Ralph Gölzer und Tochter Mina in historischen Gewändern. Fotos: Landry, Dreifaltigkeitskirche


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