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Hoffnung für Flüchtlinge an Italiens Küste

Landeskirche unterstützt Projekt "Mediterranean Hope" des Evangelischen Kirchenbundes in Italien

Speyer/Rom (lk). In Südeuropa gestrandete Flüchtlinge erhalten Hilfe aus der Pfalz: Die Landeskirche unterstützt das Hilfsprojekt „Mediterranean Hope“ (MH)des Evangelischen Kirchenbundes in Italien (FCEI) mit 30.000 Euro. Das hat der für Diakonie und Ökumene zuständige pfälzische Oberkirchenrat Manfred Sutter mitgeteilt. Insbesondere werde das Geld für die Einrichtung eines humanitären Korridors verwendet, der Flüchtlingen zu einer sicheren Reise und Aufnahme in Italien verhelfen soll, erklären Sutter und Pastor Jens Hansen von der Waldenserkirche in Italien, die das ökumenische Projekt federführend begleitet und unterstützt.

Begonnen habe alles im Oktober 2013, als sich vor der Küste der süditalienischen Insel Lampedusa und vor den Augen der Weltöffentlichkeit eine Flüchtlingstragödie abspielte, in deren Verlauf Hunderte Menschen ums Leben kamen, schildert Pastor Jens Hansen, der die Waldensergemeinde im süditalienischen Catanzaro (Kalabrien) betreut und gleichzeitig Mitglied der Tavola Valdese, der italienischen Kirchenleitung, ist. „Diese Katastrophe ist, so wissen wir alle, nur der Anfang von vielen Katastrophen gewesen.“ Für die FCEI habe das Datum einen Wendepunkt dargestellt: In der Folge habe sie eigene Flüchtlingsaufnahmestellen eingerichtet und in Zusammenarbeit mit der katholischen Organisation Sant'Egidio drei humanitäre Korridore in Nordafrika und im Nahen Osten für Kriegsflüchtlinge, allein reisende und schwangere Frauen, unbegleitete Minderjährige sowie alte und kranke Menschen aufgebaut.

Flüchtlingshilfe bedeutet nach Hansens Worten vor allem auch, diejenigen Menschen zu begleiten, die wegen Krieg, Hunger und Katastrophen keinen anderen Ausweg hätten, als bei uns Zuflucht zu suchen. Die humanitären Korridore seien wichtig, weil sie wenigstens die schwachen und schutzbedürftigen Menschen aus den Händen des organisierten Verbrechens befreiten, das in unmenschlicher Weise Flüchtlinge zu Waren degradiere, so Hansen. Außer den Korridoren bestehe das Projekt MH aktuell aus einer Beobachtungsstelle in Lampedusa, einem Haus der Kulturen in Scicli (Sizilien) und einem Integrationsbüro in Rom. Zudem habe die Diakonie der Waldenserkirche sämtliche zur Verfügung stehenden Strukturen für die Aufnahme von Flüchtlingen bereitgestellt und arbeite mit den Kirchengemeinden zusammen, die selbst auch Flüchtlinge aufnehmen wollen. Die jährlichen Kosten für das Globalprojekt MH seien mit rund einer Million veranschlagt. Davon verwende FCEI „keinen Cent“ für Verwaltungs-Aufgaben, betont der Pastor.

Ziel des Programms sei es, 1000 Flüchtlingen eine sichere Reise nach Europa zu gewähren, erklärt Oberkirchenrat Manfred Sutter. Die Organisatoren würden sich verpflichten, „die über die humanitären Korridore eingereisten Flüchtlinge bis zu drei Monate in ihren Häusern, Zentren und Herbergen aufzunehmen, um sie dann in das Asylverfahren des italienischen Staates zu integrieren“. Für den Oberkirchenrat ist Mediterranean Hope eine überzeugende Initiative im Blick auf die Tragödien, die sich bei der Flucht über das Mittelmeer abspielen. „Das dürfen wir nicht betroffen schweigend hinnehmen. Darum unterstützen wir Mediterranean Hope.“, sagt Sutter.

In der Pfalz engagiert sich die Landeskirche in der Flüchtlingsarbeit mit flächendeckenden Beratungs- und Hilfsangeboten und der Begleitung und Qualifizierung Ehrenamtlicher. Kirchengemeinden, die in ihrer Flüchtlingsarbeit vor besondere Herausforderungen gestellt sind, steht zudem seit 2016 ein Härtefonds zur Verfügung. Der Flüchtlingshilfefonds, eine beim Diakonischen Werk angesiedelte Koordinierungsstelle sowie die fachliche Beratung in Kindertagesstätten, gehören ebenfalls zum Flüchtlingshilfekonzept der Landeskirche.

27.01.2016, Speyer, Rom
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