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Zum gesellschaftlichen Engagement aufgefordert

Lieberknecht und Vogel Gäste der Reformations-Reihe

Speyer (epd-lmw). Die thüringische Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) hat die Christen aufgerufen, ihre Argumente in der öffentlichen Debatte zu schärfen. Das Christentum müsse Sinnstifter und moralische Autorität in der säkularen Gesellschaft sein, sagte Lieberknecht vor 600 Zuhörern in der Speyerer Dreifaltigkeitskirche.

In der Reihe "Aus Liebe zur Wahrheit - Speyerer Thesen zur Reformation" der Zeitungen "evangelischer Kirchenbote" und "Rheinpfalz" diskutierte auch der ehemalige rheinland-pfälzische und thüringische Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU) mit den Chefredakteuren der beiden Blätter, Hartmut Metzger und Michael Garthe. Es war die achte Veranstaltung der Reihe, die im April 2009 begann und bis zum Reformationsjubiläum 2017 fortgeführt werden soll.

Es gebe eine Spannung zwischen dem Leben als Christ und der säkularen Welt, sagte Lieberknecht in ihrem Vortrag "Christsein in der säkularen Gesellschaft". Die innere Freiheit des Christenmenschen sei zunächst unabhängig davon, ob er in Freiheit oder in Unfreiheit lebe. Ihr Leben als Christin habe sich im Vergleich zu der Zeit in der DDR nicht geändert. Ihre innere Freiheit habe sich lediglich mit der äußeren Freiheit verbunden.

Als Demokratin leite sie aus ihrem Christsein die Verpflichtung ab, sich den Herausforderungen der säkularen Gesellschaft zu stellen, sagte Lieberknecht. In einem Überangebot an religiösen und weltlichen Anschauungen drohe das Wesentliche verloren zu gehen. Deshalb müssten sich Christen in den öffentlichen Debatten zu erkennen geben und sich zu ihrem Glauben bekennen. Das Christentum sei für sie das tragfähige Koordinatensystem, um durch die globalisierte Welt zu navigieren. Wenn die christlichen Werte relativiert würden, komme es zur sozialen und kulturellen Entwurzelung der Menschen.

Christen müssen nach Ansicht der Ministerpräsidentin fröhlich, selbstbewusst und innerlich frei auf Herausforderungen reagieren. Es dürfe nicht hingenommen werden, dass die Wirtschaft vielfach nicht mehr den dauerhaften wirtschaftlichen Erfolg zum Wohle der Menschen suche, sondern nach schnellen Gewinnen auf Kosten der Steuerzahler strebe. Auch das Klonen von Menschen widerspreche dem christlichen Bild der unantastbaren Würde jedes Einzelnen. In den Diskussionen sollten Christen als Demokraten tolerant auftreten. Das bedeute nicht die Akzeptanz anderer Meinungen, aber den Respekt vor ihnen.

In der Diskussion hob Bernhard Vogel die große Rolle der Christen bei der friedlichen Revolution in der DDR hervor. Leider hätten die Christen aber auch erfahren müssen, dass sich ihre Kirchen nach der Vereinigung schnell wieder geleert hätten. Inzwischen seien Frieden und Freiheit in ganz Deutschland selbstverständlich. Dadurch wachse die Gefahr, dass die Menschen diese Errungenschaften als zu selbstverständlich ansehen.

05.06.2013, Speyer
Pressemeldung 123/2013

Die thüringische Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und der ehemalige rheinland-pfälzische und thüringische Ministerpräsident Bernhard Vogel (2. v. re.) diskutierten in der Speyerer Dreifaltigkeitskirche. Foto: Landry

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